Capsaicin in Chilis zur Prävention von Leberschäden

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Das in Chilis enthaltene Paprika-Alkaloid Capsaicin konnte dem Fortschreiten von Leberschäden entgegenwirken sowie allgemein antifibrotische Effekte zeigen.

Laut aktueller, tierexperimenteller Erkenntnisse könnte der tägliche Konsum von Chilis mit deren vorhandenen Inhaltstoff Capsaicin nützliche Wirkungen in Hinblick auf die Progression von Leberschäden verfügen. In einer Mäuse-Studie war die Substanz Capsaicin in der Lage, die Aktivierung bestimmter Zellen – hepatischer Sternzellen – zu reduzieren. Während ihre Rolle in der gesunden Leber weitgehend unklar ist, sind die sogenannten hepatischen Sternzellen vor allem durch ihre Beteiligung an der Fibrose-Entstehung beziehungsweise an der Fibrosierung (Bindegewebsumbau) der Leberstrukturen bekannt. Letzteres beschreibt eine fortschreitende Vernarbung des Lebergewebes und stellt ein ernstzunehmendes medizinisches Problem dar. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung sind von einer Leberfibrose oder Leberzirrhose betroffen. Zu den Ursachen zählen neben Alkoholkonsum auch virusbedingte chronische Leberentzündungen sowie Medikamente, eine Fettleber oder genetische Erkrankungen.

 

Effektiv in der Vorbeugung und Behandlung von Leberschäden und Fibrose

Im Zuge der aktuellen Untersuchung wurden Mäuse in zwei Gruppen geteilt, um unterschiedlich Leberschäden zu verursachen. Eine Gruppe erhielt präventiv für die Leber Capsaicin, nachdem die Forscher deren Gallengang ligiert hatten, um einen biliären Stau und folglich eine Leberfibrose zu provozieren: denn dies blockiert den Hauptgallengang und führt zur Ansammlung von Gallenflüssigkeit.

Die andere Gruppe wurde vor und während einer chronischen Tetrachlormethan-Behandlung (CCl4) mit Capsaicin gefüttert. Dabei handelt es um ein starkes Lebertoxin, das früher häufig in Feuerlöschern zum Einsatz kam. Man weiß, dass der Stoff hepatotoxisch wirkt und eine Leberfibrose verursacht. Wieder erhielten die Mäuse zum Organschutz Capsaicin.

Die Studie zeigte, dass Capsaicin die Leberfunktion der ersten Gruppe partiell verbesserte und die weitere Progression der Leberschädigung hemmte. In der mit CCl4 behandelten Gruppe, verhinderte Capsaicin die Entwicklung von Leberschäden, konnte jedoch bestehende Fibrosen nicht reduzieren.

Die aktuellen Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Forschung, um die Rolle von Capsaicin in der Behandlung von Leberschäden und Fibrose näher zu charakterisieren.

Quelle:

Bitencourt S, Stradiot L, Verhulst S, Thoen L, Mannaerts I, van Grunsven LA. Inhibitory effect of dietary capsaicin on liver fibrosis in mice. Mol Nutr Food Res. 2015 Jun;59(6):1107-16. doi: 10.1002/mnfr.201400649. Epub 2015 Apr 29.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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