Depressive Ehepartner von Schlaganfall-Patienten

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Depressive Ehepartner von Schlaganfall-Patienten leiden oft darunter, dass Schlaganfall-Patienten ihren aktuellen Gesundheitszustand meist unterschiedlicher und unrealstisch sehen.

Bei einer neuen Studie der sozialwissenschaftlichen Forschungsabteilung der Universität von Cincinnati wurde im Juni dieses Jahres herausgefunden, dass wenn Schlaganfall-Patienten und ihre Ehepartner sich uneinig über den Genesungsprozess sind, es eine höhere Wahrscheinlichkeit gibt das der pflegende Ehegatte bzw. die pflegende Ehegattin Depressionen oder emotionalen Stress erleidet.

 

Aktuelle Studie mit Schlaganfall und depressive Ehepartner

Der Assistenzprofessor Michael McCarthy und seine Mitverfasserin Karen Lyons von der medizinischen Hochschule in Oregon interviewten für diese Studie 35 Paare, von denen einer in den letzten 3 Jahren einen Schlaganfall erlitten hat.

In verschiedenen Sitzungen diskutierten die Schlaganfall-Patienten und ihre Ehe-Partner den Erholungsprozess in Hinblick auf die täglichen Aufgaben, die Erinnerung bzw. das Gedächtnis und die Problemlösungskompetenzen – diese Untersuchung war die erste ihrer Art in diesem Zusammenhang.

 

Pflegende depressive Ehepartner häufig pessimistischer

Sowohl die quantitativen als auch die qualitativen Daten der Untersuchung zeigten, das Ehe-Partner den Erholungsfortschritt deutlich schlechter als die Schlaganfall-Patienten selbst einschätzen. Diese Diskrepanz war bei den Ehe-Partner mit Depressionen und emotionalen Stress verbunden.

„Wir fanden heraus, dass Ehegatten bzw. Ehegattinnen den Erholungsprozess deutlich schlechter bewerten als der Überlebende bzw. die Überlebende und dass diese Diskrepanz depressive Symptome bei dem Ehegatten bzw. der Ehegattin auslöst“, sagte McCarthy.

 

Depressive Ehepartner durch unterschiedliche Sichtweisen des Krankheitszustandes

„Also wenn zum Beispiel die Ehefrau einen Schlaganfall erleidet und glaubt, dass sie immer noch fähig wäre mit dem Auto zu fahren– aber ihr Ehemann glaubt das nicht –, so ist dieser Unterschied in der Wahrnehmung eine Vorhersage von emotionalen Stress des Ehemanns. Wir waren in der Lage, verschiedene Arten von Sorgen und Stress – welchen pflegenden Ehe-Partnern erfahren –zu definieren und mit dem Studienergebnis zu verbinden,“ erklärte McCarthy.

Er fügt hinzu, dass das Ausmaß der Diskrepanz der Wahrnehmungen zwischen dem Schlaganfall-Patienten und seines pflegenden Ehe-Partners der Schlüssel ist, um etwaige Depressionen auf Seiten des Ehe-Partners vorherzusagen – was sich in weiterer Folge aber auch sehr negativ auf den Schlaganfall-Patienten auswirkte.

McCarthy fand durch die Daten auch heraus, dass Ehefrauen empfänglicher für die Sorgen des pflegenden Partners waren, als dies bei umgekehrter Geschlechtsverteilung der Fall war.

 

Gesundheitsrisiko für pflegende Angehörige

Die Studie von Oregon unterstrich die Annahme, dass bei Betreuern von Schlaganfall-Patienten höhere Depressionsraten gegeben sind als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Es wird auch vermutet. dass sie ein höheres Risiko haben, selbst einen Schlaganfall zu erleiden bzw. frühzeitig zu sterben. Für die mentale Gesundheit des Pflegers hat dies tiefgreifende Konsequenzen, warum hier Gegenmaßnahmen notwendig wären.

McCarthy hofft, das diese Studie der sozialen Fürsorge und anderen Reha-Praktikern, welche mit Schlaganfall-Patienten arbeiten, helfen kann. Insgesamt meint er, dass die Gesundheitspflege den Fokus erweitern muss: von einer ausschließlichen Fokussierung auf den Betroffenen hin zur starken Einbeziehung des Ehepartners.

Grundsätzlich – so McCarthy – brauchen depressive Ehepartner von Schlaganfall-Patienten ebenso viel Zuwendung beziehungsweise psychischen Beistand, wie der Patient selbst. Wenn nicht sogar noch mehr. Man muss beide Partner in den Genesungsprozess einbeziehen, um ihre Erwartungen und Vorstellung anzugleichen und so bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen. Dies ist ein wichtiger Hinweis für die behandelten Ärzte bzw. anderen Experten.

Quelle zu Schlaganfall und depressive Ehepartner:

http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/13607863.2014.913551?journalCode=camh20#.VexMNmTtlBc

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24831861

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