Chronischer Juckreiz als häufigstes Symptom

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Chronischer Juckreiz ist das häufiges Symptom von Hautkrankheiten sowie von verschiedenen internistischen, neurologischen und psychischen Erkrankungen.

Chronischer Juckreiz ist weit verbreitet. Die Ergebnisse einer deutschen Umfrage vor einigen Jahren hat beispielsweise gezeigt, dass jeder fünfte der befragten 2.540 Teilnehmer einmal im Leben unter mindestens 6 Wochen anhaltendem Juckreiz gelitten hatte.

 

Chronischer Juckreiz kann viele Ursachen haben

Chronischer Juckreiz, der mindestens sechs Wochen andauert, ist das häufigste Symptom von Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, kommt aber auch bei Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen oder verschiedenen neurologischen oder psychischen Erkrankungen sowie natürlich bei zahlreichen Allergien vor.

Auch Medikamente wie Bleomycin, Captopril, Codein, Clonidin, Miconazol, Propafenon, Pyritinol, Tramadol oder Tilidin können chronischen Juckreiz verursachen. Hier sind sehr ältere Menschen betroffen, die oft mit sehr vielen unterschiedlichen Wirkstoffen behandelt werden und dementsprechend auch unerwünschten Wirkungen ausgesetzt sind.

Chronischer Juckreiz hat aber auch in vielen Fällen mehrere Ursachen oder es liegen Ko-Faktoren wie beispielsweise trockene Haut vor. Eine gründliche Abklärung und Untersuchung beim Spezialisten, Dermatologen, ist sehr wichtig, wobei häufig auch ein interdisziplinäres Vorgehen notwendig ist. Bei etwa dritten Patienten bleibt dennoch die Ursache ungeklärt, die betroffen können dann ausschließlich symptomatisch therapiert werden.

 

Chronischer Juckreiz als jahrelanges Problem

Es gibt keine spezifischen Wirkstoffe, damit chronischer Juckreiz zuverlässig und langfristig anhaltend verhindert beziehungsweise gelindert werden kann. Der behandelnde Arzt muss daher besonders auf Zeitpunkt und Umstände des Auftretens, Symptomatik und verschiedene andere Begleitumstände wie andere Erkrankungen achten, um mögliche Auslöser herauszufinden und dementsprechend angepasste Therapien einleiten zu können. Auf Basis einer detaillierten Untersuchung muss dann auf einem individuell für den Patienten angepasstes Therapiemanagement entwickelt werden.

 

Was Betroffene selbst tun können

Verschiedene Salben, Cremes und Lotions können kurzfristig Linderung bringen und von den Patienten in der Selbstbehandlung angewendet werden. Ärzte sollten ihren Patienten auch empfehlen, leichte Kleidung –  vorzugsweise aus Baumwolle – anzuziehen, keine übertriebene Körperpflege zu betreiben (nicht zu lange, zu heiß und zu oft baden oder auch duschen), und auf ausreichend Luftfeuchtigkeit in den eigenen vier Wänden zu achten, damit die Haut nicht austrocknet. Es helfen auch kühlende Umschläge aus Baumwolllappen, die zuvor in kaltes Wasser getaucht wurden. Für die Selbstmedikation stehen zahlreiche Präparaten zur Verfügung, wie rezeptfreie Cortisonsalben, Lokalanästhetika-haltige Topika, topische Antihistaminika, orale H1-Antagonisten und Gerbstoff-Präparate. Es gibt auch verschiedene von Apotheken eigens hergestellt Präparate, die zur Verfügung stehen.

Chronischer Juckreiz sollte grundsätzlich von einem Dermatologen untersucht werden, der dann gemeinsam mit dem Patienten verschiedene effektive Verhaltensregeln sowie individuelle Therapie- und Pflegemaßnahmen erarbeitet.

Literatur:

Uwe MATTERNE, Christian J. APFELBACHER, Adrian LOERBROKS, Tamara SCHWARZER, Marion BÜTTNER, Robert OFENLOCH, Thomas L. DIEPGEN and Elke WEISSHAAR. Prevalence, Correlates and Characteristics of Chronic Pruritus: A Population-based Cross-sectional Study. Acta Derm Venereol 2011; 91: 674–679. doi: 10.2340/00015555-1159

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Dr. Reinhold Lautner

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