Alzheimer früh erkennen mit Panoramix-Computerspielen

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Langfristig könnten Computerspiele die Diagnose ergänzten, um letztendlich leichte kognitive Beeinträchtigungen und Alzheimer früh erkennen zu können.

Weltweit leiden 50 Millionen Menschen an Demenz, davon etwa zwei Drittel an Alzheimer. Deswegen ist es wichtig, eine leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) als mögliche Vorstufe von Alzheimer früh erkennen zu können. In einer kürzlich in Methods of Information in Medicine (Thieme Publishers, New York. 2018) veröffentlichten Pilotstudie konnte die Kombination aus drei Computerspielen zuverlässig ermitteln, ob Probanden bereits an Alzheimer erkrankt sind, oder unter leichter kognitiver Beeinträchtigung leiden. Grundsätzlich kann man in frühen Stadien den kognitiven Verfall besser bremsen.

 

Herkömmliche Testverfahren, um Alzheimer früh erkennen zu können, kosten viel Zeit und sind fehleranfällig

Bedauerlicherweise sind herkömmliche Testverfahren für Alzheimer und LKB zeitraubend sowie fehleranfällig. Schließlich kommen sie auch meistens erst dann zum Einsatz, wenn es für vorbeugende Maßnahmen bereits zu spät ist. Deswegen ist der Bedarf an Alternativen auch groß, Alzheimer früh erkennen zu können.

Sonia Valladares-Rodriguez von der spanischen Universität Vigo und ihre Mitautoren präsentierten und bewerten in einer Pilotstudie ein Set von sechs Computerspielen zur Erkennung von Alzheimer und LKB. Diese sogenannten „Serious Games“ dienen als Lern-, Evaluierungs- und Übungsprogramme und motivieren durch spielerische Elemente.

 

Set von sechs Panoramix-Computerspielen

Das Set von sechs Spielen mit dem Titel Panoramix dient zur Überprüfung der wichtigsten kognitiven Früherkennungsmarker. Dazu zählen Gedächtnis, Verhaltenskontrolle, Aufmerksamkeit und Gnosis. Letzteres ist die Fähigkeit, Informationen zu interpretieren und ihnen Bedeutung beizumessen.

Schließlich testeten nun in einer Kohortenstudie 16 ältere Personen die Panoramix-Spiele. Darunter waren Alzheimerpatienten sowie Menschen mit LKB und als Kontrolle gesunde Testpersonen.

Aus den kombinierten Ergebnissen von drei der sechs Spiele konnte das lernfähige System zu hundert Prozent korrekt bestimmen, ob eine Testperson gesund ist, oder an Alzheimer oder LKB leidet.

Dabei bewertete das Spiel „Procedurix“ das prozedurale Gedächtnis und die Bewegungskoordination der Probanden, die einen rotierenden Kreis so genau wie möglich nachverfolgen müssen. Das semantische Gedächtnis wird bei „Semantix“ anhand von 52 Chip-Sets mit je drei Bildern getestet. Erinnerungen an vergangene Erlebnisse werden im episodischen Gedächtnis gespeichert. Im Spiel „Episodix“ durchwandert die Testperson eine virtuelle Stadt und muss sich eine Reihe von Objekten merken, die später abgefragt werden.

 

Mit dem großen Potenzial von Panoramix-Computerspielen zukünftig LKB und Alzheimer früh erkennen

Die Autoren sind überzeugt, dass ihre Studie das große Potenzial von digitalen Serious Games und maschinellem Lernen in der Früherkennung von Demenzprozessen belegt. Die vielversprechenden Ergebnisse sollten Anlass zu weiteren Untersuchungen geben.

Langfristig könnten die Spiele bei der klinischen Diagnose kognitiver Beeinträchtigungen eingesetzt werden. Die Autoren sind außerdem der Ansicht, dass eine frühe Diagnose mit Hilfe von digitalen Serious Games dazu beitragen kann, dass die Betroffenen noch frühzeitiger medizinische Hilfe erhalten.

Literatur:

Sonia Valladares-Rodriguez et al. „Learning to Detect Cognitive Impairment through Digital Games and Machine Learning Techniques“. Methods of Information in Medicine 2018; 57 (4); S. 197-207.


Quelle: http://www.thieme.de/

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