Aromatherapie bei Erkrankungen der Atemwege

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Die medizinische Aromatherapie mit hochwertigen, 100-prozentig natürlichen ätherischen Öle zeigt bei Erkrankungen der Atemwege gute Effekte.

Bei Erkrankungen des respiratorischen Trakts – insbesondere auch bei Infektionen der Atemwege – kann die medizinische Aromatherapie vielfältige positive Effekte entfalten. Dies belegen zahlreiche Studien. Das Wirkspektrum ausgewählter ätherischer Öle reicht dabei von Durchblutungsförderung über Entzündungshemmung und Schmerzlinderung bis hin zu antimikrobiellen Eigenschaften. Besonders hervorzuheben ist dabei eine nachgewiesene Wirkung gegen Viren.

 

Ätherische Öle entfalten ihre Wirkung über zwei unterschiedliche Effekte

Bei der Aromatherapie mit Ätherischen Ölen setzen die einzelnen Duftstoffe durch das Riechen effektive Impulse am Riechnerv. Schließlich werden diese Impulse in bestimmte Areale im Mittel- und Zwischenhirn weitergeleitet und führen dort innerhalb von Sekundenbruchteilen zu Veränderungen.

Es handelt sich dabei um zahlreiche Gebiete, die für Gesundheit und Wohlbefinden von größter Bedeutung sind. Sie sind beispielsweise für Schmerzempfindung und Schmerzbeurteilung, für Gedächtnis und Lernen, für die Stimmung und die Wahrnehmung sowie für das vegetative Nervensystem zuständig. Schließlich beeinflussen sie damit alle Organsysteme im Körper.

Über pharmakologische oder biochemische Mechanismen entfalten die Inhaltsstoffe der ätherischen Öle ihre jeweiligen Eigenschaften auch direkt am Zielort. Das kann beispielsweise auch in den Atemwegen geschehen. Grundsätzlich sollen sie vor allem die Durchblutung fördern und Entzündungen hemmen sowie Schmerzen lindern.

 

Die Aromatherapie wirkt

In der medizinischen Aromatherapie kommen hochwertige, zu 100 Prozent natürliche ätherische Öle zum Einsatz. Diese werden in den meisten Fällen durch Wasserdampfdestillation auf schonende Weise extrahiert.

Citrusöle werden durch Pressung der Schale gewonnen. Grundsätzlich handelt es sich dabei um Gemische von meist mehr als 50, oft sogar mehr als 100 unterschiedlichen Inhaltsstoffen, die alle zur Wirkung beitragen. Die Anwendungsformen reichen von Einreibung und Massage über Inhalation, Teil- oder Vollbad bis hin zu
Kompresse und Wickel.

Ätherische Öle haben bereits in der traditionellen Medizin vieler Hochkulturen eine bedeutende Rolle gespielt. Von China, Tibet, Indien über Ägypten bis hin zur europäischen Klostermedizin. Schließlich haben Wissenschaftler in hunderten seriösen Studien die Effekte von Einzelsubstanzen und Wirkstoffgemischen sowohl im Rahmen der Grundlagenforschung als auch im klinischen Bereich mittlerweile auch detailliert beschrieben und auch belegt.

 

Bewährte Aromatherapie-Anwendungen bei Erkrankungen der Atemwege

Die Aromatherapie bei Erkrankungen der Atemwege zeigt in erster Linie bei Infektionen sehr gute Wirkungen. Grundsätzlich sind diese Indikationen ein dankbares Einsatzgebiete ätherischer Öle, weil die Wirkstoffe bei fachkundiger Anwendung durch Inhalation sicher, einfach, zuverlässig sowie gut wirksam und verträglich an den gewünschten Wirkort gelangen.

Bevorzugt lindern ätherische Öle von Nadelhölzern – beispielsweise aus Latschenkiefer Weißtanne, Atlaszeder, aber auch Cajeput, Thymian, Oregano, Myrte sowie Eukalyptus – die Beschwerden.

Zahlreiche Studien belegen die positiven Effekte. Neben Durchblutungsförderung und Entzündungshemmung sind eine regenerierende Wirkung auf geschädigte Schleimhaut, eine Erleichterung von Husten sowie ein leichteres Abhusten von Sekret nachgewiesen. Bestimmte Inhaltsstoffe bewirken auch eine leichte Erweiterung
der Bronchien, das das Atmen erleichtert. Darüber hinaus wirken sie effektiv gegen Viren, aber auch Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger.

 

Die Aromatherapie ist gut verträglich

Grundsätzlich zeichnen sich hochqualitative ätherische Öle durch eine gute Verträglichkeit aus. Zu vermeiden sind Produkte von schlechter oder fragwürdiger Qualität wie beispielsweise zu alte oder gepantschte Öle. Wichtig ist in jedem Fall, auf eine gut verträgliche Dosierung und Anwendung zu achten, insbesondere um Reizungen zu verhindern. Besonders wichtig ist dies bei empfindsamen Personen beziehungsweise empfindsamen Zuständen, wie beispielsweise Schwangerschaft und Stillzeit, Kindesalter und hohes Alter sowie Epilepsie und Tumorerkrankungen.

 

Fertigprodukte versus individuelle Medizin

Oft können bereits mit einem einzelnen ätherischen Öl – immer hohe Qualität vorausgesetzt – gute Erfolge erzielt werden. Die praktische Erfahrung zeigt jedoch, dass durch eine Mischung von zumindest drei bis fünf verschiedenen ätherischen Ölen die Wirkung noch verbessert werden kann.

Denn der ganzheitliche Ansatz der Aromatherapie kommt verstärkt zur Geltung, weil ein weiteres Spektrum erfassbar ist. Schließlich können auch mehr als fünf ätherische Öle gemischt werden. Die Behandler sollten allerdings immer überlegen, welche Kombinationen in der jeweiligen Indikation tatsächlich sinnvoll sind.

 

Individuelle medizinische Aromatherapie

Grundsätzlich werden ätherische Öle als individuelle medizinische Aromatherapie (auch im Sinne der Salutogenese – der Gesunderhaltung) ganzheitlich auf einen Menschen abgestimmt. Die Behandlung vorliegender Krankheiten sowie Beschwerden obliegt den Ärzten.

Individuell zubereitete Mischungen bieten schließlich den Vorteil, dass sie nicht nur die körperlichen Symptome, sondern auch die Stimmungslage sowie die Gesamtheit Körper, Geist und Seele eines Menschen positiv beeinflussen. Daneben gibt es auch Fertigprodukte, insbesondere aus der Apotheke oder dem seriösen Fachhandel.

Literatur:

Wolfgang Steflitsch/Dietmar Wolz/Gerhard Buchbauer: Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis, Stadelmann, Verlag 2013


Quelle:

Statement »Die medizinische Aromatherapie und ihr Stellenwert in der Therapie von Erkrankungen des respiratorischen Trakts«. Dr. Wolfgang Steflitsch, Facharzt für Lungenheilkunde im Pulmologischen
Zentrum, Otto Wagner Spital, SMZ Baumgartner Höhe, Wien beim Pressegespräch »Gegen Antibiotikaresistenzen: Infektabwehr aus der Natur«, November 2018

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