Fettstoffwechsel und Entgiftung

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Offensichtlich hat die Haut auch weitreichende Aufgaben im Sinne der Entgiftung und der Regulation des Zucker-Fettstoffwechsels. In Deutschland und Österreich sind mittlerweile fast 30% der Erwachsenen vom „Metabolischen Syndrom“ betroffen. Ein sichtbares Merkmal ist das bauchbetonte Übergewicht. Aber oft liegen allein oder in Kombination auch Insulinresistenz, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck (Hypertonie) vor. Das Met-S oder auch Syndrom X stellt die häufigste Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Arteriosklerose), Schlaganfall sowie Diabetes Typ 2 dar. Das Syndrom X gilt als typische Wohlstandserkrankung da es eng mit Überernährung in Verbindung zu stehen scheint.

Möglicherweise reicht dieser Erklärungsansatz allein aber nicht aus. Offensichtlich spielt oxidativer Stress (durch freie Radikale) durch die zunehmende Umweltbelastung eine zentrale Rolle. Die Hautquellen der Radikale sind u.a. Xenobiotika, Chemikalien, Drogen, Umweltschadstoffe, Kosmetika, Lebensmittelzusatzstoffe und synthetische Nährstoffergänzungen. Reicht die antioxidative Kapazität des Organismus nicht mehr aus, die Belastung zu kompensieren, steigt die Konzentration freier Radikale. Diese können u.a. Zellen und Zellstoffwechsel schädigen sowie Erbgutveränderungen verursachen.

Die Haut spielt als größtes Organ eine Rolle im Stoffwechsel und bei der Beseitigung von Xenobiotika, endogenen bioaktiven Substanzen, Lipiden und Cholesterin. Bedingt durch einen „sitzenden Lebensstil“, wenig Bewegung, geringe Hauttemperatur und -durchblutung sowie kühle Umgebungstemperaturen werden diese stoffwechselregulierenden und entgiftenden Funktionen der Haut beeinträchtigt.

 

Das unterschätzte Organ

Die Haut ist mit fast 2 qm Fläche und ca. 1/6 des Körpergewichtes das größte Organ. Dass sie nicht nur für unser Aussehen verantwortlich ist, sondern vielfältige, lebensnotwendige Funktionen wahrnimmt, ist mittlerweile allgemein bekannt.

Die Haut ist Schutzbarriere gegen äußere Einflüsse, wie Strahlung, chemische Substanzen, mechanische Einwirkungen und Mikroorganismen. Sie regelt den Flüssigkeitshaushalt und hat im Zusammenspiel mit dem Blutkreislauf die zentrale Bedeutung bei der Wärmeregulation des Körpers.

Offensichtlich hat die Haut aber noch weitreichendere Aufgaben im Sinne der Entgiftung und der Regulation des Zucker-Fettstoffwechsels.

Von besonderem Interesse sind dabei Untersuchungen über die Beeinträchtigung dieser Funktionen.

 

Haut – Organ zur Ausscheidung und Entgiftung

Relativ neu ist die Erkenntnis, dass die Haut über eine Reihe von Enzymsystemen verfügt, die Fremdsubstanzen unschädlich machen sowie Sauerstoffradikale abfangen können. Die Haut trägt schon durch diese Stoffwechselleistung nicht unwesentlich zur gesamten Entgiftungsleistung des Organismus bei. Zusätzlich muss die Ausscheidungsfunktion der Haut berücksichtigt werden.

Für die Beseitigung wasserlöslicher Verbindungen aus dem Blutkreislauf sind zwei wesentliche Wege bekannt: Urin und Schweiß. Ein Mensch kann bis zu 10 Liter / Tag schwitzen und über den Schweiß exogene, endogene toxische und bioaktive Substanzen wie Metalle, Arzneimittel, polychlorierte Kohlenwasserstoffe etc. eliminieren. Die Arbeitsgruppe um Genuis untersuchte diese „Ausscheidungsfunktion“ für etwa 120 verschiedene Substanzen, einschließlich toxischer Elemente. Für einige Substanzen war die Ausscheidung über den Schweiß effektiver, als über den Urin.

