Ascorbinsäure in Erkältungsmitteln

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Zusatz von Ascorbinsäure – Vitamin C – bei grippalem Infekt: der Vitamin C-Zusatz in Erkältungspräparaten ist unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll.

Biologisch aktiv ist nur L-Ascorbinsäure, die übrigen Stereoisomere zeigen keine Vitamin C-Aktivitäten. Als Resorptionsort für Vitamin C dient der obere Dünndarm (Jejunum, Ileum), wo natrium­abhängige Transporter die Aufnahme ins Epithel sichern.

 

Dosierungen und Bioverfügbarkeit der Ascorbinsäure

Dosierungen bis 200 mg oral angewendet gelangen nüchtern fast vollständig ins Blut, bei höheren Dosierungen nimmt die Bioverfügbarkeit ab. Die Bioverfügbarkeit fällt bei 3 Gramm auf 40%, bei 12 Gramm beträgt sie nur noch 16%. Mit dem täglichen Einsatz von 100 mg Ascorbinsäure erreichen erwachsene Personen eine vollständige intrazelluläre Vitamin C-Sättigung.

 

Vorbeugende Wirkung von Ascorbinsäure

Es existieren viele experimentelle und in vitro-Befunde für die Bedeutung von ­Ascorbinsäure bei der Infektresistenz, klinische Daten sind nur wenige verfügbar.

So wurde beispielsweise 2009 die Datenlage zur Ascorbinsäure-Prophylaxe nach drei Gesichtspunkten untersucht, mit den Fragestellungen, ob Vitamin C die Morbidität reduzieren oder die Krankheitsdauer verkürzen kann bzw. der Einsatz vonAscorbinsäure bei schon ausgebrochenem Infekt eine größere Bedeutung zukommt.

Nach Auswertung von 30 Studien mit mehr als 10.000 Probanden ergab sich, dass eine vorbeugende Ascorbinsäure-Supplementierung in der normal ernährten Bevölkerung keinen klinischen Nutzen zeigte. In Subgruppen ergab sich eine Risikominderung durch eine Vitamin C-Prophylaxe beispielsweise bei Leitungssportler und in Stresssituationen.

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Vitamin C und einer Verkürzung der Krankheitsdauer zeigte sich, dass prophylaktische Vitamin C-Gaben sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern tatsächlich die Dauer der Erkrankung reduzierte. Bei Erwachsenen war der Rückgang der Erkältungsdauer etwa 8%, bei Kindern war er deutlicher um 14%. Allerdings verringerte Vitamin C die Schwere der Erkrankung in der Normalbevölkerung nicht. Kinder und Senioren sowie Patienten mit Mangelversorgung profitierten allerdings vom Ascorbinsäure-Zusatz.

Im Zusammenhang mit einer therapeutischen Verabreichung von Ascorbinsäure bei schon ausgebrochenem Infekt zeigte eine andere Metaanalyse, dass Vitamin C in Gramm-Dosen weder die Dauer noch die Schwere der Erkältungssymptome lindern konnte.

Während also der pharmakologische Effekt auf das Immunsystem abgesichert ist, bleiben die positiven Effekte von vorbeugenden Gaben von Vitamin C auf den Krankheitsverlauf bei einer Erkältung überschaubar. Bei bestimmten Bevölkerungsgruppen wie Kindern und Senioren und bei Mangelversorgung ist aber ein Nutzen gegeben.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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