Beste Vorbeugung: Händewaschen in der kalten Jahreszeit

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Händewaschen mit Wasser und Seife kann vor Infektionen schützen, gerade jetzt bietet effektive Handhygiene die beste Vorbeugung Beispielsweise gegen Grippeviren.

Viel zu viele Menschen nehmen es leichtfertig in Kauf, wegen unzureichender Hygienemaßnahmen schwerwiegend zu erkranken. Den Kontakt mit Bakterien und Viren kann man zwar nicht vermeiden, doch durch Händewaschen immerhin wesentlich reduzieren. Denn die Hände kommen im Alltag ständig mit Krankheitserregern in Kontakt. Das geschieht durch Türgriffe, Lichtschalter oder Gegenstände, die verschiedene Personen angreifen.

 

Vorbeugung mit Händewaschen

Das klassische Beispiel für die präventive Wirkung des Händewaschens sind Erkältungskrankheiten wie Schnupfen oder Grippe. Händewaschen verringert hier die Gefahr einer Ansteckung massiv, da die Keimzahl um mehr als 99 Prozent reduziert werden kann. Rhinoviren etwa lassen sich zu 65 Prozent auf den Händen nachweisen, zu 50 Prozent im Nasensekret und zu 39 Prozent im Speichel. Grippeviren ihrerseits überleben rund 48 Stunden auf den meisten Oberflächen. Eine Erkrankung droht vor allem, wenn die Erreger über die Hände weiter in die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund gelangen.

Im stationären Bereich muss das Personal grundsätzlich nach jedem Patientenkontakt die eigenen Hände im Rahmen der Handhygiene mit einem Desinfektionsmittel desinfiziert werden. Jedoch auch hier gibt es Situationen, in denen das klassische Händewaschen vorrangig ist. Ein gefährlicher und hartnäckiger Erreger wie zum Beispiel jener der Clostridium difficile-Infektion muss nach Kontakt mit einem Patienten bzw. einer Patientin unbedingt mittels Händewaschen entfernt werden, da er sonst nicht vollständig eliminiert werden kann.

 

20 bis 30 Sekunden braucht sinnvolles Händewaschen

Regelmäßig Händewaschen, sobald man nach Hause kommt, ist sehr empfehlenswert – weiters vor dem Kochen und Essen, sowie selbstverständlich nach dem Toilettengang. Um Keime zu minimieren, genügt eine kurzes Händewaschen aber nicht. Stattdessen sollte man die Hände unter fließende Wasser halten und anschließend die Handinnenflächen, Handrücken, die Fingerspitzen und auch die Fingerzwischenräume sowie die Fingernägel gründlich einseifen. Für das gründliche Händewaschen nicht stark verschmutzter Hände benötigt man 20 bis 30 Sekunden. Um die residente Hautflora zu entfernen, was bei der Handhygiene im Krankenhaus wesentlich ist, muss man drei Minuten lang mit Seife und Wasser die Hände waschen.

Seife gehört idealerweise zur Reinigung dazu, weil sie die Oberflächenspannung von Wasser senkt, das so besser in Kontakt mit den Schmutzpartikeln kommt. Überflüssig sind handelsübliche antibakteriell wirksame Seifen, da sie Keime nicht besser entfernen als normale Seifen. Da der Säureschutzmantel der Haut eine natürliche Barrierefunktion gegen Krankheitserreger darstellt, sind pH-neutrale Seifen zu bevorzugen. Flüssigseifen sind hygienischer als die klassischen Seifenstücke. Die Temperatur des Wassers spielt übrigens dabei keine Rolle. Es ist aber sinnvoll, die nassen Hände gründlich zu trocknen, da Keime im feuchten Milieu besser überleben können.

Desinfektionsmittel ersetzen das Händewaschen nicht

Im Haushalt verwendete Desinfektionsmittel können die Anzahl der Keime zwar reduzieren, allerdings ersparen sie das Händewaschen nicht. Desinfektionsmittel sind vor allem dann sinnvoll, wenn es Familienmitglieder gibt, die an einer hochansteckenden Infektion oder durch eine mit Immunschwäche einhergehenden Krankheit, z.B. nach einer Krebstherapie, leiden. Jedenfalls ist zu beachten, dass Desinfektionsmittel nur auf und in die trockene Haut eingerieben werden dürfen. Denn auf nasse Hände aufgetragen verlieren sie ihre desinfizierende Wirkung sofort.

Weiters haben die in praktischen kleinen Fläschchen abgefüllten Desinfektionsgels für unterwegs eher eine psychologische Wirkung. Schließlich ersetzen sie keinesfalls das Händewaschen.

Quelle: Univ.-Prof. Dr. Florian Thalhammer, Leiter der klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der MedUni Wien

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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