Cranberries bei Harnwegsinfekten sinnvoll anwenden

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Volksmedizinisch werden Cranberries bei Harnwegsinfekten seit vielen Jahrhunderten genutzt, wobei die sogenannte Kulturpreiselbeere vor Infektionen im Harntrakt und im Magen schützt.

Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts wurden in Amerika Cranberries – auch als Kulturpreiselbeere (Vaccinium macrocarpon) bezeichnet – angebaut. Mit ihren rosa-weißen Blüten und den nach hinten gebogenen Blättern erinnert die Cranberry an den Kopf eines Kranichs. So soll sich der heutige Name durch europäischen Siedlern Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden sein. Sie nannten die Pflanze „Crane Berry“  wie Kranichbeere.

 Die Cranberry-Pflanze wird auf deutsch auch großfrüchtige Moosbeere genannt, Sie gehört zur Gattung der Heidelbeere und zur Familie der Heidekrautgewächse. In der Naturheilkunde haben sich Cranberries bei Harnwegsinfekten seit hunderten von Jahren bewährt.

 

Vor allem ist die vorbeugende Wirkung von Cranberries bei Harnwegsinfekten bedeutend

Der wichtigste Erreger von Harnwegsinfekten ist Escherichia coli. In verschiedenen Guidelines urologischer Fachgesellschaften werden Cranberries als eine präventive Maßnahme empfohlen. In zahlreichen Studien wurden die Wirkmechanismen untersucht und dokumentiert. Die in Cranberries enthaltenen Proanthocyanidine greifen eindringende Kolibakterien an und machen unter anderem aus den normalerweise schlanken, stäbchenförmigen Bakterien kugelartige Gebilde. Folglich verlieren die Erreger die Fähigkeit sich an den Schleimhäuten der Harnwege festzusetzen.

Urogenitale Infektionen meist bakteriell: Bei 75 bis 90% der Harnwegsinfekte ist der Auslöser E.coli. © SARANS / shutterstock.com

Quelle: SARANS / shutterstock.com

Urogenitale Infektionen meist bakteriell: Bei 75 bis 90% der Harnwegsinfekte ist der Auslöser E.coli. © SARANS / shutterstock.com

Diese ungewöhnliche Strategie könnte sogar bei Bakterien funktionieren, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent geworden sind. Allerdings kommt es durch die Wirkstoffe der Cranberry zu keinem aktiven Abtöten vorhandener Keime, weshalb sie auch bei bereits fortgeschrittenen Infektionen nicht ausreichend wirksam sind.

Doch vorbeugend sind die untersuchten Zuchtpreiselbeeren ein hervorragendes Mittel bei chronischen, immer wieder kehrenden Blasenentzündungen, unter denen besonders in der kalten Jahreszeit viele Frauen leiden. Wer zusätzlich viel trinkt, unterstützt die Schutzwirkung der Preiselbeeren.

Dementsprechend zeigen auch die meisten Untersuchungen, dass Cranberries bei Harnwegsinfekten in Form von Cranberry-Saft oder bestimmter Cranberry-Extrakte das Risiko von wiederholten Harnwegsinfektionen bei manchen Menschen senken können.

 

Einnahme von Cranberries bei Harnwegsinfekten ist grundsätzlich verträglich

Die Anwendung von Cranberries bei Harnwegsinfekten ist vermutlich für die meisten Menschen sicher, wenn dies oral erfolgt – das gilt somit für Cranberry-Saft und Cranberry-Extrakte, wobei Cranberry-Saft auch für Kinder empfehlenswert ist. Doch aufgepasst: wenn man zu viel Cranberry-Saft trinkt, können einige Nebenwirkungen wie leichte Magenverstimmung und Durchfall auftreten. Weiters könnte sich durch den Konsum von mehr als einem Liter pro Tag – über einen längeren Zeitraum – die Gefahr, Nierensteine zu entwickeln, erhöhen.

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MEDMIX Online-Redaktion

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