Können Atemprobleme Bettnässen verursachen?

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Nach Mandeln- oder Polypen-OP leiden viele Kinder nicht mehr an Bettnässen, offenbar können auch Atemprobleme die Symptome verursachen.

Man spricht bei Bettnässen oder Einnässen nicht von einer Krankheit, sondern von Symptomen mit unterschiedlichen Ursachen, wodurch sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten ergeben. Das tagsüber auftretende Einnässen wird als Enuresis diurna, das nächtliche als Enuresis nocturna bezeichnet, wobei beides gemeinsam auftreten kann.

In vielen Fällen scheinen die Symptome offenbar auf Atemprobleme zurückzugehen. Warum das so sein soll, ist bis heute nicht geklärt. Zahlreiche Experten hatten in den letzten Jahrzehnten beobachtet, dass viele Kinder nach der Entfernung vergrößerter Mandeln oder Polypen nachts nicht mehr an Bettnässen litten.

So ergab etwa im Jahr 2001 eine Untersuchung von 300 Kindern mit vergrößerten Mandeln oder Polypen, dass vor der Operation mehr als ein Drittel von ihnen von Enuresis nocturna, wie Bettnässen auch bezeichnet wird, betroffen waren. Nach dem Eingriff hörte das Bettnässen bei 63 Prozent dieser Kinder binnen drei Monaten auf. Andere Untersuchungen ergaben ähnliche Resultate.

Deswegen vermuten Experten, dass nicht nur vergrößerte Mandeln und Polypen, sondern auch ein zu enger Gaumen das Enuresis nocturna verursachen könnte. Dadurch wird die Zunge zurückgeschoben und behindere im Schlaf die Atmung.

 

Bettnässen weit verbreitet

Bettnässen ist ein weit verbreitetes Phänomen. Es betrifft mehr als 20 Prozent der Fünfjährigen und noch zehn Prozent der Siebenjährigen. Über die Ursachen wird generell viel spekuliert. Als gesichert gilt, dass psychische Probleme nur selten der Grund sind, aber oft die Folge, und dass der Mangel an einem bestimmten Hormon ebenfalls eine Rolle spielt.

 

Enuresis nocturna nach operierten Atemwegen nahezu verschwunden

Warum auch eine Behinderung der Atemwege zu Bettnässen führen kann, ist unbekannt. Einer Theorie zufolge erzeugen die Atemprobleme Druck im Unterleib und stimulieren so den Harndrang. Ein anderes Erklärungsmodell besagt, dass eine schlechte Atmung die Sauerstoffkonzentration im Blut verringert und dadurch auf Hormone einwirkt, die an der Urinproduktion beteiligt sind.

In der eingangs zitierten US-amerikanischen Untersuchung mit 300 Kindern konnte gezeigt werden, dass ein Viertel der Kinder, die wegen Behinderung der Atemwege operiert wurden, anschließend fast über Nacht trocken wurden. Bei der Hälfte der übrigen Kinder besserte sich der Zustand innerhalb von sechs Monaten. Nur bei etwa jedem vierten Kind gab es keine Veränderung.

Atemwege bei Enuresis nocturna untersuchen. Verschiedene Fachärzte empfehlen, bei Kindern mit dem Problem Bettnässen die Atemwege zu untersuchen und die Eltern zu fragen, wie die Kinder schlafen und ob sie schnarchen.

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Rainer Müller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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