Das Schwitzen und damit die Ausscheidung potentiell schädlicher Substanzen ist stark von individuellen, sich ggf. täglich ändernden Faktoren abhängig. Daher kann aus den bisherigen Daten noch keine standardisierte „Vergiftungstherapie“ abgleitet werden. Ungeachtet dessen kann das thermisch induzierte Schwitzen unter entsprechendem Mineral- und Flüssigkeitsausgleich die natürlichen Entgiftungsleistung deutlich unterstützen.

Relativ neu ist auch die Erkenntnis, dass die Talg-Sekretion der Haut ein wichtiger Ausscheidungsweg für fettlösliche Substanzen und in zu hoher Konzentration zirkulierende Lipide sein kann. Dieser Umstand wird bei der Untersuchung des Fettstoffwechsels daher noch wenig beachtet.

Talgdrüsen finden sich auf der gesamten Haut, außer auf den Handflächen und Fußsohlen. Der Talg besteht aus Triglyceriden, Fettsäuren, Cholesterin, Squalen und Wachsestern. Die Hauptkomponenten des menschlichen Talgs sind Triglyceride und Fettsäuren (57%). Studien haben gezeigt, dass die Talg-Produktion stark von der Ernährung abhängt. Eine Erhöhung der Energieaufnahme erhöht vor allem die Ausscheidung von Triglyceriden, Cholesterin und deren Estern, nicht dagegen von Squalen. Daraus kann gefolgert werden, dass die Talgproduktion tatsächlich eine Rolle in der Regulation des Fettstoffwechsels spielt.

 

Wie kann man die Haut bei ihren Aufgaben unterstützen?

Die optimale Arbeitstemperatur für menschliche Enzymsysteme, einschließlich jenen der Haut, beträgt ca. 37° C. Schon 5°C mehr oder weniger verdoppeln bzw. halbieren den Stoffwechsel und die Zellversorgung. Auch die Aktivität der Schweiß- und Talgdrüsen ist temperaturabhängig. Wärme erhöht die Durchblutung der Haut und löst im Nachgang das Schwitzen aus. Der Blutfluss in der Haut kann von ca. 250 ml / min auf bis zu 6 Liter / min gesteigert werden.

Durch diese starke Temperaturabhängigkeit des Stoffwechsels werden die inneren Organe und das Gehirn (Kern) konstant ca. 37° C gehalten. In der Körperschale (Haut, Binde- und Fettgewebe, Muskulatur, Knochen und Gelenke) werden dagegen bis zu 15° C weniger toleriert – aus Energiespargründen, da sonst zusätzlich wertvolle Nahrung verbrannt werden müsste.

Die Haut ist Teil der Körperschale. Um ihre Stoffwechsel regulierenden und entgiftenden Funktionen für den gesamten Organismus effektiv zu fördern, muss der Körper durchwärmt werden. Das thermisch induzierte Schwitzen, das mit einer Durchwärmung der Körperschale einhergeht, kann:

  • die Aktivität der Enzymsysteme zur Entgiftung der Haut deutlich steigern
  • die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Enzymsysteme belastende Substanzen aus dem Kreislauf abfangen
  • die Ausscheidung wasserlöslicher, belastender Substanzen über den Schweiß erhöhen
  • die Ausscheidung fettlöslicher Substanzen und überschüssige Lipide sowie Cholesterin aus dem Kreislauf fördern

Dem regelmäßigen Besuch der Physiotherm-Infrarotkabine kommt unter Berücksichtigung der Arbeit von Zhou et al. in Zukunft möglicherweise eine weitreichendere Bedeutung zu:

Gerade das Physiotherm-Prinzip mit seiner SensoCare-Sicherheitstechnologie erlaubt eine effiziente und sichere Durchwärmung von Körperkern und Körperschale (siehe: das Physiotherm-Prinzip!) und erfüllt damit die Anforderungen, um die Funktionen der Haut im Sinne der Prävention zu unterstützen.

physiotherm.com


Literatur:

Zhou, S.S., et al. (2012). „The skin function: a factor of anti-metabolic syndrome.“ Diabetol Metab Syndr 4(1):15.


Autor: Dr. Otto Pecher

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