Craniomandibuläre Dysfunktion erkennen bei Kopf- und Rückenschmerzen

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Die Craniomandibuläre Dysfunktion ist weitgehend unbekannt, ihr kausaler Zusammenhang mit dem Bewegungsapparat wird auch von Ärzten oft nicht wahrgenommen.

Die Craniomandibuläre Dysfunktion bzw. Fehlfunktion wird von Spezialisten als ein Missverhältnis zwischen dem Schädel (Cranium) und dem Unterkiefer (Mandibula) beschrieben.

Durch Störungen im Zusammenschluss der Zahnreihen – der sogenannten Okklusion –, die durch stressbedingtes Zähneknirschen verursacht werden, kann es zu einer permanenten Reizung eines oder beider Kiefergelenke kommen. Dies kann sogar zu einer schmerzhaften Kiefergelenk-Arthrose führen.

Außerdem verspannt dadurch die Kau- und Schluckmuskulatur sowie die Halswirbelsäulenmuskulatur dauerhaft und die Patienten bekommen schmerzhaft bewegungseingeschränkte Blockierungen im Bereich des 1. und 2. Kopf-Hals-Gelenks. Über die muskulären und neurologischen Zusammenhänge entstehen so Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen bis hin zu Bandscheibenvorfällen im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Oft werden die Patienten dann symptomatisch schmerzbehandelt, doch die Ursache bleibt unerkannt. Es gibt sogar Beispiele, in denen eine Bandscheiben-Operation durchgeführt wurde, die entweder keine oder nur vorübergehende Besserung brachte. Wenn die Zahn-Kiefer-Gelenk-Funktionsstörung nicht beseitigt wird, ist es häufig nur eine Frage der Zeit, bis solche Patienten beispielsweise den nächsten Bandscheibenvorfall bekommen.

 

Craniomandibuläre Dysfunktion interdisziplinär therapieren

Das beschriebene klinische Krankheitsbild, das interdisziplinär zwischen Ärzten der Osteopathischen Medizin und Kieferorthopäden sowie Zahnärzten behandelt werden sollt, nennt sich Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD. Durch eine suffiziente Therapie von Osteopathen und Zahnarzt nebst Regulierung der Kieferstellung geht es den Patienten meist nach 2 bis 3 Wochen besser.

In der Behandlung wird der Patient osteopathisch von allen Funktionsstörungen befreit und Blockierungen beseitigt. Danach sollte sich der Aufbiss und die Kiefergelenk-Stellung in der schmerzfreien optimalen Lage befinden. Sofort nach der Osteopathie macht der Zahnarzt eine Bissnahme am Patienten. Hier betonen Experten die Wichtigkeit, dass der Patient von der Behandlungsliege aufsteht und sofort vom Zahnarzt die Bissnahme bekommt. Denn würde der Behandelte erst in die Praxis des Zahnarztes fahren müssen, würde er auf dem Weg dorthin wieder in seine fehlerhaften Bewegungsmuster zurückkehren und das Kiefergelenk und der Aufbiss wären nicht mehr in der optimalen Lage. Deswegen erfordert diese Therapie ein enges Zusammenspiel von Osteopathischem Arzt und Zahnarzt am gleichen Ort.

Die Bissnahme ist dann die Grundlage für die später hergestellte Aufbiss-Schiene. Jedes Mal, wenn der Patient seine Schiene trägt, wird sein Kiefergelenk in die optimale Position justiert. Nach und nach verändern sich die krankhaft veränderten Muskelketten und Nervenbahnen und der Kopf- oder Rückenschmerz verschwindet dauerhaft.

Nach einigen Osteopathie-Behandlungen und maximal einem halben Jahr Aufbiss-Schienenbehandlung haben sich neue muskuläre Muster im Körper eingeprägt und die Patienten sind auch ohne Aufbissschiene dauerhaft beschwerdefrei. Mit nachstehenden Fragen-Antwort-Check können Ärzte und Patienten überprüfen, ob eine Craniomandibuläre Dysfunktion vorliegt.

Craniomandibuläre Dysfunktion – Check

1) Hat Ihnen Ihr Zahnarzt schon einmal gesagt dass Sie mit den Zähnen Knirschen/Pressen?

  • Nein – 0 Punkte
  • Ja, aber nur leicht – 3 Punkte
  • Ja, angeblich knirsche Ich stark – 5 Punkte

2) Sind Ihre Kauflächen im Seitenzahnbereich abgeschliffen und abgeflacht ?

  • Nein – 0 Punkte
  • Ja, ein wenig – 3 Punkte
  • Ja, sehr stark – 5 Punkte

3) Tragen Sie bereits eine Aufbissschiene wegen Zähneknirschens?

