Diabetisches Makulaödem – Therapie

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Diabetisches Makulaödem – die Therapie mit Medikamentenapplikation in den Glaskörper des Auges hat die Lasertherapie als Goldstandard abgelöst.

Zu den häufig auftretenden Komplikationen bei Diabetes mellitus gehören Veränderungen am Augenhintergrund – unter dem Begriff diabetische Retinopathie werden verschiedene Netzhauterkrankungen des Auges zusammengefasst. Das Auftreten dieser diabetischen Retinopathie ist bei Diabetikern nur eine Frage der Zeit – so die vorherrschende Meinung. Je später man an Diabetes erkrankt, umso geringer ist das Risiko für Komplikationen der Augen. Eine dauerhafte Beeinträchtigung beim Sehen tritt auf, wenn die durch den Diabetes hervorgerufenen Veränderungen den Bereich der Makula betreffen. Ein Diabetisches Makulaödem betrifft fast jeden zehnten diabetischen Patienten, sogar zur Erblindung kann ein derartiges diabetisches Makulaödem, das mit DMÖ abgekürzt wird, führen kann.

Die frühzeitige Erkennung und Behandlung einer diabetischen Augenerkrankung stellt die Basis zur Verhinderung von Blindheit infolge von Diabetes dar. Die Früherkennung von beginnenden Veränderungen der Netzhaut wird durch neue bildgebende Verfahren wie die Fluoreszenzangiographie und die Optische Kohärenztomographie (OCT) einfacher gemacht, wodurch sekundenschnell krankhafte Netzhautveränderungen sichtbar gemacht werden.

 

Spätschaden durch Diabetisches Makulaödem

Netzhauterkrankungen bei Diabetikern treten vor allem dann auf, wenn die Erkrankung nicht ausreichend internistisch eingestellt ist, wodurch Diabetes bedingte Spätschäden überhaupt erst entstehen. Durch Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten können solche Spätschäden am Auge in vielen Fällen verhindert werden.

Dennoch sollte jeder Diabetiker seine Augen einmal jährlich beim Augenarzt untersuchen lassen. Sollten aber bereits Sehproblemen manifestiert sein, sollte sofort der Arzt aufgesucht werden, denn langfristige Netzhautschädigungen können kaum repariert werden. Kontrollen der Augen sind jedenfalls auch bei vollkommener Beschwerdefreiheit erforderlich, vor allem weil die diabetische Retinopathie anfangs meist symptomlos verläuft.

 

Diabetisches Makulaödem – Therapie

Der neu Goldstandard ist die intravitreal Medikamentenapplikation in den Glaskörper des Auges, wofür sich mehrere Behandlungsoptionen anbieten. Bei etwas älteren Betroffenen werden monoklonale Antikörper ins Auge gespritzt. Diese setzen an verschiedenen Punkten der Freisetzung und Produktion des Wachstumsfaktors Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) an, was eine Abnahme des Ödems zur Folge hat. Dieser Effekt ist aber zeitlich begrenzt.

Ein weitere Option ist es, ein Kortikosteroid in den Glaskörper des Auges zu spritzen. Damit werden die krankhaften Entzündungsprozesse bei einem diabetischen Makulaödem unterdrückt, was zu raschem Ödemrückgang und so zu einer schnellen aber auch langfristigen Verbesserung der Sehkraft führt.

Noch vor nicht all zu langer Zeit war die Lasertherapie Goldstandard in der Therapie des diabetischen Makulaödem. Dabei werden schwachenergetische Laserherde auf die pathologischen Netzhautareale gerichtet, wobei der Effekt nach mehreren Tagen einsetzt.

Wichtig für die Therapie diabetischer Augenerkrankungen ist ein interdisziplinäres gemeinsames Vorgehen von Augenärzten und Diabetologen, was zur Steigerung der Lebensqualität des betroffenen Diabetikers und zu reduzierten Behandlungskosten führt.

Chen E, Looman M, Laouri M et al. Burden of illness of diabetic macular edema: literature review. Curr Med Res Opin 2010; 26: 1587–1597.

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Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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