Baldrian bei Schlafstörungen anwenden

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Baldrian bei Schlafstörungen wird zur Beruhigung und Entspannung angewendet, um wiederkehrende Nervosität und Angstzustände lindern zu helfen.

Schon Hippokrates wusste, dass Baldrian bei Schlafstörungen beruhigend und schlaffördernd wirkt. In der Volksmedizin wird Baldrian – Valeriana officinalis oder Echter Baldrian – seit dem 18. Jahrhundert bei Symptomen wie Schlaflosigkeit, Stress, Reizbarkeit und Angstzuständen angewendet.

 

Schlafstörungen sind weit verbreitet

Schlaflosigkeit – Klagen über Ein- und Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen und Beeinträchtigung der Tagesbefindlichkeit – ist ein weitverbreitetes Symptom, unter dem etwa 20% bis 35% der erwachsenen Personen in den Industrieländer leiden.

Zur Verbesserung ihres Schlafs nehmen fast ein Fünftel der Bevölkerung und fast die Hälfte aller Schlafgestörten Schlafmittel ein. Speziell synthetische Wirkstoffe führen bei täglicher Einnahme über längere Zeiträume zu einer Abhängigkeitsentwicklung.

Durch Nebenwirkungen wie starke Muskelrelaxation oder Atemdepression wird der Einsatz von Hypnotika vom Typ der Benzodiazepin-Rezeptoragonisten (Benzodiazepine, Cyclopyrrolone und Imidazopyridine) bei leichten Schlafstörungen kritisch gesehen. Auch sedierende Antidepressiva oder Neuroleptika sind aufgrund ihrer unerwünschten anticholinergen und antialpha-adrenergen Wirkungen bedenklich.

 

Stellenwert der Phytopharmaka wie Baldrian bei Schlafstörungen

All die beschriebenen Komplikationen sind Gründe, dass pflanzliche Arzneimittel die am häufigsten eingesetzten Schlafmitteln sind, wobei seit Jahrhunderten Heilpflanzen wie Baldrian bei Schlafstörungen angewendet werden.

Phytopharmaka werden in erster Linie zur Behandlung von leicht bis mäßig ausgeprägten Schlafstörungen – der Insomnie – angewendet. Vorzugsweise sind es jenen Wirkstoffe, die die Tagesbefindlichkeit der betroffenen Personen nicht wesentlich beeinflussen. Die allgemein gute Verträglichkeit und die geringeren Arzneimittelinteraktionen sind die wesentlichen Vorteile der Phytopharmaka bei Schlafstörungen. Es kommt kaum zu Nebenwirkungen, wenn ja sind diese beschränkt auf Magenbeschwerden und vorübergehende, harmlose Hautreaktionen.

Insbesondere kommen Extrakte von Baldrian und Melisse sowie Passionsflora, Hopfen und Lavendel – oft auch in Kombination – zum Einsatz: ihnen wird eine Schlaf anstoßende bzw. den Schlaf verbessernde sowie beruhigende Wirkung zugeschrieben.

 

Warum Baldrian bei Schlafstörungen wirkt

In den letzten Jahren wurden durch verschiedene Forschungen auch immer eingehender untersucht, wie die Heilpflanze Baldrian bei Schlafstörungen genau wirkt bzw. welcher Inhalsstoff für den sedierenden Effekt verantwortlich ist. Im Gehirn wirken verschiedene Müdemacher; einer davon ist der Botenstoff GABA.

In den Jahren 2007 und 2008 konnten Wiener Forscher zeigen, dass der Naturstoff Valerensäure aus dem Baldrian 20einen bestimmten Typ von sogenannten GABA-A-Rezeptoren auf Nervenzellen stimuliert. Dadurch wird die Erregbarkeit von Nervenzellen gehemmt. In weiterführenden Untersuchungen wurde dann entdeckt, dass Valerensäure eine angstlösende und schlaffördernde Wirkung hat.

Baldrian wirkt sanft und behutsam und hat kaum Nebenwirkungen, ausserdem stellt eine anhaltende Einnahme keine Gefahr für einer mögliche Abhängigkeit dar. Die ersehnte Wirkung tritt einerseits bereits kurz nach der Anwendung ein, die regelmäßige Einnahme über mehrere Tage intensiviert allerdings die entspannende und beruhigende Wirkung. Die Anwendung von Baldrian bei Schlafstörungen erfolgt ohne Beeinträchtigung der Tagesbefindlichkeit, was sehr oft ein wichtiges Argument für seinen Einsatz ist.

Quellen und weitere Informationen zu Baldrian bei Schlafstörungen:

British Journal of Pharmacology: Valerenic acid derivatives as novel subunit-selective GABA (A) receptor ligands – in vitro and in vivo characterization. S. Khom, B. Strommer, J. Ramharter, T. Schwarz, C. Schwarzer, T. Erker, G.F. Ecker, J. Mulzer, S. Hering.

http://www.uni-bonn.de/Aktuelles/Presseinformationen/2004/058.html

https://umm.edu/health/medical/altmed/herb/valerian

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Lena Abensberg

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