Bedeutung der Compliance bei Hypertonie

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Die Compliance bei Hypertonie ist wichtig für die konsequente Behandlung des Bluthochdrucks, obwohl der Patient meist nichts von der Erkrankung merkt.

 

Die Compliance bei Hypertonie ist ein Paradebeispiel für die Bedeutung von Compliance: sie kann Leben retten und verlängern sowie die Lebensqualität merklich erhöhen. Denn da der Hypertonie-Patient meist keine Beschwerden wahrnimmt, stellt er sich die Frage, warum er Medikamente dagegen einnehmen soll.

Hypertonie oder Bluthochdruck führt jedoch – unbehandelt – in vielen Fällen zu schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dabei stellt die Behandlung der ­Hypertonie nur in wenigen der Fällen ein therapeutisches Problem dar, denn es stehen zahlreiche medikamentöse Therapien zur Verfügung.

 

Unkenntnis der Betroffenen und mangelnde Compliance bei Hypertonie sind die Hauptprobleme

Grund dafür, dass Bluthochdruck auch für das Gesundheitssystem eine enorme Belastung darstellen, ist einerseits eben die mangelnde Compliance bei Hypertonie und andererseits die Unkenntnis der Betroffenen. Regelmäßige Blutdruckkontrollen erfordern einen hohen ärztlichen Aufwand und können idealerweise von den Betroffenen selbst übernommen werden.

In der Medizin ist Compliance nachwievor ein häufig verwendeter Begriff, obwohl man heute immer mehr von Adhärenz spricht. Der Unterschied ist, dass bei Compliance davon ausgegangen wird, dass der Patient sich ausnahmslos an alle Therapieempfehlungen des Arztes hält. Dies entspricht selten der Realität, denn schon ein einmaliges Vergessen der Einnahme beispielweise einer Tablette gilt als Non-Compliance.

Adhärenz oder Adherence – was im Englischen Einhalten oder Befolgen bedeutet – beschreibt die Zustimmung des Patienten, die mit dem Arzt gemeinsam vereinbarte Behandlung bestmöglich einzuhalten. In beiden Fällen hat der Patient großen Einfluss auf Wirkungen und unerwünschte Wirkungen seiner Medikamente aber auch andere Therapieformen. Mitarbeit ist also ein Gebot der Compliance bei Hypertonie.

Zahlreiche Studien haben ein ähnliches Bild ergeben: Der Prozentsatz der Hypertonie-Patienten, die unter medikamentöser Behandlung einen normalen Blutdruck haben, liegt bei etwa 10% – ein deutliches Signal für mangelnde Compliance bei Hypertonie.

 

Medikamentöse Therapie und unerwünschte Wirkungen können die Compliance bei Hypertonie auf die Probe stellen

Für jeden Hypertoniker gibt es unter den verschiedenen Blutdrucksenkern den passenden Wirkstoff, wobei es natürlich auch zu unangenehmen Wirkungen kommen kann. Dies führt dann sehr oft wiederum dazu, dass stillschweigend das Medikament abgesetzt wird oder die Dosis eigenmächtig reduziert wird.

Ein gemeinsam mit dem Arzt nach zuvor vergeblichen Anläufen gefundenes gut verträgliches Medikament kann die Compliance bei Hypertonie deswegen sehr fördern.

Darüber hinaus muss der ­Hochdruck-Patient aber ausführlich informiert werden, dass gerade zu Therapiebeginn Nebenwirkungen auftreten können. Denn die Blutdrucksenkung kann vor allem zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen, was allerdings vorüber geht. Aus Untersuchungen ist bekannt, dass Hypertonie-Patienten die von ihrem Arzt erhaltene Therapie nur zu 40% einhalten. Dies zeigt abschließend erneut, wie wichtig die Compliance bei Hypertonie in der Praxis ist.

 

Quellen und weitere Informationen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2503662/

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3068890/

http://www.who.int/chp/knowledge/publications/adherence_full_report.pdf

http://www.amcp.org/WorkArea/DownloadAsset.aspx?id=17481

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MEDMIX Online-Redaktion

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