  • Nein – 0 Punkte
  • Ja – 5 Punkte

4) Leiden Sie unter Kopfschmerzen ? (Migräne, episodischem/chronischem Spannungskopfschmerz, cervikogenem Kopfschmerz)

  • Nein – 0 Punkte
  • Ja, an einer dieser Kopfschmerzarten – 3 Punkte
  • Ja, an zwei verschiedenen Kopfschmerzarten – 5 Punkte

5) Leiden Sie unter Halswirbelsäulenbeschwerden ?

  • Nein – 0 Punkte
  • Ja, manchmal – 3 Punkte
  • Ja, oft bis dauernd – 5 Punkte

6) Leiden Sie unter Rückenschmerzen ?

  • Nein, nie – 0 Punkte
  • Ja, bei längerem Sitzen – 2 Punkte
  • Ja beim Gehen und Stehen – 3 Punkte
  • Ja, fast ständig – 5 Punkte

7) Schmerzt Sie Ihr Kiefergelenk beim Kauen ?

  • Nein – 0 Punkte
  • Ja, manchmal – 3 Punkte
  • Ja, meistens – 5 Punkte

8) Knackt Ihr Kiefergelenk beim Öffnen oder Schließen des Mundes?

  • Nein – 0 Punkte
  • Ja, gelegentlich – 3 Punkte
  • Ja, meistens bis immer – 5 Punkte

9) Wachen Sie oft morgens auf mit dem Gefühl gerädert zu sein und haben ein Spannungsgefühl im Kopf?

  • Nein – 0 Punkte
  • Ja, gelegentlich – 3 Punkte
  • Ja, meistens bis immer – 5 Punkte

10) Hatten Sie schon einmal einen Bandscheibenvorfall ?

  • Nein – 0 Punkte
  • Ja – 3 Punkte

11) Wurden Sie schon einmal wegen eines Bandscheibenvorfalls operiert ?

  • Nein – 0 Punkte
  • Ja – 3 Punkte

12) Haben Sie Ihre Weisheitszähne noch ?

  • Nein, alle sind entfernt – 1 Punkt
  • Ja, einen – 2 Punkte
  • Ja, zwei – 3 Punkte
  • Ja, alle – 4 Punkte
  • Ja, drei – 5 Punkte

 

Craniomandibuläre Dysfunktion CMD-Check-Auswertung

0 bis 10 Punkte – Kein Risiko für das Vorliegen einer Craniomandibulären Dysfunktion

  • Höchstwahrscheinlich besteht bei Ihnen keine Craniomandibuläre Dysfunktion. Sollten Sie dennoch Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen haben, liegen die Ursachen dafür voraussichtlich woanders als in Ihrem Kiefergelenk und Zahnbereich. Lassen Sie sich von einem Osteopathischen Arzt, Orthopäden oder Neurologen dennoch unter-suchen falls an Schmerzen leiden. Häufige Ursachen für Rücken-schmerzen sind einfach eine mangelhaft trainierte einseitig belastete Muskulatur. Hierbei schafft ein professionell angeleitetes Krafttraining Abhilfe.

11 bis 20 Punkte – Leichtes Risiko für das Vorliegen einer Craniomandibulären Dysfunktion

  • Sie haben ernst zu nehmende Anhaltspunkte dafür, dass zwischen Ihren Beschwerden und Ihrem Zahn-Kieferbereich ein Zusammenhang besteht. Ihr Körper sendet erste Warnsignale aus. Lassen Sie sich bei einem qualifizierten Osteopathischen Arzt untersuchen.

21 bis 40 Punkte – Erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Craniomandibulären Dysfunktion

  • Vieles spricht bei Ihnen dafür, dass Sie eine Craniomandibuläre Dysfunktion haben. Sie kann die Ursache für Ihre Beschwerden sein und muss erkannt und professionell behandelt werden. Wenden Sie sich an einen qualifizierten Osteopathischen Arzt. 41 bis 56 Punkte Höchste Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer CMD Die Ursache Ihrer Schmerzen ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Kiefergelenksfunktionsstörung mit dem Vollbild einer Craniomandibulären Dysfunktion. Ihr langer Leidensweg kann nun professionell angegangen werden und Sie haben eine sehr gute Chance Ihre Beschwerden dauerhaft zu verlieren, wenn Sie sich jetzt in professionelle Hände begeben. Die „Deutsche Gesellschaft für Chirotherapie und Osteopathie DGCO e.V.“ empfiehlt Ihnen gerne einen qualifizierten Osteopathischen Arzt in Ihrer Nähe.

 


Quelle: Deutschen Gesellschaft für Chirotherapie und Osteopathie (DGCO e.V.)

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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