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MEDMIX 05/2009

MEDMIX 05/2009
MEDMIX 05/2009
Interview: Herzinsuffizienz aktuell
Am 23. Jänner 2010 findet im Wiener Museumsquartier bereits das 10. Consensus Meeting  der AG für Herzinsuffizienz statt. Was war die Motivation für die Einführung der jährlich stattfindenden Meetings und worauf liegt deren Fokus?
Univ.-Doz. Dr. Martin Hülsmann: Das Consensus-Meeting Herzinsuffizienz hat es sich vor zehn Jahren zur Aufgabe gemacht, einen jährlichen Überblick über den aktuellen Stand des Wissens auf dem Gebiet der Herz­insuffizienz zu geben. Aufgrund der zunehmenden Kenntnisse der Erkrankung gelingt es bereits seit Jahren nicht mehr, einen vollständigen Überblick an einem Vormittag zu vermitteln. So wurde zusehends der Schwer­punkt einerseits auf aktuelle Veränderungen (neue Studienergebnisse) gelegt, andererseits werden blitzlichtartig Schwerpunkte behandelt.

Welche Zielsetzungen verfolgt die AG für Herzinsuffizienz mit den Consensus-Meetings Herzinsuffizienz?
Doz. Hülsmann: Hauptziel ist es, den niedergelassenen Kollegen ein direkt anwendbares Wissen zu vermitteln. Besonderen Raum bieten wir einer breiten Diskussion, welche seit Jahren auch gut angenommen wird. So haben wir nicht nur einen konstanten Stamm immer wiederkehrender Kollegen, sondern auch stetig wachsende Besucherzahlen. Dem versuchen wir Rechnung zu tragen, indem die Themenwahl den Besuchern überlassen wird. Das Publikum von 2008 hat sich für die Rhythmusproblematik stark gemacht, weshalb am diesjährigen Meeting das Thema »Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen« auf dem Programm steht. Dieses Thema ist von großer Relevanz, da sowohl atriale als auch ventrikuläre Rhythmusstörungen ein häufiges und bedeutendes Problem in der Kardiologie darstellen.

Können Sie uns einen kurzen Überblick über die bisher behandelten Themengebiete geben?
Doz. Hülsmann: Da sich herzinsuffiziente Patienten oft im Spannungsfeld verschiedener Erkrankungen befinden, wurde in den letzten Jahren vor allem auch die Behandlung von Ko-Morbiditäten (Diabetes, Niere, Hypertonie) ausführlich angesprochen. Hierbei handelt es sich  oft um synergistische Erkrankungen, die durch intelligente Therapieschemata aber oft gleichzeitig behandelt werden können. Auch Schnittstellenproblematiken wurden bereits intensiv diskutiert. Darüber hinaus ist in den letzten Jahren sehr viel Bewegung in die Therapieansätze gekommen (Vorhofflimmern – Rhythmus- vs. Frequenzkontrolle; Dronedarone bei Vorhofflimmern; Ivabradine in der Herzinsuffizienz). Technische Unterstützungssysteme wie CRT (Kardiale Resynchronisationstherapie), Optimizer und vor allem auch der AICD (Automatischer implantierbarer Kardioverter/Defibrillator) werden wieder in einem neuem Licht gesehen. Einerseits werden die Indikationen erweitert, andererseits werden neue Caveats aufgezeigt. Auch hier soll ein besonderes Augenmerk auf die österreichische Situation geworfen werden. Die erwähnten Devices bieten erste Ansätze für eine telemedizinische Beobachtung der Patienten. Inwieweit hier ein Interesse von Seiten der niedergelassenen Kollegen besteht, kann sicher zu einer reizvollen Diskussion führen.

Welche Erwartungen haben Sie für die Zukunft?
Doz. Hülsmann: Auch wir lernen auf dieser Veranstaltung sehr viel über die Bedürfnisse im extramuralen Bereich und nehmen damit sehr viel für die Zielentwicklung unserer Projekte mit. Es ist also ein gegenseitiger Austausch, von dem wir hoffen, dass er auch in Zukunft weiter so gut angenommen wird.

Univ.-Doz. Dr. Martin Hülsmann
Universitätsklinik für
Innere Medizin II
Währinger Gürtel 18–20,
1090 Wien
martin.huelsmann@meduniwien.ac.at

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