Entdeckung der Blutgruppen – Karl Landsteiner

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Das AB0- und das Rhesus-System sind die wichtigsten Blutgruppeneigenschaften für Bluttransfusionen, die beide von Prof. Dr. Karl Landsteiner entdeckt wurden.

Eng verbunden mit der Entdeckung der Blutgruppen am Wiener Hygienischen Institut ist der in Wien geborene Bakteriologe und Serologe Karl Landsteiner, der für seine Forschungsergebnisse 1930 mit dem Nobelpreis für Medizin und Physiologie ausgezeichnet wurde.

Heute ist eine der wichtigsten Aufgaben der Transfusionsmedizin im Notfall jedermann das richtige Blut zur Verfügung stellen zu können. Auch heute ist das noch problematisch für Patienten mit seltenen Blutgruppen, die Antikörper gegen Spenderblut bilden. Wobei seltene Blutgruppe auch mit seltenen Spendern assoziiert ist. Mit welchen neuen Methoden Transfusionsmediziner Menschen mit seltenen Blutgruppen oder besonderen Bedürfnissen versorgen können. In unseren Breiten bilden Wissenschaftler aus Blutspendeeinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Netzwerk, um auch durch Patienten mit seltenen Blutgruppen oder speziellen Antikörpern verursachte Herausforderungen meistern zu können. Durch Methoden der Molekularbiologie und der Genotypisierung stehen speziell ausgesuchte Blutspender in den Blutspendeeinrichtungen zur Verfügung. Im Bedarfsfall können klinische Einrichtungen auf dieses Netzwerk zurückgreifen und so die Versorgung der Patienten sicherstellen.

 

Dr. Karl Landsteiner entdeckte 1901 das AB0-System der Blutgruppen

Um das Jahr 1900, zur damaligen Jahrhundertwende, experimentierte man am Wiener Hygienischen Institut mit Meerschweinchenblut. Beim Hinzufügen von Typhusbazillen trat im Blutserum eine Zusammenballung auf.

Diese »Agglutination« konnte stets festgestellt werden, wenn ein Bazillus in eine Blutbahn eindrang. In kurzer Zeit bildeten sich im befallenen Körper gegen den Eindringling Antikörper. »Antigene« lösten die Bildung der Antikörper aus.

Nach seiner Matura studierte Karl Landsteiner ab 1885 an der Universität Wien Medizin und promovierte dort 1891. Nach seinem Studium arbeitete er fünf Jahre lang in verschiedenen Laboratorien im Ausland – in Zürich bei Arthur Hantzsch, in Würzburg beim berühmten deutschen Chemiker Emil Fischer und in München bei Eugen Bamberger. 1896 wurde Karl Landsteiner Assistent am von Max von Gruber geleiteten Hygienischen Institut, wo er Studien über den Mechanismus der Immunität und das Wesen von Antikörpern durchführte. Im Laufe seiner wissenschaftlichen Arbeit stellte er im Jahre 1900 fest, dass auch das Serum gesunder Menschen agglutinierend auf menschliches Serum wirkt, das von einem anderen Individuum stammt.

Die nächste bedeutende Entdeckung ließ verschiedene Typen des menschlichen Blutes erkennen; Karl Landsteiner bezeichnete sie mit A, B und C, was später zu Null wurde. Ganz wichtig war seine Entdeckung, dass es im Blut einer Gruppe kein Antigen gegen das Blut eines anderen Indivi­duums der selben Blutgruppe gibt.

1902 gaben Landsteiners Schüler und Mitarbeiter, Alfred Decastell-Rechtwehr und Adriano Sturli, die Entdeckung des »typenlosen« Blutes (heute AB) bekannt, womit nach Landsteiner endgültig die wechselnden Folgen einer therapeutischen Menschenbluttransfusion erklärt werden konnte.

 

Ganz wichtig war die Entdeckung von Prof. Dr. Karl Landsteiner, dass es im Blut einer Gruppe kein Antigen gegen das Blut eines anderen Indivi­duums der selben Blutgruppe gibt. © Henry Lytton Cobbold / Karl Landsteiner Bronzebüste in der Polio Hall of Fame im Roosevelt Warm Springs Institute for Rehabilitation in Warm Springs, Georgia, USA.

Ganz wichtig war die Entdeckung von Prof. Dr. Karl Landsteiner, dass es im Blut einer Gruppe kein Antigen gegen das Blut eines anderen Indivi­duums der selben Blutgruppe gibt. © Henry Lytton Cobbold / Karl Landsteiner Bronzebüste in der Polio Hall of Fame im Roosevelt Warm Springs Institute for Rehabilitation in Warm Springs, Georgia, USA.

1940 entdeckt Karl Landsteiner gemeinsam mit Kollegen den Rhesus-Faktor

Damit waren die Grundvoraussetzungen für die heute weltweit millionenfach durchgeführten Bluttransfusionen geschaffen. Ab 1908 war Karl Landsteiner Prosektor am Wilhelminen-Spital in Wien. Nach dem 1. Weltkrieg ging er zunächst an das Königliche Zieckenhuis im holländischen Den Haag und wurde 1922 Professor am Rockefeller Institute for Medical Research in New York, wo er 1927 mit Philip Levine die Blutfaktoren M, N und P und 1940 gemeinsam mit Philip Levine und Alexander Solomon Wiener den Rhesus-Faktor entdeckte.

Die Entdeckung der verschiedenen Blutgruppen generell führte bald zu einer Spezialwissenschaft, die nicht nur für die Medizin, sondern auch für die Anthropologie und Kriminalogie entscheidende neue Erkenntnisse vermittelte. Landsteiner führte während seines Forscherlebens auch noch weitere Arbeiten über Infektionskrankheiten, vor allem Syphilis, Poliomyelitis und Hämolyse durch.

Der Vater von Karl Landsteiner, Leopold, war übrigens zu seiner Zeit ein sehr bekannter Journalist und erster Chefredakteur der Zeitung „Die Presse“.

 

Weitere Informationen:

http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/1930/landsteiner-bio.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Landsteiner

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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