Borreliose erkennen und behandeln

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Die durch Bakterien ausgelöste Borreliose kann quasi in jedem Organ unseres Körper eine Entzündung auslösen – besonders häufig Gelenks- und Nervenentzündungen.

Zecken können mit ihrem Stich Bakterien und Viren übertragen. Am häufigsten tritt in Österreich die Frühsommer-Meningoenzephalitis, auch FSME genannt, auf. Diese Entzündung von Gehirn und Gehirnhaut wird durch das FSME-Virus ausgelöst, das durch einen Zeckenstich in unseren Körper gelangt. Grippeähnliche Symptome, hohes Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen, Erbrechen aber auch Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma und Lähmungen sind die Folgen. Vor dieser Krankheit kann man sich aber gut durch die Zeckenimpfung (FSME-Impfung) schützen, damit bei einem Kontakt mit dem Virus dieses sofort abgetötet wird. Daneben gibt es aber noch eine zweite gefährliche Erkrankung, die durch Zecken, aber auch Pferdebremsen und Stechmücken übertragen wird und gegen die man sich bislang noch nicht impfen lassen kann: die Borreliose!

 

Bakterielle Infektion Borreliose

Die Borreliose, auch Lyme-Krankheit genannt, wird durch spezielle Bakterien mit dem Namen „Borrelia burgdorferi“ verursacht. Durch diese Infektion kann eine Entzündung in quasi jedem Organ unseres Körpers ausgelöst werden. Besonders häufig sieht man Gelenks- und Nervenentzündungen. Die Borreliose ist bei vielen Menschen noch unbekannt, ist aber das häufigste durch Zecken übertragene Leiden.

In vielen Gebieten Österreichs sind die Zecken mit den Bakterien geradezu verseucht. Die Gefahr einer Infektion ist daher groß. Je länger die Zecken an uns unbemerkt saugen können, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Auch unsachgemäße Zeckenentfernungen erhöhen das Erkrankungsrisiko.

Eine direkte Übertragung der Bakterien von Mensch zu Mensch ist bislang nicht beobachtet worden. Das heißt, ein Infizierter gehört behandelt, aber nicht gemieden!

 

Verschiedene Infektionsstadien bei Borreliose

Bei der Borreliose können mehrere Stadien unterschieden werden, die ganz spezifische Symptome hervorrufen. Daneben können immer allgemeine Beschwerden wie Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur und Fieber, Gelenks- und Muskelschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit und Erbrechen auftreten.

Stadium: die Hautinfektion. Meist vergehen nach dem Zeckenstich 5-30 Tage, bis ein charakteristischer Hautausschlag an der Einstichstelle der Zecke auftritt. Diese Hautrötung ist scharf begrenzt und ähnelt einer Schießscheibe mit hellen und dunklen Ringen. Da sie nicht weh tut und auch nicht juckt, wird sie oft übersehen. Wobei gerade in diesem Stadium die sofortige Behandlung mit einem Antibiotikum wichtig wäre. Die Hautveränderung selbst geht auch ohne Therapie von alleine wieder weg. Die Borrelien aber bleiben und verursachen weitere Symptome.
Stadium: allgemeine Infektion. Nach einem Intervall von 4 bis 16 Wochen nach dem Zeckenstich treten grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und Abgeschlagenheit auf. Häufig kommt es zu Gelenks- und Muskelschmerzen, wobei von einzelnen Gelenken bis hin zum Ganzkörperschmerz alle Varianten auftreten. Typisch sind geschwollene, hitzende, gerötete und schmerzhafte Gelenke. Weiters wird auch das Nervensystem befallen. Heftige ziehende Schmerzen in Armen und Beinen aber auch Gesichtslähmungen sind anzutreffen. Ebenso Herzprobleme wie Rhythmusstörungen und Sehstörungen. Auch dieses Stadium bedarf schleunigst einer Antibiotikatherapie, wobei je nach Organbefall verschiedene Präparate eingesetzt werden.
Stadium: die chronische Form. Wird die Borreliose nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt, schreitet die Erkrankung fort und führt zu bleibenden Schäden an den Organen. Solch eine chronische Form kann ständige Beschwerden machen, es gibt aber auch Betroffene mit zwischendurch fast symptomfreien Intervallen. Vorrangig sind Nervensystem und Bewegungsapparat befallen: Gelenksschmerzen und -entzündungen, wandernde Muskel- und Bindegewebsschmerzen, Sehnenentzündungen auf der einen Seite, Nervenschmerzen, Gefühlsstörungen, Entzündungen von Gehirn und Rückenmark auf der anderen Seite. Fast immer finden sich auch eine enorme Erschöpfung und Müdigkeit.

 

Schnelle Diagnose wichtig!

Wenn unser Organismus mit fremden Substanzen, Viren oder Bakterien ihn Kontakt kommt, bildet das Immunsystem Antikörper als eine Art Gegenwaffe aus, um die Eindringlinge zu eliminieren. Das geschieht auch bei einer Infektion mit den Borrelien. Bei Verdacht auf eine Borrelieninfektion oder generell nach Zeckenstichen wird deshalb eine Blutuntersuchung durchgeführt, um festzustellen, ob und wie viele Antikörper gegen die Borrelien zu finden sind. Allerdings kann es nach einem Zeckenstich einige Wochen dauern, bis Antikörper im Blut auftreten. Entzündungsmarker wie die Blutsenkung und das CRP sind bei Beschwerden oft erhöht. Bei einer Neuroborreliose wird oft eine Rückenmarkspunktion zur exakten Diagnostik durchgeführt.

 

Therapie mit Antibiotika

Bei den typischen Frühsymptomen einer Borreliose wie einer Hautrötung an der Einstichstelle muß sofort antibiotisch behandelt werden, selbst wenn die Antikörperspiegel noch negativ sind. Zu beachten ist eine ausreichend hohe und lange Dosierung des Antibiotikums. Bei einer chronischen Verlaufsform richtet sich die Wahl des Antibiotikums nach dem vorrangigen Organbefall. Je länger die Infektion dauert, desto schwieriger wird es die Borrelien komplett zu beseitigen.

Gelenk- und Muskelschmerzen werden zusätzlich symptomatisch mit Antirheumatika und Schmerzmittel behandelt. Bei starken Schmerzen haben sich entzündungshemmende Infusionen mit hochdosierten Vitaminen besonders gut bewährt. Bei Nervenschmerzen oder Lähmungen gibt man vor allem Vitamin B.

 

Frühzeitig Borreliose erkennen

Bei Verdacht sollte eine rasche Abklärung und ein sofortiger Beginn einer effizienten Therapie erforderlich. Oft ist eine Zusammenarbeit von Internist, Rheumatologe und Neurologe notwendig.

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Dr. Thomas Schwingenschlögl

Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie sowie Ernährungsmediziner Zusatzausbildungen: Österreichisches Ärztekammerdiplom für Akupunktur Österreichisches Ärztekammerdiplom für Ernährungsmedizin Österreichisches Ärztekammerdiplom für Kurmedizin Österreichisches Ärztekammerdiplom für Notfallmedizin Österreichisches Ärztekammerdiplom für Neuraltherapie Österreichisches Ärztekammerdiplom für Manuelle Medizin (Chirotherapie) Ordination: Reisenbauerring 5/1/5, A - 2351 Wiener Neudorf Ordinationszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag von 8.00 bis 14.00 Uhr Mittwoch von 8.00 bis 18.00 Uhr Tel: 02236 / 865 910 E-Mail: gesundheit@dr-schwingenschloegl.at Wahlarzt für alle Kassen.

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