Anti-Baby-Pille kann das Schlaganfall-Risiko erhöhen

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Die Anwendung der Anti-Baby-Pille führt zu einer geringen Erhöhung des Schlaganfall-Risikos, wobei vor allem Risikogruppen betroffen sind.

Ein unlängst publizierte Studie ruft zu erhöhter Vorsicht auf, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen – Junge und vor allem gesunde Frauen können aufatmen, denn bei diesen Frauen gilt die Verhütung mittels Anti-Baby-Pille nach wie vor als sicher, und dass die Vorteile mögliche Risiken deutlich überwiegen. Zwar gilt auch hier Schlaganfall-Risiko als leicht erhöht, doch insgesamt ist es weiterhin gering. Dies berichten Wissenschafter des Loyola University Medical Center in einer soeben im Fachjournal MedLink Neurology veröffentlichten Studie.

 

Zusätzliche Faktoren zur Anti-Baby-Pille für Schlaganfall-Risiko sind Rauchen, Bluthochdruck und Migräne

Anders fällt die Prognose jedoch bei Frauen mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Migräne aus. Aufgrund der dadurch bedingten Erhöhung des Schlaganfall-Risikos bei dieser Patientengruppe, sollte von der Einnahme oraler Kontrazeptiva abgeraten werden, so das Resümee der Forscher.

Studienergebnisse im Detail. Konkret stellte sich heraus, dass pro 100.000 Frauen im gebärfähigen Alter, rund 4,4 Schlaganfälle auftreten. Die Einnahme der Anti-Baby-Pille führe, laut den Experten, zu einer Verdopplung dieses Risikos (8,5 Schlaganfälle pro 100.000 Frauen).

Dennoch sei das Schlaganfall-Risiko noch gering, betonten die Forscher. Es handelt sich in der Praxis um einen zusätzlichen Schlaganfall pro 25.000 Frauen, die mit einer Anti-Baby-Pille verhüten.

Stehen jedoch auch weitere Faktoren für das Schlaganfall-Risiko im Raum, kommt es zu einer deutlichen Erhöhung des Schlaganfall-Risikos. Beispielsweise ist das Schlaganfall-Risiko bei Frauen, die gleichzeitig rauchen, unter Bluthochdruck oder Migräne leiden, deutlich erhöht.

 

Wichtiges für die Verordnung der Anti-Baby-Pille

Wichtig sei es, die Verordnung der Anti-Baby-Pille entsprechend der allgemeinen gesundheitlichen Verfassung der Frauen anzupassen. Die Vorteile und Risiken sollten in diesem Sinne genau evaluiert werden, erklärt Jose Biller, Arzt am Loyola University Medical Center.

Bereits in früheren Untersuchungen stellte sich heraus, dass Präparate mit den Wirkstoffen Drospirenon, Desogestrel, Gestoden und Cyproteron zu einer Erhöhung des Thromboserisikos führen, wodurch in weiterer Folge auch das Risiko für eine Lungenembolie, aber auch einen Schlaganfall, erhöht sei. Dennoch hielten Behörden und Mediziner fest: Der Nutzen überwiegt nach wie vor das Risiko.

Doch Zusatzrisiken, darunter familiäre Veranlagung, Rauchen, Alkohol, Übergewicht, zu wenig Bewegung nach Operationen und das Alter müssten verstärkt berücksichtigt werden. Dies wurde bis dato unterschätzt und sollte vermehrt in die Patientenbetreuung einfließen, denn diese Risiken können sich überlagen bzw. addieren.

Quelle zur Anti-Baby-Pille-Studie: Marisa McGinley et al. Hormonal Contraception and Stroke. MedLink Neurology, September 2015

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About Author

Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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