Emotionales Essen, Frustessen, Stress-Essen: Vorsicht nachmittags und abends

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Nach der Arbeit bis zum Abendessen ist das Risiko für Stress bedingtes Emotionales Essen sehr groß. Deswegen sollte man auch kalorienarme Snacks vorbereiten.

Jeder hat Emotionales Essen schon gelebt. Emotionales Essen bedeutet, dass man seine Lust auf ein ehrliches Stück Schokolade nach einem Stress-vollen Arbeitstag stillt. Oder dass man versucht, den Alltags-Stress mit einer gemütlichen Portion Chips sowie anderen Naschereien beim Fernsehen abzubauen.

Schließlich bestätigen solche Verhaltensmuster nur zahlreiche Studienergebnisse, die einen Zusammenhang zwischen Stress mit Stoffwechsel, Kognition und Belohnung aufzeigen. Demnach kann Emotionales Essen – auch als Frustessen oder Stress-Essen bezeichnet – durch eine Kombination physiologischer und psychologischer Faktoren bedingt sein.

 

Wie sich Stress auf den Appetit auswirkt

Emotionales Essen ist speziell bei Frauen mit permanentem Stress beziehungsweise einem hohen chronischen Stressniveau assoziiert. Wobei wie eingangs erwähnt neben psychologischen Reaktionen auf Stress auch physiologische Reaktionen auftreten.

Während eines Stress-Ereignisses setzt der Körper Cortisol frei. Bekanntermaßen kann dieses Stresshormon dem Körper dabei helfen, sich selbst zu schützen. Wenn nun aber der Cortisol-Spiegel über einen längeren Zeitraum hinweg erhöht ist, kann dies zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme und Fettspeicherung sowie letztendlich zur Gewichtszunahme führen.

 

Nachmittags und abends ist das Risiko am größten

Laut einer unlängst publizierten Studie der Johns Hopkins Department of Psychiatry and Behavioral Sciences spielt die Tageszeit eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit dem Appetit, den Hormonen, Emotionales Essen sowie Stress spielen. Die Forscher konnten zeigten, dass vor allem der spätere Nachmittag und der Abend ein Hochrisikophase für Emotionales Essen beziehungsweise Frustessen sein kann.

Wobei diese Beobachtung insbesondere in Verbindung bei starker Stressbelastung und bei Menschen mit einer Binge Eating-Störung sehr ausgeprägt war. Übrigens leiden zirka 10 Prozent aller Erwachsenen und Teenager an Binge-Eating, sprich wiederkehrenden Heißhungerattacken. Während solcher Attacken verlieren die Betroffenen die Kontrolle über ihre Nahrungsaufnahme.

Dies bedeutet, dass kurz nach der Arbeitszeit bis zum Abendessen Emotionales Essen beziehungsweise Frustessen am häufigsten vorkommt. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit dann am größten, mehr zu essen, als man sollte,.

 

Emotionales Essen beziehungsweise Frustessen vermeiden beziehungsweise gegebenenfalls Kalorienmenge klein halten

Um das Risiko für Emotionales Essen klein zu halten, sollte man speziell kurz nach der Arbeit vorsichtig sein. Deswegen sollten vor allem auch jene Menschen, die unter starken Stress oder Binge-Eating leiden, nachmittags und abends ihre Naschengewohnheiten kontrollieren. Von Nutzen ist es, wenn man kalorienarme, möglichst sättigende Snacks vorbereitet und seine Essensgewohnheiten zu allen Tageszeiten genau dokumentiert. Grundsätzlich ist es auch eine gute Idee, diese Problematik mit Arzt, Ernährungsberater oder Psychologen zu erörtern und Gegenmaßnahmen zu planen.

Literatur:

Carnell S1, Grillot C2, Ungredda T3, Ellis S3, Mehta N3, Holst J4, Geliebter A3,5,6. Morning and afternoon appetite and gut hormone responses to meal and stress challenges in obese individuals with and without binge eating disorder. Int J Obes (Lond). 2018 Apr;42(4):841-849. doi: 10.1038/ijo.2017.307. Epub 2017 Dec 12.

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Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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