Brodalumab bei Plaque-Psoriasis

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Brodalumab wurde im Vorjahr zugelassen gegen Plaque-Psoriasis und kann bei erwachsenen Patienten angewendet werden, die eine systemische Behandlung benötigen.

Brodalumab – Handelsname Kyntheum ® – hemmt das Entzündungsgeschehen bei Plaque-Psoriasis – der Schuppenflechte. Der monoklonaler Antikörper bindet selektiv an die Interleukin(IL)-17-Rezeptor-Untereinheit A und hat einen ähnlichen Wirkmechanismus wie Secukinumab und Ixekizumab, wobei diese beiden Antikörper nicht an den Rezeptor, sondern an IL-17A selbst binden. Man vermutet, dass Brodalumab aber eine breitere Wirkung zeigen könnte, da der Wirkstoff bei der Signalübermittlung verschiedener Zytokine beteiligt ist. Da es bislang keine Behandlung der Plaque-Psoriasis gibt, auf die alle Patienten komplett und dauerhaft ansprechen, sind weitere Therapieoptionen von großer Bedeutung.

Über 4.300 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis wurden in den Zulassungsstudien mit   der Substanz behandelt, mehr Patienten als unter den bislang verfügbaren Biologika hatten durch die Gabe von Brodalumab relativ rasch ein fast oder komplett beschwerdefreies Hautbild. Seite dem Juli des Vorjahres ist der zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen.

 

Sicherheit von Brodalumab

Das Sicherheitsprofil von Brodalumab ist vergleichbar mit dem anderer biologischen Substanzen. Bei der Anwendung treten wie bei allen anderen IL17A-Inhibitoren häufiger Candida-Infektionen auf. Grund dafür ist die Rolle des Interleukins bei der Immunabwehr von Pilzinfektionen.

Es gibt vereinzelte Berichte von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten bei Patienten, wobei kein kausaler Zusammenhang mit Brodalumab nachgewiesen werden konnte. Vor allem bei Patienten, die in der Vergangenheit suizidales Verhalten sowie Depressionen oder Angststörungen zeigten, sollten Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden. Bei verschlechternden Symptomen einer Depression und/oder Suizidgedanken muss die Therapie abgebrochen werden. Aufgrund von vier Suizidfällen im Rahmen des Studienprogramms AMAGINE hat US-Zulassungsbehörde FDA ein Warnsignal ausgegeben, die Europäische Arzneimittelagentur  verzichtete darauf, da Depression, Angst sowie suizidale Gedanken und Verhalten eine Komorbidität bei Psoriasis sind.

Frauen im gebärfähigen Alter sollen während und bis zwölf Wochen nach einer Brodalumab-Therapie sicher verhüten, bei Schwangeren sollte von einer Behandlung mit Brodalumab abgesehen werden. Auch kann während der Stillzeit ein Risiko für das Neugeborene nicht ausgeschlossen werden.

Studienergebnisse deuten darauf hin, dass eine Behandlung mit Brodalumab für Patienten unter 65 Jahren Vorteile im Hinblick auf selbstberichtete Krankheitsbeschwerden. Weiters gaben etwa 52 von 100 der mit Brodalumab behandelten Personen an, dass ihre Erkrankung die Lebensqualität nicht mehr beeinträchtigt.

Anwendung und Darreichung

Brodalumab ist als Fertigspritzein einer Dosierung von 210 mgverfügbar und muss in den ersten drei Therapiewochen einmal wöchentlich subkutan – unter die Haut gespritzt – injiziert werden, anschließend alle zwei Wochen. Nach professioneller Einweisung können die Psoriasis-Patienten auch selbst spritzen. Der Therapierfolg sollte regelmäßig evaluiert werden. Wenn nach 16 bis 20 Wochen keine Besserung, eingetreten ist, wird in der Regel empfohlen, die Behandlung abzubrechen.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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