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MEDMIX 05/2009

MEDMIX 05/2009
MEDMIX 05/2009
Behandlung der Gonarthrose
Gonarthrose oder auch Kniegelenksarthrose ist der (vorzeitige) Verschleiß bzw. Abrieb der knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenks, daraus resultieren in fortgeschrittenen Stadien eine starke Leistungsminderung des Kniegelenks und Schmerzen im Knie. Neben der natürlichen Abnutzung sind es vorwiegend langfristige übermäßige Belas­tungen wie Joggen oder berufliche Tätigkeiten im Knien, durch die die Abnützung vorangetrieben wird. Eine Achsabweichung (ugsprl. so genannte X- oder O-Beine), Vorerkrankungen wie rheumatoide oder bakterielle Arthritis, Gelenks­dys­plasien oder auch durchgemachte Verletzungen des Kniegelenks können ebenso zur Entstehung von Gonarthrose beitragen, wie Übergewicht/ Adipositas, endokrine Faktoren und Stoffwechselerkrankungen.
Das Ziel einer Therapie ist die Erhöhung bzw. Wiederherstellung der Lebensualität, einerseits durch Schmerzlinderung, anderserseits durch eine Erhöhung der Beweglichkeit und Gehleistung sowie eine Verzögerung des Fortschreitens der Gonarthrose. Eine mögliche Therapieoption stellt die Injektion von Hyaluronsäure dar, ­einem wichtigen, natürlichen Bestandteil des Bindegewebes und Hauptbestandteil der Gelenksflüssigkeit, dem »Schmiermittel« aller Gelenkbewegungen. Die Injektion von Hyaluronsäure in den Gelenksspalt zeigte sich in Studien als wirksam und wurde von der European League against Rheumatism (EULAR) in das empfohlene Therapiemanagement aufgenommen. Die Substanz gehört neben Glykosaminen, Chondroitinen u.a. zu den  Sys­temic Slow Acting Drugs in Osteo­Arthtritis (SYSADOA) und wird zusammen mit einer symptomatischen Therapie (z.B. mit NSAR) in die 1. Therapiestufe der Gonarthrose  eingeordnet.

Im Interview berichtet Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Friedrich über den Einsatz der Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose.

Welchen Stellenwert haben Hyaluronsäure-­Injektionen für die ­Behandlung der Kniegelenksarthrose ­(Gonarthrose)?
Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin ­Friedrich: Hyaluronsäureinfiltrationen gehören für mich zur Standardbehandlung von geringen und mittelgradigen Gonarthrosen.

Ab welchem Alter ist der Einsatz von Hyaluronsäure sinnvoll?
Prof. Friedrich: Bei bestehendem Knorpelschaden sehe ich den Einsatz von Hyaluronsäure unabhängig vom Alter.

Kann diese Substanz auch nach Operationen ­eingesetzt werden?
Prof. Friedrich: Auch nach Operationen am Arthroseknie, bei welchen kein Knorpelersatz erfolgt (keine Endoprothese, kein Schlitten) und ein Knorpelschaden besteht, kann Hyaluronsäure eingesetzt werden.

Welche Patienten sollten nicht mit Hyaluronsäure ­therapiert werden?
Prof. Friedrich: Patienten mit Allergien bzw. Unverträglichkeiten gegenüber Hyaluronaten, bei jeglichen Hinweisen auf bakterielle Arthritis oder Immundefekte und natürlich bei fehlender Indikation sollten keine Infiltrationen mit Hyaluronsäure durchgeführt werden.

Können auch andere ­Gelenke mit dieser Substanz behandelt werden?
Prof. Friedrich: Grundsätzlich können alle Gelenke mit degenerativen Knorpelschäden behandelt werden.

­Welche Alternativen zu ­dieser Substanz gibt es?
Prof. Friedrich: Es kann die ganze Palette der übrigen Methoden von Glucosamin- bzw. Chondroitinsulfat über Physiotherapie und Muskelkräftigung bis zur Verordnung eines Pufferabsatzes eingesetzt werden.

www.oss.at

Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Friedrich­
Abteilung f. Orthopädische ­Schmerztherapie Spine Unit, Center of Excellence for Orthopaedic Pain management Speising (CEOPS),
Orthopädisches Spital Speising GmbH


Osteoporose-Faktor reguliert Fieber

Das Team rund um Prof. Josef Penninger vom Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften lieferte neue Forschungserkenntnisse zu einem Rezeptor-Liganden-System namens RANK/RANKL. Schon aus früheren Forschungsarbeiten war bekannt, dass dieses System den Knochenstoffwechsel zentral reguliert. Das Protein RANK und sein Rezeptor RANKL sind unter anderem für die Umverteilung von Kalzium über die Muttermilch zum Baby, für die Entmineralisierung des Knochensystem durch bestimmte Tumore und für die Entstehung von Osteoporose verantwortlich.
Nun kamen neue Interaktionsbereiche dieses Systems zutage: RANK/RANKL wurde als zentraler Temperaturregulator im Gehirn identifiziert. „Wir forschen seit 10 Jahren am System RANK/RANKL und dachten, fast alles darüber zu wissen. Wir hatten keinen Grund, einen Einfluss auf die Körpertemperatur zu vermuten. Der Zusammenhang mit Fieber kam für uns völlig überraschend“, zeigt sich Prof. Penninger über die neuen Erkenntnisse seines Teams begeistert.

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