Das ideale Antidepressivum finden

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Das ideale Antidepressivum sollte möglichst rasch bei geringer Nebenwirkungsrate sowohl in der akuten Phase als auch in der Langzeitbehandlung helfen.

Millionen Menschen leiden an jedem beliebigen Stichtag in den deutschsprachigen Ländern an einer mehr oder weniger ausgeprägten Depression. Depressionen stellen auch den mit Abstand größten Risikofaktor für Suizide da. Sehr häufig findet man Depressionen auch als Begleitphänomen bei Schlaganfällen, Epilepsien, Multipler Sklerose, Morbus Alzheimer oder Morbus Parkinson. Häufig ist eine adäquate Behandlung dieser Depression mit einem Antidepressivum oder auch einer Kombinationstherapie mit mehreren Wirkstoffen und vor allem auch mit psychotherapeutischen Maßnahmen ganz entscheidend für den weiteren Verlauf der Grunderkrankung.

 

Das ideale Antidepressivum

Das ideale Antidepressivum sollte möglichst rasch möglichst allen Betroffenen bei möglichst geringer Nebenwirkungsrate sowohl in der akuten Phase als auch in der Langzeitbehandlung helfen. Bei der Auswahl des Antidepressivums ist die Vorerfahrung – sowohl des Patienten als auch des Behandelnden – von großer Bedeutung. Dabei ist es entscheidend, dass die am Therapieprozess beteiligten Personen über den Wirkmechanismus Bescheid wissen.

In sehr vielen Krankheitsfällen muss die Auswahl auch über das Nebenwirkungsprofil im Sinne von Nebenwirkungen, die unter keinen Umständen auftreten dürfen, getroffen. Sehr oft sind beispielsweise gastrointes­tinale und sexuelle Nebenwirkung relevant, aber auch Gewichtszunahmen und Müdigkeit sind von Bedeutung. Vor allem im außerstationären, ambulanten Bereich sind sogenannte SSRI – Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI = Selective Serotonin Reuptake Inhibitor) – zumeist Mittel der ersten Wahl.

Bei Nichtansprechen eines Wirkstoffes ist der Umstieg auf ein Antidepressivum mit einem anderen, komplexeren Wirkmechanismus sinnvoll. Hier spielen heute vor allem auch die SNRI –Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI = Selective Serotonin-Noradrenalin-Reuptake-Inhibitor) – eine wichtige Rolle.

Essentiell sind nach wie vor eine rasche und richtige Diagnosestellung sowie eine ausreichend lang andauernde und ausreichend hoch dosierte Therapie. Sehr entscheidend ist es auch, ein großes Augenmerk auf die Compliance, die zumeist beunruhigend niedrig ist, zu legen. Dabei ist wichtig, schon im Vorfeld über Nebenwirkungen zu sprechen.

Primär als Monotherapie

Primär sollte ein Antidepressivum als Monotherapie zum Einsatz kommen. Bei Therapieresistenz können Kombinationen sinnvoll sein, wobei hier die Expertise des behandelnden Arztes von höchster Wichtigkeit ist.

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Axel Rhindt

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