DGK-Herztage 2018 in Berlin – positive Bilanz

0

Mit einem neuen Rekord von etwa 3.300 Teilnehmer und positiver Bilanz gingen die DGK-Herztage in Berlin (vom 11. bis 13. Oktober 2018) stattfanden, zu Ende.

Fast 3.300 Teilnehmer nutzten die DGK-Herztage, die von Donnerstag bis Samstag in Berlin stattfanden, für fachlichen Austausch und Weiterbildung. Diskutiert wurden die beeindruckenden Ergebnisse der modernen Herz-Medizin, aber auch praxisbezogene Trainingseinheiten waren ein wichtiger Bestandteil der Tagung.

Wie Prof. Hugo Katus aus Heidelberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) bilanzierte, verstarben vor einem Vierteljahrhundert noch 325 pro 100.000 Bewohner Deutschlands an einer der vier häufigsten Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz, Angina Pectoris, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen), bis 2014 sank diese Zahl um 21 Prozent auf 256. Um die Fortschritte der Herz-Kreislauf-Medizin auch in Zukunft noch patientengerechter weiterzuentwickeln, sind kontinuierliche Anstrengungen nötig, auch künftigen Ärzte adäquate Weiterbildungsformate zu bieten, hieß es auf den DGK-Herztagen.

Wichtige Themen der DGK-Herztage in Berlin:

  • Besonders erfolgreich hat sich der „Basic Science“-Bereich der Herztage entwickelt, in dessen Rahmen junge Mediziner zusätzliche Qualifikationen in der Grundlagenforschung erwerben können. In diesem speziellen Programm-Bereich wurden Themen behandelt wie zelluläre und molekulare Mechanismen der Gefäßmedizin, Impulse aus der RNA-Forschung für die Herz-Medizin, sowie sich aus der Grundlagenerforschung ergebende mögliche neue Strategien für die Behandlung von Herzschwäche. Zahlreiche junge Wissenschaftler präsentierten die Ergebnisse ihrer Arbeiten.
  • Das minimalinvasive Verfahren (TAVI), bei dem der Klappenersatz per Katheter und ohne chirurgischen Eingriff durchgeführt wird, wird zunehmend nicht nur für sehr alte und multimorbide Patienten in Betracht gezogen. Neue Studien zeigen, dass auch bei Menschen mit niedrigem Risiko die interventionelle Therapie der herkömmlichen herzchirurgischen Operation nicht nur hinsichtlich Komplikationshäufigkeit, sondern auch funktionell gleichwertig bzw. zum Teil sogar überlegen ist.
  • Als wirksamere Methode als Medikamente etabliert sich bei Rhythmusstörungen die Katheter-gestützte Verödungstherapie („Katheterablation“): In erfahrenen Zentren verschwinden die Rhythmusstörungen nach der Ablation bei mehr als 80 Prozent der Patienten vollständig. Besonderen Nutzen bringt die Ablation Menschen mit Vorhofflimmern, die an einer Herzschwäche leiden. Das spiegelt sich auch in entsprechend steigenden Anwendungs-Zahlen wider.
  • Die Zahl der Studien und Publikationen sowie das verfügbare Wissen in der modernen Herzmedizin vervielfachen sich in rasantem Tempo. Und immer mehr Therapien kommen immer mehr Patienten zugute. Das erfordert ein hohes Maß an fachlicher Expertise, die auch laufend aktualisiert werden muss. Die DGK sorgt mit ihrer Akademie dafür, dass bestqualifizierte Herzmediziner hohe Standards in der Patientenversorgung sicherstellen.
  • Eine Erweiterung dieser Anstrengungen findet in der zusätzlichen Etablierung einer Akademie für Digitale Kardiologie ihren Ausdruck, in der vermehrt die Entwicklung und Anwendung moderner IT Möglichkeiten vermittelt werden soll.
  • Das hohe Niveau der Herzmedizin in Deutschland gilt es nicht nur zu halten, sondern es besteht angesichts der Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin Handlungsbedarf. Die DGK befürwortet neben einer Reihe anderer Maßnahmen auch eine sinnvolle Nutzung von Eingriffs-Mindestzahlen als Element der Qualitätssicherung. Die verständliche Diskussion zu dem Thema wurde zu den relevanten, auch neuen Diagnose- und Therapieverfahren intensiv weitergeführt.
  • Leitlinien haben sehr deutlich zu den Erfolgen der modernen Herz-Medizin beigetragen. Der vergleichsweise junge Ansatz der „Partizipativen Entscheidungsfindung“ wird die leitlinienbasierte Kardiologie in Zukunft zunehmend durch eine vom Patienten bewusst mitbestimmte Individualisierung ergänzen, so DGK-Präsident Prof. Katus: „Technische Unterstützung finden diese Anstrengungen in der Entwicklung und Verfügbarmachung von einschlägigen medizinischen APPs, die den Wissensstand unterstützen und das Vorgehen auch individuell standardisieren helfen.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

Share.

About Author

MEDMIX Newsroom

Aktueller Dienst der MEDMIX Redaktion

Comments are closed.