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MEDMIX 05/2009

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Rezeptfreie »Pille danach«
Die Verordnung könnte vom Gesundheitsminister relativ rasch erlassen werden. Man warte aber noch auf die Empfehlung der Rezeptpflichtkommission.
Seit dem Jahr 2000 ist die »Pille danach« in Österreich zugelassen, gerade bei Notfällen war das Medikament bisher wegen der Rezeptpflicht schwer erhältlich. Die Erfolgsquote dieses Verhütungsmittels hängt stark vom Zeitpunkt der Einnahme ab. Geschluckt werden muss die erste der Tabletten spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr, die zweite zwölf Stunden danach. In einer Packung befinden sich zwei Tabletten, in denen je 0,75 Milligramm des Gestagens Levonorgestrel enthalten sind. Das Gestagen verhindert abhängig vom Zyklustag der Frau den Eisprung oder mit einer Zuverlässigkeit von 98 Prozent die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter. Sowohl die WHO als auch der Oberste Sanitätsrat haben sich bereits vor Jahren für die Freigabe des Verhütungsmittels ausgesprochen. Die »Pille danach« ist derzeit in Ländern wie Belgien, Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Lettland, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweden oder Großbritannien rezeptfrei zugänglich.

Große Mehrheit für ­rezeptfreie ­Zulassung
Die Österreicher begrüßen mit großer Mehrheit die Initiative. Gleich 78 Prozent sprechen in einer »Oekonsult«-Umfrage (Sample 1.013) von einem mutigen und begrüßenswerten Vorstoß. Vier von fünf Österreichern erwarten, dass durch diese Maßnahme die Zahl der Abtreibungen zurückgehen wird. An mehr ungeschützten Sex durch die rezeptfreie »Pille danach« glauben die Befragten nicht.
Als Ersatz für Verhütungsmittel sehen die Österreicher das Präparat ohnehin nicht. 87,5 Prozent der Befragten empfinden die »Pille danach« als »Notfallmedikament«. 78 Prozent sind der Meinung, dass die Abgabe mit einer umfassenden Informationsbroschüre verbunden sein sollte. Die Mehrheit ist dafür, dass in der Apotheke eine eingehende Beratung stattfindet. Ein Mindestalter für die »Pille danach« halten die Österreicher nicht für nötig. 89 Prozent stimmen der These zu, dass dies sinnlos wäre, weil jede 13-Jährige eine 18-Jährige kenne, die ihr das Präparat besorgen könnte.

Neue »Pille danach«
Eine »Pille danach«, die noch bis zu fünf Tage nach dem Verkehr eingenommen werden kann, ist jetzt in Deutschland erhältlich. Die Wirksamkeit von Ellaone® lasse – so der Hersteller – innerhalb von fünf Tagen nicht nach, sondern bleibe in gleicher Höhe erhalten. Der Preis des Präparats ist rund doppelt so hoch wie bei den bisherigen Mitteln. Die einmalige Einnahme einer Tablette von Ellaone® hemmt die Reifung der Eizelle und den ­Eisprung. Wie bei der bisherigen »Pille ­danach« wird eine bereits bestehende Schwangerschaft nicht abgebrochen. In Österreich ist Ellaone® zwar zugelassen, aber noch nicht am Markt (Stand 13.11.09).

Quelle: Österreichische Apothekerzeitung www.oeaz.at

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