Angsterkrankungen häufige Komorbidität

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Angsterkrankungen gehören neben Depressionen zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen, wobei Angst oft wesentlicher Bestandteil der Depression ist.

Angsterkrankungen und Depressionen werden laut WHO zukünftig an Häufigkeit und Beeinträchtigung kardiovaskulären Erkrankungen übertreffen, was auch bezüglich Gesundheitskosten von großer Bedeutung ist. Es sind sehr teure Erkrankungen, denen bis heute weder in Diagnostik noch Therapie der nötige Stellenwert eingeräumt wird.

 

Symptome der Angsterkrankungen

Angsterkrankungen treten häufig zu anderen körperlichen oder psychischen Erkrankungen auf und erschwerden dann die Behandlungsmöglichkeiten. Ausprägung und Verlauf der Angsterkrankungen umfassen ein breites Spektrum bis hin zu einem chronischen Leiden und sogar zur Invalidisierung.

Angst und Depression

  • Angst – sehr oft eine Zukunftsangst bei zwei Drittel der Depressionen – ist häufig ein wesentlicher Bestandteil der Depression.
  • Angst tritt auch im Rahmen spezifischer Angststörungen wie Panikstörung und Generalisierte Angststörung auf.
  • Angststörungen gehen mit der Zeit häufig in Depressionen über.
  • Bei Komorbidität von Angst und Depression sind schwere und chronifizierte Verlaufsformen zu befürchten.

 

Die wichtigsten Symptome der Angststörungen – insbesondere der Panikstörung und der sogenannte generalisierten Angststörung (GAD) – sind sowohl psychische als auch körperliche Manifestationen von Angstsymptomen sowie Vermeidungsverhalten. Während bei der Panikstörung und der generalisierten Angststörung die Angst das vorherrschende Symptom ist, herrscht bei Angsterkrankungen – auch als Phobien bezeichnet – das Vermeidungshalten vor, da die Angst bei der Konfrontation mit angstauslösenden Objekten bzw. Situationen auftritt. Bei einer Panikstörung sind vor allem Panik­attacken vorherrschend.

Angsterkrankungen als Begleiterkrankung

Wie erwähnt tritt das Symptom Angst meist bei depressiven Erkrankungen begleitend auf. Sehr oft sind Angst- und Depressionssymptome gleich stark ausgeprägt und treten als Komorbidität bei einer Reihe von zerebralen und allgemein-körperlichen Erkrankungen auf. Dazu zählen vor allem der Morbus Parkinson, endokrine Psychosyndrome, Entgiftung bzw. Entzug von Drogen und Alkohol aber auch diversen anderen Suchterkrankungen.

Bei Angsterkrankungen ist das Auftreten von wiederholten Episoden eher normal und nicht die Ausnahme. Nicht zuletzt wegen der hohen Komorbidität von Angst kommen in der Behandlung vor allem den Antidepressiva mit nachgewiesenen anxiolytischen Wirksamkeit eine besondere Bedeutung zu.

 

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Rainer Müller

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