Chronisches Handekzem effektiv behandeln

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Ein Chronisches Handekzem ist eine häufige, Beruf assoziierte Hauterkrankung, die oft zur Arbeitsunfähigkeit führt und Betroffene vielschichtig beeinträchtigt.

Ein chronisches Handekzem beeinträchtigt viele Menschen – bis zu 10 Prozent der Bevölkerung zählen zu den Betroffenen. Somit gilt das chronische Handekzem einerseits als eine der häufigsten Hauterkrankungen und andererseits ist es vor allem die häufigste berufliche Hauterkrankungen, in 9 von 10 Fällen.

Das unangenehme und oft schmerzhafte chronische Handekzem kann nicht nur die Lebensqualität einschränken, sondern mitunter auch Probleme am Arbeitsplatz mit sich bringen und zur Arbeitsunfähigkeit führen.

 

Ein chronisches Handekzem kann Betroffene desillusionieren

Die Hände sind zum einen ein wichtiges Kommunikationsorgan – zum Händeschütteln, Gestikulieren etc. Für die meisten Menschen sind die Hände aber auch wichtiges Arbeitswerkzeug. Deswegen klagen viele Betroffene nicht nur über eingeschränkte Lebensqualität und mitunter verletzenden Reaktionen im sozialen Umfeld, sondern auch über Probleme am Arbeitsplatz. Die Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit der Hände durch ein chronisches Handekzem kann auch zur Arbeitsunfähigkeit führen. Die anhaltenden Schmerzsymptome machen weiters die Ausübung von Alltagsaktivitäten wie Kochen, Putzen oder Abwaschen zum Problem.

Betroffene mit chronischem Handekzem leiden im Stillen und versuchen ihre Hände zu verbergen, teilweise sind erhebliche psychosoziale Störungen wie große Schüchternheit bis hin zum völligen Rückzug aus dem sozialen Leben vergesellschaftet. Betroffene leiden dann im Stillen Kämmerchen, entwickeln manchmal Rituale, um mit der Erkrankung besser zurechtzukommen. Dazu gehört das Bad der Hände in kaltem Wasser oder sogar kurz ins Gefrierfach halten, um die Schmerzen zu lindern. Andere meiden Nahrungsmittel oder die Berührung mit bestimmten Gegenständen, die sie für ihr chronisches Handekzem verantwortlich machen.

 

Arbeitsunfähigkeit trotz Handekzem vermeiden

Das chronische Handekzem als häufigste Berufshautkrankheit tritt oft am Zenit der beruflichen Karrieres zwischen dem 20. und 49. Lebensjahr auf. Vor allem Berufe mit hautbelastenden Tätigkeiten vom chronischen Handekzem betroffen und können oft nicht mehr oder nur beeinträchtigt ausgeübt werden. Besonders gefährdet sind Friseure, Reinigungspersonal, Metallarbeiter, Bauarbeiter, Maler, Floristen, Bäcker, Köche, Zahntechniker und medizinische Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Bei solchen Berufen kann das chronische Handekzem zur Arbeitsunfähigkeit und in Folge zum Verlust des Arbeitsplatzes führen – mit enormen ökonomischen Konsequenzen. Oft ist die drohende Arbeitsunfähigkeit aber vermeidbar.

 

Hausfrauen besonders oft betroffen

Hausfrauen sind eine der am häufigsten betroffenen Personengruppen. Die Arbeiten im Haushalt, im Garten oder auch in der Hobbywerkstatt können die Hände stark beanspruchen. Hausfrauen haben ständig Kontakt mit diversen hautreizenden Stoffen, wie zum Beispiel säurehaltigen Flüssigkeiten, Reinigungssprays und Fettlösemitteln in Wasch- und Spülmitteln. Durch den täglichen Kontakt mit den aggressiven Substanzen wird die schützende Fettschicht der Haut langfristig zerstört, es kommt zum Handekzem.

 

Diagnose chronisches Handekzem beim Hautarzt

Mit der Diagnose chronisches Handekzem ist man nicht zu lebenslangen Beschwerden verurteilt. Der Einsatz von Kortison-Präparaten in der Therapie des chronischen Handekzems ist aber oft unzureichend, was zu einer zusätzlichen Belastung für Patienten führt.

Eine alleinige Symptomlinderung belastet mitunter den Alltag des Patienten zusätzlich und kann obendrein lästig, umständlich und langwierig sein. Eine optimale Behandlung des chronischen Handekzems zielt daher auf die Ursachen der Erkrankung ab und nicht nur auf die Symptome.

