Donnerschlagkopfschmerz – ein neurologischer Notfall

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Donnerschlagkopfschmerz präsentiert sich in stärkster, zuvor nicht bekannter Intensität. Donnerschlagkopfschmerz kann sehr gefährlich sein, ein Arzt ist sofort zu konsultieren.

Der primäre Donnerschlagkopfschmerz ist ein plötzlich einsetzender, sehr heftiger Kopfschmerz, der seine maximale Schmerzintensität innerhalb einer Minute erreicht. Seine Dauer variiert von einer Stunde bis zu zehn Tagen, er kann wiederkehren und ist durch keine andere Krankheit erklärbar.

Die Evidenz dafür, dass ein Donnerschlagkopfschmerz als eigenständige primäre Erkrankung existiert, ist nur schwach: es ist bislang noch nicht sicher geklärt, ob es sich um eine eigenständige Erkrankung handelt oder ob er symptomatisch auf eine andere Krankheit hinweist. Die Diagnose solcher ungewöhnlichen, plötzlichen Kopfschmerzen erfordert eine sorgfältige Ursachenforschung. Die Diagnose eines sogenannten primären Donnerschlagkopfschmerzes – also ausgelöst durch starke körperliche Beanspruchung, wie unten beschrieben – kann somit erst in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen organischen Ursachen ausgeschlossen werden konnten.

 

Ausschlussdiagnose bei Donnerschlagkopfschmerz

Dies bedeutet, dass es sich beim Donnerschlagkopfschmerz um eine Ausschlussdiagnose handelt. Aufgrund der möglichen gefährlichen Differenzialdiagnosen ist der Donnerschlagkopfschmerz als neurologischer Notfall anzusehen. Differenzialdiagnostisch muss in erster Linie eine Subarachnoidalblutung (SAB) ausgeschlossen werden. Innerhalb der ersten zwölf Stunden weist eine native kraniale Computertomografie diesbezüglich eine Spezifität und hohe Sensitivität auf. Nach mehr als zwölf Stunden sinkt die Sensitivität allerdings deutlich ab. Bei unauffälligem CT-Befund ist in jedem Fall eine Lumbalpunktion mit Liquordiagnostik anzuschließen.

Als weniger bedrohliche Ursachen sind der primäre ­Hustenkopfschmerz oder Kopfschmerz bei sexueller Aktivität oder körperlicher Anstrengung in Betracht zu ziehen.

In weiteren diagnostischen Schritten sind mittels MRT-Angiographie ein reversibles cerebrales Vasokonstriktionssyndrom oder ein nicht-rupturiertes Aneurysma auszuschließen. Weitere mögliche Ursachen für den Donnerschlagkopfschmerz können sein:

  • geringe Aneurysmablutungen ohne neurologische Ausfälle (Warnkopfschmerz),
  • cerebrale ­Sinusvenenthrombosen,
  • Dissektion kraniozervikaler Arterien,
  • spontane intrakranielle Hypotension,
  • Hypophysen-Apoplexie,
  • retroclivale Hämatome,
  • ischämischer Infarkt,
  • akute hypertensive Krise,
  • Ventrikelzys­ten oder
  • Infektionen.

Als weniger bedrohliche Ursachen sind der primäre ­Hustenkopfschmerz oder Kopfschmerz bei sexueller Aktivität oder körperlicher Anstrengung in Betracht zu ziehen. Die von Gewichthebern beschriebenen Beschwerden werden in diesem Zusammenahnga als Unterform des Kopfschmerzes bei körperlicher Anstrengung angesehen. Da dabei die Kopfschmerzen plötzlich auftreten und aufgrund der vermuteten Mechanismen scheinen große Gemeinsamkeiten mit dem Hustenkopfschmerz zu bestehen.

Der primäre Kopfschmerz bei körperlicher Anstrengung tritt bevorzugt bei hohen Temperaturen oder in großen Höhen auf. Es gibt Berichte, dass er bei manchen Patienten durch die Einnahme von Ergotamintartrat verhindert werden kann. Indometacin scheint in der Mehrzahl der Fälle wirksam zu sein.

 

 

Therapie bei Donnerschlagkopfschmerz

Bei einer einzelnen Attacke von Hustenkopfschmerz erübrigt sich meist aufgrund der sehr kurzen Dauer eine Akuttherapie. Bei einem primären Donnerschlagkopfschmerz bei körperlicher Anstrengung (typische Auslöser sind vor allem sportliche Betätigungen wie Gewichtheben, Schwimmen und Laufen) sowie für Patienten mit länger anhaltendem Kopfschmerz bei sexueller Aktivität ist das NSAR Indometacin – ein nichtselektiver Inhibitor der Cyclooxygenasen COX-1 und COX-2 – erste Wahl. Phytotherapeutisch kann auch die Anwendung von Pfefferminzöl Linderung bringen.

Quellen und weitere Informationen:

Der Donnerschlagkopfschmerz – ein neurologischer Notfall. Dr. Alexander Sailer. MEDMIX 07–08/2007.

Primärer Donnerschlagkopfschmerz – IHS Classification.
http://ihs-classification.org/de/02_klassifikation/02_teil1/04.06.00_other.html

http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/thunderclap-headaches/basics/definition/con-20025335

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