Cimicifuga racemosa – die Traubensilberkerze

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Cimicifuga racemosa – Traubensilberkerze – kommt bei prämenstruellen Syndrom, Menstruationsbeschwerden und klimakterischen Beschwerden zum Einsatz.

Cimicifuga racemosa – die Traubensilberkerze – wächst als Kraut in Nord­amerika, den östlichen Gebieten der USA und Kanadas. In lichten Wäldern oder Waldrändern wird die Pflanze etwa 1 bis 2 Meter groß. Der 30–90 cm lange Blütenstand ist als Traube ausgebildet. Zur arzneilichen Verwendung gräbt man im Herbst den Wurzelstock aus und trocknet ihn, damit er später verarbeitet werden kann. Schon die Indianer Nordamerikas ­benutzten die Traubensilberkerze als traditionelles Arzneimittel gegen verschiedenste Erkrankungen in Form von Wurzelabkochungen, alkoholische Wurzelauszüge, Teezubereitungen und in Kombination mit der Alantwurzel als Tonikum.

Einige Bezeichnungen lassen die damaligen Anwendung erahnen: »Squaw-Wurzel«, »schwarze Schlangenwurzel«, »Klapperschlangenwurzel«. Die heute etablierte Bezeichnung »Black Cohosh« ist übrigens der Stammessprache der Alonquians entlehnt.

Europäische Siedler lernten beim Zug in den »Wilden Westen« auch die Heilpflanze Cimicifuga racemosa kennen und machten sie später in Europa bekannt. Schon die ersten Arzneibücher Nordamerikas führten die Traubensilberkerze Cimicifuga racemosa an. Sie blieb 122 Jahre offizinell und verschwand erst Mitte des vorigen Jahrhunderts aus der amerikanischen Pharmakopoen. Europäische Arzneibücher nahmen von der Cimicifuga racemosa nicht Notiz.

 

Cimicifuga racemosa in der Homöopathie

Es blieb den Homöopathen vorbehalten, sie als das klassische Frauenmittel in ihren Arzneischatz aufzunehmen. Erst nach 1950 wurde die Traubensilberkerze systematisch als Phytopharmakon wissenschaftlich erforscht und in die Therapie eingeführt.

 

Die Inhaltsstoffe der Cimicifuga racemosa

Die Inhaltsstoffe der Cimicifuga racemosa umfassen Triterpen­glykoside vom Cycloartenol-Typ, die sich aus ­Isopentenyldiphosphat-Bausteinen aufbauen. In der Literatur scheint ein weiterer Inhaltsstoff der Traubensilberkerze auf: Formomonetin.

Formomonetin gehört strukturell in eine andere Substanzklasse, die äußerst interessante Eigenschaften aufweist, nämlich zu den Isoflavonen, die zusammen mit den Lignanen als Phytoöstrogene Furore machen und schwache Östrogenwirkungen entfalten.

 

Wirksamkeit der Cimicifuga racemosa

Nach dem heutigem Stand des Wissens wird ein Extrakt über Herstellverfahren, Auszugsmittel, Droge-, Extraktverhältnis und gegebenenfalls wirksamkeitsmitbestimmende Inhaltsstoffe qualitätsmäßig definiert. Die damit gewonnenen klinischen Erfahrung sind also extraktspezifisch und nicht so ohne weiteres von einem Extrakt auf andere zu übertragen.

Mit dem Flüssigextrakt der Cimicifuga racemosa konnten schon vor 40 Jahren die ersten Wirksamkeitsnachweise beim prämenstruellen Syndrom, bei Menstruationsbeschwerden und bei klimakterischen Beschwerden in offenen Studien erbracht werden. Heute reichen die damaligen Ergebnisse allerdings nicht mehr zweifelsfrei aus.

 

Untersuchungsergebnisse zur Traubensilberkerze

Von den neueren placebokontrollierten, randomisierten, doppelblinden Nachfolgestudien im Bereich der klimakterischen Beschwerden sind jene von Stoll (1987) und Liske et al. (1999, 2000) am interessantesten. Stoll wies in einer placebokontrollierten Studie eine signifikante Abnahme der Hitzewallungen durch den Einsatz von Cimicifuga racemosa innerhalb einer 12-wöchigen Therapie nach. Schon nach 4 Wochen reduzierte sich ihre tägliche Anzahl von 5 auf 2 und nahm bis zur 12. Woche auf schließlich weniger als 1 Hitzewallung täglich ab. Nach 12 Wochen hatten sich die neurovegetativen klimakterischen Beschwerden in beiden Gruppen soweit gebessert, dass sie nicht mehr im behandlungswürdigen Bereich lagen.

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Lena Abensberg

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