 

Behandlung beim chronischen Handekzem

Viele Betroffene leiden geraume Zeit an schmerzhaften Hautsymptomen, scheuen aber den Weg zum Hautarzt und behandeln in Selbstmedikation. Andere wiederum haben die Therapie abgebrochen. Nach der richtigen Diagnose durch den Hautarzt, die teilweise schwierig zu stellen ist, da ein chronisches Handekzem anderen Hautkrankheiten ähnlich ist, kann aber mit modernen Wirkstoffen, der richtigen Basispflege und präventiven Maßnahmen (Auslöserkarenz) eine deutliche Symptomminderung erzielt werden. Es stehen auch systemische kortison freie Therapien zur Verfügung, die von innen wirken und beim schweren, therapieresistenten Handekzem nachweislich wirksam sind, wobei eine Symptomfreiheit bei etwa jedem zweiten Betroffenen möglich ist.

Basis der Behandlung ist eine nachhaltige Basispflege nebst Rückfettung der Haut mit Cremes und Salben, die frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind. Je nach individueller Belastung der Hände schützt das Tragen von Baumwoll- oder allergenarmen Kunststoffhandschuhen. Die beschriebenen Maßnahmen wirken auch präventiv und sollten deshalb nach Abheilung eines Handekzems weiterhin gemacht werden.

Entscheidend für den Behandlungserfolg ist es, dass Auslösefaktoren des chronischen Handekzems gemieden werden. Dazu gehören hautreizende Schädigungen, Feuchtarbeit, übermäßiger Wasserkontakt und Kontakt mit nachgewiesenen allergieauslösenden Substanzen.

Therapiemaßnahmen

Die topische Therapie hängt vom Erscheinungsbild der Haut ab. Bei bläschenbildenden oder nässenden Krankheitsbildern können austrocknende Maßnahmen wie Handbäder mit synthetischen Gerbstoffen oder fettfeuchte Umschläge den Juckreiz lindern. Wenn eine Verhornungsstörung mit Rissbildung vorliegt, so müssen Maßnahmen gesetzt werden, die die Haut wieder weicher und geschmeidiger machen. Hier kommen Harnstoff- oder Salicylsäure-haltige Präparate zum Einsatz.

Zur Linderung der Entzündung werden zur topischen Handekzem-Therapie nach wie vor kortisonhaltige Cremes und Salben als Mittel der Wahl angewendet. Teilweise sind die Wirkstoffe gut wirksam und gehen in der Regel bei richtiger Anwendung nicht mit bedenklichen unerwünschten Wirkungen einher. Da jedoch gerade schwere und chronische Krankheitsbilder häufig nicht so gut auf kortisonhaltige Präparate ansprechen, sind oft lang andauernde Behandlungszeiträume notwendig. Dies erhöht allerdings das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen wie zum Beispiel dem berüchtigten Dünner-werden der Haut. Das ermöglicht hautirritierende oder allergieauslösende Stoffe leichter in die Haut einzudringen und die Entzündungsreaktion zu fördern. Im Einzelfall wird der Hautarzt entscheiden, ob besser kortisonfreie, antientzündliche Cremes oder Salben, die als Wirkstoff sogenannte Calcineurininhibitorer enthalten, eingesetzt werden. Dies ist insbesondere bei der Behandlung atopischer Handekzeme eine Therapieoption.

Eine Lichttherapie kann für die Behandlung des chronischen Handekzems sehr wirksam sein, wobei am häufigsten die sogenannte PUVA-Therapie angewendet wird. Dabei werden die Hände mit einer speziellen Creme, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht, vorbehandelt und anschließend mit ultraviolettem Licht A (UV-A) bestrahlt. Nach jedem zweiten Behandlungstag muss ein Pausentag folgen, damit sich die Haut erholen kann. Insgesamt sollten über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen wöchentlich drei bis vier Bestrahlungssitzungen erfolgen. Für eine Langzeitanwendung ist eine Lichtbehandlung aufgrund möglicher Risiken wie vorzeitige Hautalterung oder chronische Lichtschädigung der Haut nicht geeignet.

Bei einer systemischen – also innerlichen – Behandlung können als mögliche Nebenwirkungen vorübergehend Kopfschmerzen auftreten. Weiters droht ein Anstieg von Blutfett- und Cholesterinwerten, was unter der systemischen Therapie regelmäßige Blutkontrollen sinnvoll macht.

Vor allem schwere und chronische Verläufe des Handekzems bedürfen besonderer Aufmerksamkeit und benötigen zusätzlich zur Hautpflege und zum Hautschutz häufig auch eine systemische Therapie.

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Dr. Reinhold Lautner

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