Die Weide gegen Schmerzen

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Die Anwendung der Weide gegen Schmerzen beruht auf seinen wichtigsten Inhaltsstoff Salicin, der synthetisiert als Acetylsalicyl-Säure verfügbar ist.

Schon in den frühen Hochkulturen und in der Antike behandelten die Menschen Fieber und Schmerzen mit dem Saft der Weide beziehungsweise der Weidenrinde, vor allem die Griechen waren bekannt. Nachdem das Salicin aus der Weidenrinde Anfang des 19. Jahrhunderts isoliert wurde, wurde dann etwas später die Acetylsalicylsäure synthetisiert, womit die bis heute anheltende Erfolgsstory von Aspirin begann.

 

Verschiedene Arten der Weide

Die heilsame Weidenrinde kann von verschiedenen Weidenarten stammen, wobei Weiden nicht nur als Baum, sondern auch als Strauch existieren. Die beliebten samtenen Weidenkätzchen sind die Blüten, welche im zeitigen Frühling noch vor den Blättern erscheinen. Das kommen die umgangssprachlichen Bezeichnungen Katzenstrauch, Weihbuschen und Fellhornrinde.

Die Weidenkätzchen oder auch Palmkätzchen werden besonders an Ostern gerne als Dekoration zuhause verwendet, aber auch zusammengebunden bei religiösen Anlässen.

Die Weide ist ein Flussbegleiter und wächst bevorzugt an feuchten Standorten, man findet die Weide aber auch an Gräben, am Waldrand und am Rand feuchter Wiesen vor. Die Weidenrinde ist im Frühling, wenn die Säfte steigen, leicht von den Ästen und Zweigen zu lösen.

 

Die Weide gegen Schmerzen als Vorbild für Acetylsalicyl-Säure

Die Anwendung von weide gegen Schmerzen hatte Vorbildfunktion für das wohl berühmteste Schmerzmittel, die Acetylsalicyl-Säure, die im Aspirin chemisch »nachgebaut« ist. Die Hauptwirkstoffe werden Salicylate nach der lateinischen Baumbezeichnung Salix benannt.

Der wichtigste Bestandteil, das Salicin, wird durch die Darmflora in einen Salicylalkohol und Traubenzucker gespalten. Diese Bestandteile werden sehr gut ins Blut aufgenommen und dort und in der Leber zu Salicylsäure weiter umgewandelt.

 

Hemmung der Prostaglandine

Der ursprüngliche Inhaltsstoff der Weide besitzt also noch keine Wirksamkeit, sondern erst ­durch Mitbeteiligung des Körpers entsteht die wirksame Substanz. Die letztendlich Fieber senkende, Schmerz stillende und entzündungshemmende Wirkung beruht auf einer Hemmung der sich ebenfalls im Körper bildenden sogenannten Prostaglandine.

Prostaglandine sind Stoffe, die Entzündungen fördern, wobei dies in manchen Fällen und begrenzt für die Gesundheit förderlich sein kann. Wir stehen wieder einmal vor der Tatsache, dass ein Vorgang zwei Gesichter haben kann. Weil jedoch dieser Umwandlungsprozess von Salicin in der Darmflora und im Blut langsam abläuft, kann ein Weidenrindenauszug im Gegensatz zum Aspirin, das auch ein Salicyl-Abkömmling ist, bei akuten Kopfschmerzen nicht helfen.

 

Weide gegen Schmerzen für Marcoumarpatienten

Des einen Leid, des anderen Freud. Weidenrindentee ist für Marcoumarpatienten mit erhöhter Blutungsneigung unbedenklich, weil die blutgerinnungshemmende Eigenschaft der mit Essigsäure verbundenen Salicylsäure, die in verschiedenen vorkommt, fehlt.

Eine Infarktprophylaxe wie mit hoch dosiertem ASS (ASS = Acetylsalicylsäure) ist durch den Einsatz von Weidenrinde aber auch nicht zu erreichen. Was die Auslösung von Nesselausschlägen oder Asthma betrifft, sind Aspirin und die Weidenrinde gleichwertig.

An eventuellen Magenunverträglichkeiten sind nicht die Salicylate schuld, sondern die in der Rinde mit enthaltenen Gerbstoffe, daher kann die Weidenrinde ­als Teedroge sowohl heilende als auch belastende Stoffe enthalten. In einem alkoholischen Auszug sind übrigens bedeutend weniger magenbelastende Gerbstoffe enthalten als vergleichsweise bei einer Teezubereitung mit Wasser.

Bekannt ist der Rheumatee von Kräuterpfarrer Weidinger, der 10 Prozent Weidenrinde enthält, wobei fast die Hälfte bei diesem Tee gegen Gelenkschmerzen das Brennesselblatt ausmacht. Bei verschiedenen anderen Produkten ist Weidenrindenextrakt meist ebenfalls recht niedrig dosiert. Grundsätzlich empfehlen viele Apotheker, dass man beim Gebrauch von pflanzlichen Arzneimitteln – mit Ausnahme der Abführmittel – die höhere Mengenangabe einnimmt, um die Reizschwelle nicht zu verfehlen.

 

Weide gegen Schmerzen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum

Gegen Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie des Zahnfleisches findet der Weidenrindenextrakt gemeinsam mit einer Ratanhiatinktur ein weiteres Anwendungsgebiet.

Quellen und weitere Informationen zu Weide gegen Schmerzen:

http://www.webmd.com/vitamins-supplements/ingredientmono-955-willow%20bark.aspx?activeingredientid=955&activeingredientname=willow%20bark

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19140170

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15517622

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11406860

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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