Argipressin bei septischen Schock

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Argipressin – Arginin-Vasopressin – kann nun in 26 EU-Ländern als neue, wirksame Behandlungsoption bei einem septischen Schock eingesetzt werden.

In 26 europäischen Ländern ist nun als neue Behandlung für septischen Schock das auch als Hypophysenhinterlappenhormon bezeichnete Argipressin zugelassen worden. Der Wirkstoff gehört zur Pharmakotherapeutische Gruppe Vasopressin und Analoga und ist auch als Arginin-Vasopressin bekannt.

 

Argipressin – Arginin-Vasopressin

Argipressin – Arginin-Vasopressin, das Hypophysenhinterlappenhormon oder antidiuretisches Hormon – wurde dem körpereigenen Hypophysenhinterlappenhormon Vasopressin nachgebildet. Die Substanz zeigt über eine Kontraktion der glatten Muskulatur des Gefäßsystems Blutdruck erhöhende und antidiuretische Eigenschaften. Für die Anwendung zur Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems bei einem septischen Schock steht der Wirkstoff in Deutschland bereits seit 2015 zur Verfügung. Katecholamin-refraktären Hypotonie bedeutet bei einem Patienten, dass trotz adäquater Volumentherapie und Einsatz von Katecholaminen der mittlere arterielle Blutdruck nicht auf Werte von 65-75 mmHg stabilisiert werden kann.

Argipressin wurde dem körpereigenen Hypophysenhinterlappenhormon Vasopressin nachgebildet. Dieses sogenannte antidiuretische Hormon regelt den Wasserhaushalt des Körpers und führt zu einer Verminderung der Harnausscheidung. Allgemein dienen Vasopressoren dazu, einen ausreichenden Blutdruck zu etablieren und so die Organe mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. In frühzeitiger Kombination mit dem Katecholamin Noradrenalin kann Argipressin die Herz-Kreislauf-Funktion sehr gut stabilisieren, die toxischen Effekte von hohen Noradrenalin-Dosen – zum Beispiel Arrhythmien, Ischämien oder Schädigung der Herzmuskelzelle – eindämmen, und die Überlebenschancen erhöhen.

 

Septischen Schock behandeln

Jährlich erleiden weltweit 30 Millionen Menschen einen septischen Schock, etwa jeder vierte Betroffene verstirbt daran. Der Begriff beschreibt einen durch eine generalisierte bakterielle Infektion – der Sepsis – hervorgerufenen Schockzustand.

Vor allem die negativen Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem sind beträchtlich und verschlechtern die Prognose bei einem septischen Schockes, da der endogene Vasodilatator Stickstoffmonoxid (NO) durch Schädigung der Adrenorezeptoren langfristig die vasokontriktorische Wirkung der Katecholamine aufhebt.

Bei einem septischen Schock sinkt der Blutdruck, das Bewusstsein wird getrübt, es kommt zu einem Anstieg der Atem- und Herzfrequenz. Eine Verschlechterung der Makro- und Mikrozirkulation kann in Folge zu Störung der Organdurchblutung, zu Organschäden und Multiorganversagen führen.

Die Überlebenschancen hängen bei einem septischen Schock wesentlich davon ab, wie rasch eine erfolgreiche Therapie der Infektion als Ursache der Sepsis begonnen wird. Hier werden hochdosiert Antibiotika intravenös eingesetzt. Hinzu kommt die möglichst rasch Stabilisierung der Herz-Kreislauf, um Organschäden zu verhindern.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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