Crosslinking: Hornhautvernetzung bei Keratokonus

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Für die Therapie des Keratokonus, einer Hornhautverformung, ist das Crosslinking ein sicheres Verfahren, das grundsätzlich mit sehr guten Ergebnissen punkten kann.

In unseren Breiten leidet etwa einer von 2.000 Menschen an einer Keratokonus. Keratokonus ist eine fortschreitende Hornhauterkrankung, bei der sich zunehmend die Hornhaut des Auges verformt. Augenärzte sprechen von einer immer stärker werdenden Ausdünnung und kegelförmigen Verformung der Hornhaut, die praktisch immer auf beiden Augen auftritt. Grundsätzlich sehen die Betroffenen im Verlauf der Erkrankung immer schlechter. Tatsächlich sind sie früh auf Spezialkontaktlinsen angewiesen und benötigen auch nicht selten eine Hornhauttransplantation. Das ist auch deswegen besonders dramatisch, weil der Keratokonus meist schon bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftritt. Nun hat der Gemeinsame Bundesausschuss für Deutschland beschlossen, dass zukünftig Crosslinking – eine Hornhautvernetzung mit UV-Therapie – eine Kassenleistung ist.

 

Crosslinking – wie die Hornhautvernetzung funktioniert

Crosslinking – die sogenannte Hornhautvernetzung ist das einzige Therapieverfahren, das eine Hornhautverformung und der damit einhergehende Sehverlust aufhalten kann.

Beim der Hornhautvernetzung wird die Hornhaut mit Vitamin B2 (Riboflavin) beträufelt und anschließend mit UV-Licht bestrahlt. Dies führt zu einer photochemischen Reaktion, bei der sich die Kollagenfasern der Hornhaut neu vernetzen und somit sich das Hornhautgewebe stabilisiert.

 

Crosslinking hilft geeigneten Patienten

Aktuelle Nutzenbewertungen zeigen, dass Ärzte das Verfahren bei dafür geeigneten Patienten anwenden sollten. So muss bespielsweise die Hornhautverkrümmung innerhalb von zwölf Monaten um mindestens eine Dioptrie zugenommen haben. Weiters darf für die Behandlung die Hornhaut insgesamt nicht zu dünn sein.

Grundsätzlich ist das Crosslinking derzeit das einzige Behandlungsverfahren, das den Krankheitsverlauf bei Keratokonus verzögern oder sogar aufhalten kann. Augenärzte empfehlen deshalb auch allen Patienten, sich nach Diagnosestellung regelmäßig untersuchen zu lassen, um gegebenenfalls ein Fortschreiten der Erkrankung zu erkennen und diese Therapie zu nutzen.

 

Hornhauttransplantation

Prinzipiell beeinträchtigt die Erkrankung in fortgeschrittenen Stadien das Sehvermögen der Patienten trotz Spezialkontaktlinsen bereits sehr stark. Deswegen kann meistens nur noch eine Hornhauttransplantation helfen. Bei dieser tauschen Chirurgen die beschädigte Hornhaut durch die gespendete Hornhaut eines Verstorbenen aus. Allerdings soll hier der Einsatz des Crosslinking die Notwendigkeit einer Hornhauttransplantation deutlich verringern können.

 

Crosslinking als Krankenkassenleistung

Augenspezialisten können ihren Patienten, die an einem Keratokonus leiden, das Crosslinking als Kassenleistung anbieten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, dass dieses Therapieverfahren künftig von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden soll. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft rät allen Betroffenen, sich untersuchen zu lassen, ob sie für diese Behandlung in Frage kommen.

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft www.dog.org

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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