Dopamin-Transporter-Szintigraphie bei Parkinson

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Besonders bei klinisch ­unspezifischen Parkinson-Symptomen und zur Differenzialdiagnose ist die Dopamin-Transporter-Szintigraphie von großem Nutzen.

Die einfache Darstellung des dopaminergen Neuronenverlustes mittels der Dopamin-Transporter-Szintigraphie (DaT-SPECT) ist besonders bei klinisch ­unspezifischen Symptomen und differentialdiagnostischen Überlegungen von großem Nutzen.

Bei oft ähnlicher extrapyramidaler Symptomatik wie Rigor oder Akinese gibt es wichtige pathophysiologische Merkmale, die das idiopathische Parkinson-Syndrom von seinen unterschiedlichen Differentialdiagnosen unterscheidet:

Bei Morbus Parkinson (PD), Multi-System Atrophie (MSA), Progressiver Supranukleärer Parese (PSP) und der Demenz vom Lewy-Body Typ degeneriert unter anderem das dopaminerge nigrostriatale System, was bei Essentiellem Tremor oder medikamenten-induziertem Parkinsonismus nicht auftritt.

Bei Parkinson ist das dopaminerge Defizit typisch, also Auffälligkeiten der präsynaptischen Seite, bei MSA und PSP kommt es zusätzlich zu einem Verlust der striatalen Neurone, also der postsynaptischen Seite.

Die Hauptindikationen des DaT-SPECT sind demnach die Abgrenzung der Tremorsymptomatik, also die Zuordnung zum Essentiellen Tremor oder den Parkinson-Syndromen, und weiters die Differenzierung eines idiopathischen versus z.B. eines medikamentösen, oder vaskulär bedingten Parkinson-Syndroms.

Der DaT-SPECT bietet objektive Informationen über die Degeneration der Substantia nigra pars compacta, und ist für die Diagnoseetablierung des Morbus Parkinson beweiskräftig (Sensitivität 97% Spezifität 100%). Doch sollte das Ergebnis unbedingt mit den klinischen Befunden und im interdisziplinären Rahmen zur Übereinstimmung gebracht werden, denn Divergenzen zwischen klinischer Verdachtsdiagnose Parkinson und der DaT-SPECT-Darstellung der striatalen Dopamin-Wiederaufnahmestellen mittels des Dopamintransporter-Liganden Ioflupan sind durchaus möglich, wie anhand der CUPS-Studie deutlich wurde. Die DaT-SPECT-Ergebnisse der neurologischen Erstdiagnose widersprachen in der Studie in mehr als der Hälfte (52%) der Fälle von der klinischen Verdachts­diagnose, was eine bedeutende ­Auswirkung auf die weitere klinische Patientenführung hatte.

 

Fazit. Der DaT-SPECT ist aus klinischer Sicht eine absolut sinnvolle diagnostische Methode. Auf neurologischem Gebiet ist sie aufgrund ihrer eindeutigen Ergebnisse eine der wichtigsten Untersuchungen. Eine initiale Unsicherheit der Diagnose kann durch die DaT-SPECT beseitigt werden und hat großen Einfluss auf die folgende Therapie. Denn mit Hilfe der DaT-SPECT-Untersuchung können eben Diagnosen revidiert und damit sowohl unnötige Medikamentengaben vermieden als auch Patienten mit klinisch unklarer Diagnose entsprechende Therapien mit den richtigen Medikamenten angeboten werden.

Quelle:

Morbus Parkinson: Sichere Diagnose durch Dopamin-Transporter-Szintigraphie. Ao. Univ.-Prof. DDr. Susanne Asenbaum. MEDMIX 04/2006; S62.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20019219

http://www.ajnr.org/content/early/2014/06/26/ajnr.A3971.full.pdf

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Rainer Müller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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