Engelstrompete – starkes Halluzinogen im Pflanzenreich

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Die Engelstrompete – eines der stärksten Halluzinogene im Pflanzenreich – kann Halluzinationen erzeugen, die nicht mehr als solche erkannt werden.

Die Engelstrompete – Brugmansia sp., Solanaceae – ist eine wunderschöne Zierpflanze mit faszinierenden, trompetenförmigen Blüten. Doch einige Arten verströmen auch einen betörenden Duft, der einschläfernd und betäubend wirken soll: nach alten indogenen Überlieferungen fesselt der Duft die Menschen, die dann ins Reich der Träume abheben.

Die Engelstrompete handelt es sich um ein bis zu fünf Meter hohes Ziergewächs mit auffällig großen, hängenden Trompetenblüten. Auch bei dieser Pflanze sind alle Teile giftig. Im Fall einer Vergiftung können die Symptome – insbesondere Verwirrtheit und Bewusstseinsverlust – bis zu zwei Tage lang andauern.

 

Mit Engelstrompete ins Delirium

Weniger bekannt ist, dass die Engelstrompete zu den stärksten Halluzinogenen im Pflanzenreich gehört. Das Nachtschattengewächs kann Halluzinationen erzeugen, die nicht mehr als solche erkannt werden. Überdosierungen können tagelange Delirien mit wochenlangen Nachwirkungen zur Folge haben und zum Tode führen.

Ursprünglich stammt die Engels­trompete aus Süd­amerika. Dort wird sie von Schamanen zur Heilung von Krankheiten oder in ihren Ritualen verwendet. Die wirksamen Inhaltsstoffe sind auch hier die Tropanalkaloide.

 

Wie Engelstrompete wirkt

Volksmedizinisch werden die Pflanzen als Narkotikum, Beruhigungsmittel, gegen Krämpfe, zur Schmerzstillung –auch in Kombination mit Koka – oder bei Schmerzen, Asthma und Entzündungen angewendet.

Rituell kommen Samen, Blätter oder Blüten einzeln oder in Kombination mit Chicha, Ayahuasca oder San-Pedro-Mischungen und anderen Pflanzen in religiösen oder schamanistischen Zeremonien zur Divination, Prophetie oder schamanischen Therapien zum Einsatz. Meist greifen Schamanen aber nur in sehr schwierigen oder sonst aussichtslosen Fällen darauf zurück. Es kann nämlich vorkommen, dass der Körper des Schamanen bis zu 3 Tage im Delirium liegt, während seine Seele sich auf Wanderschaft befindet.

Scopolamin und Atropin

Scopolamin und Hyoscyamin, auch als Atropin bekannt, sind Hauptwirkstoffe vieler Nachtschattengewächse wie Tollkirsche, Engelstrompete, Stechapfel, Bilsenkraut oder Alraune. Sie können Halluzinationen auslösen aber auch aphrodisierend bzw. erotisierend wirken.

Bei Homer fühlten sich die Gefährten von Odysseus in Schweine verwandelt und „bezirzt“.Im Mittelalter wurden dafür sogenannte Hexensalben oder Flugsalben verabreicht, die bei hoher Dosierung solche Wahnvorstellungen auslösen konnten.

In Goethes Faust geht dem Flug von Faust und Mephisto zum Blocksberg ein Trunk voraus, der Halluzinationen erzeugte, die ein Gefühl des Fliegens vermittelten. Mephisto bewarb bei Faust das besondere Getränk mit den Worten: „Du siehst, mit diesem Trank im Leibe, bald Helenen in jedem Weibe“. Damit spielt er direkt auf die erotisierende Wirkung der darin enthaltenen Substanzen an.


Weitere Informationen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14631706

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2529415/

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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