Cerealien-Werbung beeinflusst Essgewohnheiten von Kindern

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Fernsehwerbung zu Frühstücks-Cerealien mit hohem Zuckeranteil für die Zielgruppe Kinder hängt sehr mit dem Cerealien-Verzehr bei Vorschulkindern zusammen.

Im Fernsehen werden häufig Cerealien mit hohem Zuckergehalt bei Kindern beworben. Dadurch können sich schlechte Essgewohnheiten einschließlich übermäßigem Zuckerkonsum im weiteren Leben entwickeln. Dies kann wiederum zu Fettleibigkeit führen, beispielweise einem wichtigen Risikofaktor für Herzkreislauf- und Krebserkrankungen.

 

Die Essgewohnheiten bei Vorschulkindern können das weitere Leben prägen

Die Essgewohnheiten von Kindern entwickeln sich oft schon im Vorschulalter. Schließlich dürften auch Kinder, die im Alter von fünf Jahren bereits übergewichtig sind, auch in der Pubertät und im Erwachsenenalter an Fettleibigkeit leiden. Umso schlimmer ist es, dass viele junge Kinder im Vorschulalter Produkte mit zweifelhafter Qualität konsumieren. Dementsprechend gewöhnen sie sich an, zu wenig Obst und Gemüse zu essen sowie zu viel Zucker, Salz und Fett aufzunehmen.

In einer neuen Studie untersuchte ein Forscherteam um Jennifer Emond, PhD, Mitglied des Cancer Control-Forschungsprogramms am Norris Cotton Cancer Center von Dartmouth, und Assistant Professor in der Abteilung für biomedizinische Datenforschung der Geisel School of Medicine viele unterschiedliche Essgewohnheiten, die zu Fettleibigkeit führen könnten.

„Ein wichtiger Faktor, der vermutlich zu schlechten Essgewohnheiten von Kindern führt, ist die Bewerbung von Nährwert armen Cerealien direkt bei Kindern“, erklärt Emond. „Die Hersteller richten sich dabei gezielt an Kinder in ihrer Werbung. Denn sie wissen, dass die Kinder wiederum bei ihren Eltern solche Produkte nachfragen.“

Hierzu haben bereits mehrere Laborstudien gezeigt, dass Kinder vor allem jene Marken bevorzugen, die sie kürzlich im Fernsehen gesehen haben. Allerdings gab es bis jetzt keine Studie, die die Effektivität der TV-Werbung auf die Ernährung von Kindern im realen Leben untersuchte.

Deswegen hat Prof. Emond diese Studie eingeleitet. „Wir haben die erste Längsschnittstudie mit Kindern im Vorschulalter durchgeführt, um zu sehen, wie die TV-Werbung für zuckerhaltige Cerealien den späteren Konsum von Kindern beeinflusst. Ein wichtiger und neuartiger Aspekt unserer Studie ist, dass wir auch markenspezifische Effekte fokussierten. Wir fragten uns, wie sehr die Werbung für Cerealien der Marke X einen größeren Konsum der Cerealien der Marke X bewirkt? “

 

Die Gesellschaft könnten gewisse Fernsehwerbungen beschränken. Eltern könnten auch auf werbefreies Fernsehen umstellen.

Schließlich zeigte sich, dass Kinder die im Fernsehen beworbenen Cerealien auch tatsächlich häufiger verzehrten und bei ihren Eltern einforderten. Dementsprechend erschwert die Bewerbung solcher ungesunden Lebensmittel bei der Zielgruppe Kinder, dass Eltern bei ihren Kindern gesunde Essgewohnheiten durchzusetzen können. Manchmal fällt es ihnen sogar schwer, den negativen Einfluss der Werbung zu bemerken.

Doch all das kann man ändern. „Man kann regulatorische Maßnahmen setzen, damit Kinder seltener Lebensmittelwerbung sehen und sich auch die Qualität der beworbenen Lebensmittel verbessert. Allerdings haben Eltern sehr wohl die Wahl, bei ihren Kindern auf werbefreies Fernsehen umzustellen“, empfiehlt Emond.

Literatur:

Jennifer A. Emond et al. Exposure to Child-Directed TV Advertising and Preschoolers’ Intake of Advertised Cereals. American Journal of Preventive Medicine. Published online:December 17, 2018. DOI: https://doi.org/10.1016/j.amepre.2018.09.015

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About Author

Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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