Clopidogrel zur Infarktvorbeugung

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Seit etwa zwei Jahrzehnten ist Clopidogrel zur Behandlung und Vorbeugung gegen die Bildung von Blutgerinnseln zugelassen.

Der Thrombozytenaggregations­hemmer Clopidogrel hemmt die Blutgerinnung durch die Blockierung spezieller Rezeptoren auf den Thrombozyten. Der Wirkstoff wirkt als ADP-Antagonist auf den ADP-Rezeptor von Blutplättchen und verhindert damit die Entstehung von Blutgerinnseln. Zugelassen ist Clopidogrel zur Reduktion von Folgeereignissen der Atherosklerose (Herzinfarkt, Schlaganfall, Tod durch ein vaskuläres Ereignis) bei Patienten, bei denen klinische Manifestationen der Atherosklerose vorliegen wie ischämischer Schlaganfall, Herzinfarkt oder eine nachgewiesene periphere arterielle Verschlußkrankheit (PAVK).

 

Clopidogrel und ASS

Das weltweit in der Infarktverhütung am meisten verwendete Medikament ist bisher Acetylsalicylsäure. Auch nur geringe Dosen von 50 bis 100 Milligramm pro Tag bringen eine Verringerung der Todesrate von Patienten nach einem Infarkt um 23%, in den ersten Wochen nach dem Infarkt sogar um 42%. Das ist seit rund zehn Jahren bekannt. Acetylsalicylsäure wirkt, indem es das Enzym Cyclo­oxygenase der Blutplättchen hemmt und damit die Produktion von Thromboxan-2 blockiert. Thromboxan verengt die Arterien und sorgt gleichzeitig dafür, dass sich die roten Blut­körperchen, Plättchen und der »Klebstoff« Fibrin zur Gerinnseln verbinden.

Clopidogrel greift in die Bildung von Thromben auf anderem Weg ein: Die Substanz besetzt den ADP-Rezeptor der Blutplättchen. Bei Herzpatienten wurde mit dem ­Wirkstoff in Studien eine um 8,7% ­geringere Gefährdung durch einen ­weiteren Infarkt als bei täglicher ASS-Einnahme festgestellt. An der Studie hatten 19.185 Kranke teilgenommen, die entweder Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel erhielten. Auch ein Effekt zur Verhinderung von Schlaganfällen wurde nachgewiesen. Während ASS rund 25% solcher Ereignisse (Schlaganfall, Herzinfarkt, oder Venenthrombose) verhindert, stieg diese Erfolgsrate durch Clopidogrel auf etwa ein Drittel.

Die Wirkung der Kombinationstherapie aus ASS und Clopidogrel entfaltet sich vor allem in den ersten 3 Monaten, um Gefäßkomplikationen zu verringern. Dass Hochrisiko-Patienten mit einer Kombination von ASS und Clopidogrel behandelt werden, gehört heute zum Standard – vor allem nach Herzinfarkt. Seit einigen Jahren ist eine Fixkombination aus Clopidogrel und Acetylsalicylsäure (ASS) am Markt. Patienten mit einem akuten Koronarsyndrom profitieren übrigens nachweislich davon, wenn sie zusätzlich zu Acetylsalicylsäure (ASS) auch den Wirkstoff Clopidogrel erhalten. Nach einem Infarkt sind die Studienergebnisse widersprüchlich.

Quellen und weitere Informationen:

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1204133

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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