Axiale Spondyloarthritis und depressive Symptome

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Die chronische Wirbelsäulenerkrankung Axiale Spondyloarthritis verursacht bei vielen betroffenen Patienten depressive Symptome.

Menschen mit Axialer Spondyloarthritis (AxSpA) haben häufiger depressive Symptomen als Gesunde und fühlen sich weniger wohl. Eine deutsche Studie zu dieser chronischen Wirbelsäulenerkrankung zeigt den Bedarf, dass depressive Symptome in zukünftige Behandlungskonzepte für Menschen mit Axialer Spondyloarthritis einbezogen werden.

 

Axiale Spondyloarthritis – chronische Wirbelsäulenerkrankung

Der recht neue Begriff axiale Spondyloarthritis beschreibt eine entzündliche Wirbelsäulenerkrankung, die mit verschiedenen muskuloskeletalen und extraskeletalen Symptomen vergesellschaftet ist. Die ersten Symptome sind meist meist Rückenschmerzen mit entzündlichem Charakter.

Im Krankheitsverlauf kommt es zu Entzündungen an der Wirbelsäule, die im weiteren Verlauf durch strukturelle Veränderungen am Knochen, meist in der Form von Knochenneubildung, gekennzeichnet sind. Es kommt zu knöchernen Veränderungen, sogenannten Ankylosen, an den Kreuz-Darmbeingelenken, den Sakroiliakalgelenken, und der Wirbelsäule.

 

AxSpA-Patienten haben oft depressive Symptome

Berliner Wissenschaftler haben das psychische Wohlbefinden von Patienten mit Axialer Spondyloarthritis mithilfe eines geprüften Screening-Instruments untersucht. Sie werteten die Fragebögen von Insgesamt 1.736 Männer und Frauen verschiedener Altersgruppen aus. Daraus ergab sich, dass der Anteil von AxSpA-Patienten mit depressiven Symptomen hoch ist:

  • Nur 42 Prozent der Personen bezeichneten ihr Wohlbefinden als gut.
  • Immerhin 28 Prozent äußerten leichte,
  • 31 Prozent sogar mittlere bis schwere depressive Symptome.
  • Die höchste Prävalenz depressiver Symptome hatten 40- bis 59-jährige Patienten.
  • Ältere Betroffene haben am häufigsten ein gutes Wohlbefinden.

Depressive Symptome sind oft mit Stress und wenig Bewegung vergesellschaftet. Das könnte ein Mitgrund sein, dass die Axiale Spondyloarthritis eine negativen Einfluss auf die Psyche der Betroffenen ausübt. Aus den Ergebnissen leiten die Forscher, dass bei AxSpA-Patienten insbesondere im Alter zwischen 40 und 59 depressive Symptome geprüft werden sollten.

Axiale Spondyloarthritis – depressive Zeichen bei Wirbelsäulenleiden: Studie ausgezeichnet

Axiale Spondyloarthritis (AxSpA), eine chronischen Wirbelsäulenerkrankung, verursacht bei den betroffenen Patienten häufig depressive Symptome und beeinträchtigt sehr stark das Wohlbefinden. Dies zeigt eine Studie von Imke Redeker aus Berlin. Für ihre Ergebnisse wurde die Statistikerin mit dem Hans-Hench-Preis für Rehabilitations- und Versorgungsforschung 2018 ausgezeichnet. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen des 46. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) verliehen, der vom 19. bis 22. September 2018 in Mannheim stattfand. Die Erkenntnisse von Redeker und ihren Co-Autoren unterstreichen den Bedarf, depressive Symptome in zukünftige Behandlungskonzepte für AxSpA-Patienten miteinzubeziehen.


Quelle:

46. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, September 2018, Mannheim


Literatur:

Redeker I, et al.: Determinants of psychological well-being in axial spondyloarthritis: an analysis based on linked claims and patient-reported survey data; Ann Rheum Dis 2018;0:1–8. doi:10.1136/annrheumdis-2017-212629

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About Author

Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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