B- und T-Zellen zur Bekämpfung von Tumoren

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Wie Tumorzellen spezifischer erkannt werden und wie T-Zellen so verändert werden können, dass sie bösartiges Gewebe gezielt vernichten können.

Das Immunsystem übernimmt eine für den Menschen lebenswichtige Wach- und Abwehrfunktion. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Lymphozyten. Es sind die kleinsten Vertreter der weißen Blutkörperchen, der Leukozyten, und die wichtigsten Träger der gezielten Immunabwehr. Es gibt drei verschiedene Zelltypen. Die B-Zellen und die T-Zellen (T-Lymphozyten) tragen ihre Namen nach ihren unterschiedlichen Reifungsorten: Knochenmark (englisch: bone) für die B-Zellen (B-Lymphozyten) und Thymus (T) für die T-Lymphozyten. Die natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) heißen so aufgrund ihrer Aufgabe, infizierte Zellen oder Tumorzellen zu erkennen und direkt zu zerstören.

Immunsystem gezielt stärken

Die B-Zellen produzieren Abwehrstoffe – sogenannte Antikörper. Diese richten sich jeweils spezifisch gegen ein als körperfremd erkanntes Antigen. Die T-Zellen erkennen Antigene, also körperfremde Strukturen, wenn sie sich an der Oberfläche von körpereigenen Zellen befinden. T-Zellen sorgen dann dafür, dass die entsprechenden kranken oder veränderten Zellen entfernt werden. Kommt es zum Versagen dieser „Immunpolizei“, können Allergien, Autoimmunerkrankungen oder bösartige Tumoren des Immunsystems entstehen.

Trotz der großen Fortschritte, die auf diesem Gebiet in den letzten Jahren erfreulicherweise erzielt wurden, bleiben noch wesentliche Probleme ungelöst, die auch mit der Ausbreitung dieser Erkrankungen zusammenhängen. So kann eine Immunzelle in ihrer bösartigen Form nicht nur eigenes Gewebe angreifen, sondern sich im Organismus erfolgreich über Jahre verstecken, verschiedenste Formen und Bilder annehmen und sich somit hochflexibel diagnostischen Verfahren und Therapien entziehen.

 

Immuntherapie: T-Zellen stärken

Die neuen Möglichkeiten, Strategien der Immunzellen des B- und T-Zellsystem in ihren bösartigen Varianten zu durchschauen und Gegenstrategien zu entwickeln – T-Zellen in Laborversuchen so zu verändern, dass sie Tumorzellen gezielt vernichten können –, sind wesentlicher Bestandteil der heutigen Forschung. Wenn es gelingt, vor allem die T-Zellen zu stärken, liegt in der Immuntherapie zweifellos eine große Chance für Tumorpatienten.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. https://www.pathologie-dgp.de

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