Depressionen bei LGBT Jugendlichen

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Der LGBT-Community zugehörige Jugendliche sind in der Regel viel häufiger gestresst und deprimiert beziehungsweise depressiv als die restliche Bevölkerung.

LGBT sowie auch GLBT und LSBTTIQ sind aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzungen für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. Also für Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie Transgender. Jüngste Untersuchungen haben für LGBT-Jugendliche – im Gegensatz zu heterosexuellen Jugendlichen – eine viermal so hohe Suizid-Wahrscheinlichkeit festgestellt.

 

LGBT-Jugendliche sind öfter gestresst und depressiv

Unlängst haben nun Wissenschaftler an der University of Missouri School of Medicine untersucht, welche Rolle Resilienz – Belastbarkeit – bei der Auslösung von Stress und Depressionen bei Erwachsenen und Jugendlichen der LGBT-Community spielt. Dabei wurde festgestellt, dass die Jugendlichen einen niedrigeren Resilienz-Level als im Erwachsenenalter aufweisen.

Die Forscher empfehlen, dass Betreuungspersonen, Schulberater und Gesundheitsexperten Resilienz-basierte Programme und Strategien verwenden, um die psychische Gesundheit der LGBT-Jugendlichen schon früher in ihrem Leben zu verbessern.

„Das Outing als Homosexueller, Lesbe, Bisexueller oder Transgender trifft oft auf negative Reaktion im persönlichen Umfeld.“ So argumentiert Jane A. McElroy, Professor in der Abteilung für Family and Community Medicine und führende Autorin der Studie. „Resilienz ist die Fähigkeit, sich gegen Stressfaktoren und die Rückkehr von Widrigkeiten zu schützen.“

 

5.000 Studienteilnehmer und deren Belastbarkeit untersucht

McElroy und ihre Kollegen sammelten Befragungen von mehr als 5.000 LGBT. Sie fanden heraus, dass in dieser Gruppe Jugendliche weniger belastbar und stattdessen häufiger depressiv als die Erwachsenen waren. Die Forscher meinten, Ihre Ergebnisse legten nahe, dass sich Resilienz mit dem Alter steigern kann. Die Entwicklung von entsprechenden Programmen zur Stärkung ihrer Belastbarkeit kann Jugendlichen helfen ihre psychische Gesundheit viel früher im Leben zu verbessern.

„Die Stigmatisierung, Vorurteile, Mikro-Aggressionen und Diskriminierung, die viele in der LGBT-Gemeinschaft erfahren, können Auslöser für Stress sein. Die erhöhen damit das Risiko für Depressionen enorm,“ sagte McElroy. „Resilienz-basierte Programme können helfen, die oft mit dem Outing verbundenen negativen Stressoren zu bewältigen. Sie helfen auch dem Einzelnen die Vorteile dieser LGBT-Gemeinschaft wie erhöhte soziale Unterstützung und Gruppensolidarität in Anspruch zu nehmen“.

Für die Zukunft plant McElroy Interventionsstrategien zu entwickeln, die die Belastbarkeit der jungen LGBT-Erwachsenen steigern können, indem man ihnen zeigt, wie sie ihre emotionalen Reaktionen an schwierige Situationen anpassen können.

„Indem man Jugendliche lehrt, wie sie den Prozess des ‚out seins‘ abhandeln können und Herausforderungen als Chance zu wachsen sind solche möglichen Interventionsstrategien“ sagte McElroy. „Social Media Websites, College Campus und Community-Ressource-Zentren sind mögliche Wege, die Resilienz-basierte Interventionen zu führen.“

Quelle:

The Association of Resilience, Perceived Stress and Predictors of Depressive Symptoms in Sexual and Gender Minority Youths and Adults. Psychology & Sexuality.

Universität von Missouri-Columbia

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Manfred Karner

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