Cannabiskonsum: Schäden und Vorteile neu bewertet

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Cannabiskonsum wirkt unterschiedlich auf das Gehirn mit altersabhängigen Auswirkungen. Während junge Gehirne geschädigt werden, könnten Alzheimerpatienten profitieren.

Neurowissenschaftler präsentierten jetzt neueste Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Cannabiskonsum und präsentierten diese auf der Jahrestagung der Society for Neuroscience 2018 in San Diego, Kalifornien. Aktueller Hintergrund der Arbeit ist auch die Tatsache, dass laut eigenen Angaben in neuesten Umfragen 22,2 Millionen Menschen ab 12 Jahren im letzten Monat Cannabis konsumiert zu haben.

 

Wie Cannabiskonsum das Gehirn beeinflussen kann

Die eingangs zitierte Präsentation bezog sich auf die Ergebnisse aus mehreren Studien zum Cannabiskonsum. Beispielsweise zeigen sie, dass Cannabis bei Versuchstieren durch Exposition im Mutterleib sowie im Teenageralter die Gehirnentwicklung verschiedenartig beeinflussen kann. Dies kann im späteren Leben zu Störungen der Kommunikation von einzelnen Bereichen des Gehirns führen.

Weters kann der Cannabiskonsum in jungen Jahren die Freisetzung von Botenstoffen im Gehirn und im Nervensystem beeinflussen. Schließlich können manche der zahlreichen Cannabinoid-Verbindungen auch die Lernfähigkeit und das Gedächtnis verschlechtern.

Demgegenüber sollen bestimmte Cannabinoid-Verbindungen das Gedächtnis bei der Alzheimer-Krankheit verbessern können. Cannabiskonsum bei Alten scheint auch dem Verlust von Gehirnzellen entgegenwirken können.

 

Tiermodell-Studien werfen neues Licht auf die Auswirkungen von Cannabiskonsum

Die Wissenschaftler hoben sechs Tiermodell-Studien hervor, die die langfristigen Auswirkungen von Cannabis auf die gesamte Lebensspanne untersuchten. Beispielsweise untersuchte eine Tiermodell-Studie den Einfluss von delta-9-Tetrahydro-Cannabinol (THC), einer psychoaktiven Cannabis-Verbindung.

Wie sich zeigte entwickelten die ungeborene Ratten eine schlechtere Widerstandsfähigkeit gegen Stress im späteren Leben. Es entwickelten sich auch bestimmte Gehirnkreisläufen für Gedächtnis und Lernen negativ, als die Tiere ins jugendliche Alter kamen.

In einer anderen Untersuchung waren bei jugendlichen Cannabis-Ratten jene Gehirnkreisläufe sehr aktiv, die die Gewohnheitsbildung regulieren und auch das Suchtverhalten beeinflussen.

Weiters verursachte Cannabis bei jugendlichen Ratten auch eine veränderte Entwicklung von Hirnregionen, die mit Selbstkontrolle, Entscheidungen und strukturierten Planungen zusammenhängen.

Schließlich führte langfristiger Cannabiskonsum bei erwachsenen Mäusen zu veränderten Nervenverbindungen und Stoffwechselvorgängen in Gehirnregionen, die am Gedächtnis und am Lernen beteiligt sind.

 

Wirkung gegen Alzheimer

Demgegenüber hatten Alzheimer-erkrankte Mäuse ein besseres Gedächtnis und verloren weniger Gehirnzellen, wenn sie die Wissenschaftler mit THC behandelten. Diese Erkenntnisse könnten wiederum interessant für die Entwicklung neuer Therapien für Alzheimer-Patienten sein..

Quellen:

Neuroscience2018 – http://www.sfn.org/Meetings/Neuroscience-2018

https://www.medicalnewstoday.com

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About Author

Ann-Marie Nüsslein

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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