Diät und Bewegung bei Diabetes

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In einer neuen Studie beschäftigten sich Wissenschafter mit Diät und Bewegung bei Diabetes – zusammen die wichtigsten Maßnahmen zur Senkung des Erkrankungsrisiko.

Dr. Edward Weiss von der Saint Louis University, Professor für Ernährung und Diätologie. © Saint Louis University

Dr. Edward Weiss von der Saint Louis University, Professor für Ernährung und Diätologie. © Saint Louis University

In einer unlängst veröffentlichten Studie beschäftigten sich Dr. Edward Weiss von der Saint Louis University und Kollegen mit jenen Maßnahmen, die häufig herangezogen werden, um das Diabetes-Risiko zu senken. Dabei bestätigte sich, dass Bewegung bei Diabetes eine der wichtigsten Therapiemaßnahmen darstellt. Weiters verfügen auch eine kalorienreduzierte Kost und Gewichtsabnahme über unterschiedliche und kumulative Vorteile, wenn es darum geht, das Typ-2 Diabetes Risiko in Schach zu halten.

Die SLU Studie untersuchte inaktive, übergewichtige Männer und Frauen mittleren Alters, die jeweils einer von drei Gruppen zugeordnet wurden, mit dem Ziel ihr Gewicht durch Kalorienreduktion, Bewegung oder beidem um 6 bis 8 Prozent zu senken. Die Wissenschafter hielten dabei die Insulinsensitivität der Patienten fest, ein wichtiger Indikator für das Diabetes-Risiko. Dieser Parameter zeigt, wie effektiv der Körper Insulin verwertet. „Wenn sich der Blutzuckerspiegel in einem normalen Rahmen bewegt, die Insulinempfindlichkeit jedoch zu gering ist, befinden sich viele Patienten auf dem besten Weg in Richtung zu hoher Blutzuckerspiegel und möglicherweise Diabetes Typ-2,“ so Weiss.

 

Diät und Bewegung bei Diabetes bringen positive Effekte auf die Insulinsensitivität

Die Wissenschafter stellten fest, dass Bewegung und Kalorienreduktion positive Effekte auf die Insulinsensitivität hatten. Interessant war, dass die Verbesserung bei Teilnehmern, die beide Maßnahme ergriffen – Bewegung und eine Diät – im Vergleich zu jenen die nur eine der beiden Maßnahmen umsetzten, etwa doppelt so hoch war.

Die Studie zeigt also, dass die Kombination einer kalorienreduzierten Kost mit Bewegung bei Diabetes einen additiven Effekt auf die Glukoseregulation haben.

„Die Bewegungs-Gruppe diente in gewisser Weise als Kontrollgruppe. Es war bereits bekannt, dass Bewegung zu einer besseren Glukoseregulation führt, sowohl durch Gewichtsverlust al auch durch Mechanismen unabhängig davon, “ erklärt Weiss. „Verliert man also kein Gewicht, hilft es sich zu bewegen.“

„Auf der anderen Seite wird häufig angenommen, dass die Kalorienreduktion die Glukoseregulation verbessert, und zwar aufgrund der dadurch stattfindenden Gewichtsreduktion.“ Umso überraschter waren die Wissenschafter festzustellen, dass bewegungsbedingter Gewichtsverlust, gegenüber jenem durch Kalorienreduktion, zu keiner zusätzlichen Verbesserungen der Glukoseregulation führt. “Wir stellten fest, dass Kalorienreduktion, sowie auch Bewegung, über mehr Vorteile verfügen als lediglich jene die mit Gewichtsverlust verbunden sind,” so Weiss.

In diesem Fall würde man davon ausgehen, dass die Kombination Bewegung und Kalorienreduktion zu noch besserer Glukoseregulation führt, als die Umsetzung nur einer dieser Maßnahmen. Dies wurde durch die dritte Teilnehmergruppe, die sowohl kalorienreduziert aß und sich gleichzeitig bewegte, bestätigt.

„Dies scheint zwar für viele auf der Hand zu liegen, dennoch gibt es viele Menschen die glauben, solange sie ein gesundes Gewicht haben, sei es egal was und wie viel sie essen. Und andere wiederum gehen einer sinnvollen Ernährung nach, bewegen sich aber nicht,“ so Weiss. „Die aktuelle Studie zeigt, dass man seine Gesundheit durch Bewegung und der richtigen Kalorienzufuhr deutlich verbessern kann.“

Quellen: http://www.slu.edu/x105544.xml
Weiss EP, Albert SG, Reeds DN, Kress KS, Ezekiel UR, McDaniel JL, Patterson BW, Klein S, Villareal DT. Calorie Restriction and Matched Weight Loss From Exercise: Independent and Additive Effects on Glucoregulation and the Incretin System in Overweight Women and Men. Diabetes Care. 2015 Apr 15. pii: dc142913. 

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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