Aminosäuren – Treibstoffe für den Organismus

0

Im Vergleich zu Vitaminen und Spurenelementen ist recht wenig über Aminosäuren zu lesen. Sie sind aber ebenso wichtig für den Körper, leider besteht oft ein Mangel.

Im Vergleich zu Vitaminen und Spurenelementen werden die mindestens ebenso wichtigen Aminosäuren recht stiefmütterlich behandelt, die jedoch häufig im Organismus nicht ausreichend vorhanden sind. Aminosäuren sind die Bausteine für Eiweiß, den Proteinen, die Hauptbestandteile unter anderem der Muskeln, zahlreicher Hormone, der Haut, der Botenstoffe im Gehirn, der Verdauungsenzyme und die für die Abwehr von Infekten wichtigen Immunglobuline sind.

Das aus Aminosäuren aufgebaute Eiweiß wirkt in Form von Hormonen und Zytokinen als Signalstoffe, die für die Kommunikation der Zellen unerlässlich sind. Das Muskel-Eiweiß als größte Eiweiß-Reservoir enthält die größten Aminosäuremengen.

Bei Hypothesen zur Entstehung des Lebens steht die erstmalige Produktion der Proteine im Fokus. Der Anbeginn des Lebens wäre auch ohne Enzyme nicht möglich gewesen, die der Körper vor allem für die Stoffwechselvorgänge als Katalysatoren braucht. Enzyme bestehen wiederum alle aus Aminosäuren.

Von den 20 Aminosäuren kann der Körper 8 nicht synthetisieren. Sie werden als essenzielle Aminosäuren bezeichnet und müssen daher mit der Nahrung bzw. mit einer Nahrungsmittelergänzung zugeführt werden. Zu den essenziellen zählen

  • Isoleucin,
  • Leucin,
  • Lysin,
  • Methionin,
  • Phenylalanin,
  • Threonin,
  • Tryptophan und
  • Valin.

Die restlichen 12 sind nichtessenzielle, die in der Leber aus den essenziellen synthetisiert werden. Allerdings werden die beiden nichtessenziellen Aminosäuren Arginin und Histidin häufig auch als essenzielle bezeichnet, weil sie oftmals nicht in ausreichender Menge vom Körper produziert werden können. Somit sind die nichtessenziellen:

  • Alanin,
  • Glycin,
  • Serin,
  • Tyrosin,
  • Prolin,
  • Cystein,
  • Asparagin,
  • Asparaginsäure,
  • Glutaminsäure und
  • Glutamin.

Neben diesen 20 Aminosäuren existieren noch eine Reihe spezieller, die für die Proteinsynthese nicht benötigt werden, aber an anderen Stoffwechsel-Prozessen beteiligt sind. Dazu gehören Ornithin und Citrullin, die im Harnstoffzyklus als Zwischenprodukte entstehen.

 

Aminosäuren in der Nahrung

In Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Getreide- und Milchprodukten sind Aminosäuren in den darin vorkommenden Proteinen enthalten. Sie entstehen im Verdauungstrakt durch die enzymatische Spaltung von Nahrungseiweiß. In der Leber werden aus essenziellen Aminosäuren u.a. körpereigene Proteine und nichtessenzielle Aminosäuren synthetisiert. Diese werden anschließend im Blut weitertransportiert und u.a. für die Bildung von Kreatin und Kreatinin sowie für die Biosynthese von Purinen und Pyrimidinen (Bestandteil von Energieträgern wie z.B. ATP und Bausteine für DNA und RNA) verwendet.

Hintergrund – Chemische Strukturen
Aminosäuren existieren als Stereoisomere, wobei der Organismus nur die jeweiligen L-Formen verwenden kann. Sie unterscheiden sich in ihrer Struktur durch Substitution eines der zwei Wasserstoffatome am Kohlenstoffatom mit einer anderen funktionellen Gruppe. Sie können durch diese funktionellen Gruppen charakterisiert werden, die häufig bei neutralem pH-Wert als unpolare, ungeladene aber polare, saure (negativ geladene), basische (positiv geladene) Gruppen klassifiziert werden.
Sie werden jedoch auch anhand ihrer chemischen Struktur eingeteilt, z.B. gehören Phenylalanin, Tyrosin, Tryptophan und Histidin zu den aromatischen Aminosäuren, obwohl Tyrosin polar und Histidin basisch ist. Eine andere Gruppeneinteilung umfasst die aliphatischen oder neutralen Aminosäuren Glycin, Alanin, Isoleucin, Leucin, Valin, Serin, Threonin und Prolin, wobei Prolin eine zyklische Aminosäure ist

Share.

About Author

Axel Rhindt

Comments are closed.