Blutzuckersenkende Wirkung der Bittergurke bei Prädiabetiker

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Die Bittergurke – Momordica charantia, auch als Balsambirne oder Bittermelone bezeichnet – kann den Nüchternblutzucker bei Prädiabetiker deutlich senken.

Die Blutzuckersenkende Wirkung der Bittergurke – Momordica charantiam oder Bittermelone bzw. Balsambirne – und ihrer Extrakte wird seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts erfolgreich an Tiermodellen untersucht, die Effekte am Menschen wurden allerdings nur in kleineren Untersuchungen mit geringen Teilnehmerzahlen und ungenügendem Studiendesign bestätigt. Dass die Bittergurke den Blutzucker beeinflusst, zwar somit schon länger bekannt, aber bisher gab es keine Studie, die den Effekt wissenschaftlich haltbar als signifikant zeigen konnte. Nun konnte eine Gießener Arbeitsgruppe in einer klinischen Studie die blutzuckersenkende Wirkung eines Bittergurke-Extraktes vor allem bei Prädiabetiker zeigen und publizieren.

 

Vorteile der Bittergurke für Prädiabetiker

Gießener Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler konnten im Rahmen eines randomisierten Doppelblindversuchs, bei dem die Versuchspersonen unter Verwendung eines Zufallsmechanismus unterschiedlichen Gruppen zugeordnet wurden, zeigen, dass ein Bittergurke-Extrakt den Nüchternblutzucker bei Prädiabetiker – das sind Menschen im Frühstadium von Diabetes Typ 2 – deutlich senken konnte.

Aus ethischen Gründen wurden nur Probandinnen und Probanden in die Studie eingeschlossen, die im Frühstadium von Diabetes Typ 2 waren und noch keine medikamentöse Therapie benötigten. Die Auswahl dieser Studiengruppe führte dazu, dass die gemessenen Abweichungen nicht sehr groß waren. Umso schwieriger war es allerdings, die Wirkung der Bittergurke nachzuweisen, was aber gelungen ist.

So zeigten die Studienergebnisse, dass sich der Effekt der Bittergurke auf den Nüchternblutzucker umso größer auswirkt, je höher der Ausgangswert ist. Das lässt vermuten, dass sich für Diabetiker noch stärkerer Effekt zeigen lässt, als es bei den Prädiabetikern der Fall war. Da der diätetische Ansatz für Menschen von besonderer Bedeutung ist, die keinen sicheren Zugang zu adäquater medikamentöser Behandlung haben, wurde die Studie in der Stadt Moshi in Tansania am Kilimanjaro Christian Medical Center durchgeführt. Das Untersuchungsmaterial aus Bittergurke und Gurke zum Vergleich wurde im World Vegetable Center in Taiwan hergestellt, in dem in Kooperation mit der Arbeitsgruppe Internationale Ernährung des Gießener Instituts für Ernährungswissenschaft auch Vorstudien durchgeführt worden waren. Diese zeigten, dass nicht ein einzelner Wirkstoff, sondern mehrere Komponenten für den Effekt der Bittergurke verantwortlich sind.

Diabetes mellitus Typ 2 stellt nicht nur die einzelnen Menschen und ihre Familien, sondern auch die Entscheidungsträger in Ländern mit wenig Geld für das Gesundheitswesen vor enorme Herausforderungen. Daraus ermisst sich die Bedeutung der Prävention und Behandlung durch eine Ernährung.

Publikation

Michael B.Krawinkel, Christine Ludwig, Mark E.Swaib, Ray-yu Yang, Kwok PanChund, Sandra D. Habicht: Bitter gourd reduces elevated fasting plasma glucose levels in an intervention study among prediabetics in Tanzania. Journal of Ethnopharmacology 2018; 216, 1-7.
https://doi.org/10.1016/j.jep.2018.01.016)

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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