Alzheimer-Gen ApoE4 erhöht bei Männern das Risiko für Hirnblutungen

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Zwar haben Frauen, die über das Alzheimer-Gen ApoE4 verfügen ein höheres Alzheimer-Risiko, doch Männer neigen häufiger zu gefährlichen Hirnblutungen.

Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) ist einer der wichtigsten genetischen Risikofaktoren für Alzheimer. So ist bei Menschen mit einem sogenannten ApoE4-Allel die Wahrscheinlichkeit, die Erkrankung zu bekommen, etwa um den Faktor 1,7 bis 2,4 erhöht. Laut neuesten Erkenntnissen, führt eine häufig auftretende genetische Variation des ApoE4-Gens bei Männern jedoch auch zu einem erhöhten Risiko für Gehirnblutungen.

 

Frauen mit ApoE4 Gen haben ein nahezu doppelt so hohes Alzheimer-Risiko

Sogenannte Mikroblutungen verursachen kleine Schädigungen im ganzen Gehirn, die nach und nach zu kognitiven Beeinträchtigungen, u.a. des Erinnerungsvermögens, beitragen. Die von der USC Davis School of Gerontology durchgeführte Studie zeigt, dass die genetische Variante, ApoE4, sich unterschiedlich auf Frauen und Männer mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder Alzheimer auswirkt. In diesem Sinne, unterstreicht die Untersuchung die Wichtigkeit von der ApoE4 Genvariation in Bezug auf Alzheimer. Sie baut auf bisherigen Studien auf, die Anzeichen für genderspezifische Unterschiede in der Behandlung der Erkrankung aufzeigen.

„Die Erforschung genderspezifischer Unterschiede in Bezug auf Alzheimer ist von großer Bedeutung. Wie die aktuelle Studie zeigt, kann die Erkrankung unterschiedliche Auswirkungen haben,“ so Caleb Finch, korrespondierender Autor der Studie und Professor an der USC Davis School of Gerontology and Dornsife College of Letters, Arts, and Sciences. „Frauen, die über das ApoE4 Gen verfügen, haben ein nahezu doppelt so hohes Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Zudem leiden Frauen unter wesentlich stärkeren kognitiven Beeinträchtigungen als Männer,“ so der Wissenschafter.

Die meisten Erkrankungen können anhand von Tierversuchen im Labor untersucht werden. „Für Alzheimer ist dies nicht der Fall,“ erklärt Finch. So sei die Erkrankung beim Menschen einzigartig. Sogar Mäuse und Affen, die über einige der mit der Krankheit assoziierten Faktoren verfügen, leiden nicht unter denselben kognitiven Beeinträchtigungen wie Alzheimer Patienten. Im Vergleich zu Tieren haben Menschen drei Varianten, darunter ApoE4, das häufigste Alzheimer Risiko-Gen.

 

ApoE4 verursacht bei Männern ein hohes Risiko für Mikro-Hirnblutungen

Wissenschafter unter der Leitung von Finch untersuchten Scans von 658 Patienten der Altersgruppe 48 bis 91 in den vereinigten Staaten und Kanada. Dabei stellte sich heraus, dass Männer mit der Genvariation ApoE4 und milden kongitiven Beeinträgigungen oder Alzheimer, ein doppelt so hohes Risiko für Mikro-Hirnblutungen ausweisen als Frauen.

Mikroblutungen unterscheiden sich ganz wesentlich von Schlaganfällen und zwar in Ausmaß und Auswirkung. Während der Schlaganfall als sogenanntes Makroereignis gilt, welches in der Regel nur eine Hirnhälfte betrifft und einen unmittelbaren Effekt hat, können Mikroblutungen im ganzen Gehirn über längere Zeit aufreten und so einen kumulativen Effekt hervorrufen.

Es gilt das Risiko für das Auftreten dieser Blutungen möglichst zu reduzieren. „Wir benötigen unterschiedliche therapeutische Strategien für männliche und weibliche Alzheimer-Patienten bzw. für Träger der ApoE4 Genvariatnte.

Literatur:

Mafalda Cacciottolo, Amy Christensen, Alexandra Moser, Jiahui Liu, Christian J. Pike, Patrick M. Sullivan, Todd E. Morgan, Egor Dolzhenko, Andreas Charidimou, Lars-Olaf Wahlund, Maria Kristofferson Wiberg, Sara Shams, Gloria Chia-Yi Chiang, Caleb E. Finch. The APOE4 allele shows opposite sex bias in microbleeds and Alzheimer’s Disease of humans and mice. Neurobiology of Aging, 2015.

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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