Altersdiabetes im Kleinkindalter

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Immer mehr Kinder sind von Fettleibigkeit und den gesundheitlichen Konsequenzen wie Altersdiabetes betroffen. Negativbeispiel: ein 3-jähriges Mädchen in den USA.

Im Zuge der European Association for the Study of Diabetes in Stockholm 2015, präsentierten US-Forscher den schockierenden Fall einer in Texas lebenden Dreijährigen mit Altersdiabetes. Laut Dr. Michael Yafi von der University of Texas Health Science Center in Houston, war es ein eindeutiger Fall von konsequenter Fehlernährung durch stark fetthaltige und hochkalorische Ernährung. Zwar erzielten die Mediziner durch entsprechende Metformin Verabreichung sowie einer umfassende Ernährungsumstellung eine Heilung, dennoch sei dies ein neuer und vor allem schockierender Rekord. So handelte es sich um die jüngste jemals erfasste Patientin mit Altersdiabetes.

Die Diabetes-Epidemie breitet sich immer mehr aus und beschränkt sich längst nicht mehr nur auf das Erwachsenenalter. Immer mehr Kinder sind von Fettleibigkeit und den damit verbundenen gesundheitlichen Konsequenzen betroffen. Umso wichtiger sei die frühzeitige Erkennung und Therapie, um Altersdiabetes aufzuhalten.

 

Altersdiabetes bei 3-jährigem Mädchen entdeckt

Dr. Michael Yafi wurde an der pädiatrisch-endokrinologischen Uniklinik auf das Kleinkind aufmerksam. Etwa die Hälfte der Mädchen dieser Altersgruppe wiegen weniger als 15 kg, 97 Prozent wiegen weniger als 20 kg. Bei Einlieferung ins Krankenhaus wog das besagte 3-jährige Mädchen ganze 35 kg. Beide Elternteile waren deutlich übergewichtig bzw. adipös, litten jedoch nicht an Altersdiabetes. Weiters lag sowohl das anfängliche Geburtsgewicht als auch die Dauer der Schwangerschaft im Normalbereich.

Auch bei kleinen, stark übergewichtigen Kleinkindern besteht die Gefahr von Altersdiabetes.

Besonders auffällig war einerseits die starke Harnausscheidung des Mädchens sowie ein ausgeprägtes Durstempfinden. Laut Laborbefund wies das Mädchen einen Nüchtern-Blutzucker von 230 mg/dl sowie einen HbA1c Wert von 7,2 Prozent auf. Auch die Insulinwerte waren mit 340 pmol/l deutlich über dem Normalbereich, der sich unter 200 pmol/l bewegt. Deutlich über dem Normalbereich lag zudem das C-Peptid mit 6,9 ng/l statt einem Normalwert von weniger als 3,3 ng/l. Immunmarker für einen Typ-1-Diabetes fehlten hingegen. Diese Werte in Kombination mit dem extremen Übergewichts stellten die Mediziner eine eindeutige Diagnose: Diabetes Typ-2.

Aufgrund der fetten und hochkalorischen Ernährung des Kleinkinds wurden die Eltern angehalten, ihr Kind normal zu ernähren und für ausreichend Bewegung zu sorgen. Zudem wurde der Dreijährigen eine flüssige Form von Metformin (500 mg pro Tag) verordnet. Tatsächlich gelang es dem Ärzte-Team durch diese Maßnahmen eine Normalisierung der Blutzuckerwerte zu erreichen, die ein langsames Ausschleichen von Metformin erlaubten. Diese Normalisierung des Blutzuckes sowie die Reduktion des Körpergewichts hielten zudem über die nächsten sechs Monate an.

Anhand dieses Beispiels wird ersichtlich, dass auch bei kleinen, stark übergewichtigen Kleinkindern die Gefahr von Altersdiabetes besteht. Es gilt diesem Phänomen die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken, um potenzielle Patienten frühzeitig zu erkennen bzw. zu behandeln. Denn eine Kombination aus gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung, ermöglichen eine rasche Heilung der Erkrankung.

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Dipl.-Ing. Alexandra Springler

Seit 2011 ist Dipl.-Ing. Alexandra Springler MEDMIX- und AFCOM-Mitarbeiterin. Nach Abschluss ihres Biotechnoligiestudiums ist sie nun in der Forschung tätig und absolviert zur Zeit ihr Doktorat.

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