Sind alternative Heilmethoden traditionell bewährt oder zeitlich überholt?

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Wo liegen die Grenzen und Unterscheidungen beziehungsweise die Berechtigungen, um alternative Heilmethoden sinnvoll einzusetzen?

Alternativmedizin und Komplementärmedizin sind Sammelbezeichnungen für unterschiedliche alternative Heilmethoden, Behandlungsmethoden und diagnostische Konzepte, die sich als Alternative oder Ergänzung zur Schulmedizin verstehen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert alternative Heilmethoden, Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin (CAM) als ein breites Spektrum von Heilmethoden, die nicht Teil der Tradition des jeweiligen Landes und nicht in das dominante Gesundheitssystem integriert sind.

Diese Bezeichnung ist einerseits zu ungenau formuliert, da die Begriffe Komplementärmedizin und Alternativmedizin nicht synonym zu verwenden sind bzw. diverse Heilmethoden durchaus einen festen traditionellen Bezug aufweisen.

Beste Beispiele dafür sind die traditionelle europäische Medizin, die traditionelle chinesische Medizin sowie die indische Ayurvedalehre, welche sich alle über Jahrtausende entwickelt haben.
Die Alternativmedizin definiert sich dabei als Ersatz zur Schulmedizin, die Komplementärmedizin verfolgt das Ziel naturwissenschaftliche Methoden zu ergänzen bzw. zu optimieren.

Prinzipiell gilt es den Begriff komplementäre Methoden allgemein zu bevorzugen, da es immer auf den individuellen Mix ankommt, der zum Ziel führt bzw. im gesundheitlichen Wohlbefinden resultierten sollte. Die Schulmedizin ist dabei weder Freund noch Feind sondern meist ein sehr probates Mittel um einen gewissen Ist-Zustand zu gewährleisten. Will man diesen in Richtung persönlich definierten Soll-Zustand verschieben oder sogar verbessern, bieten diverse komplementäre Möglichkeiten zusätzliche Unterstützung.

Aus dem vielfältigen Spektrum der komplementären Medizin bestehend aus Bachblütentherapie, Entspannungsverfahren, Homöopathie, Spagyrik, Schüssler Salzen, Akupunktur, Aromatherapie, Phytotherapie, traditionell chinesischer Medizin (TCM), Mikronährstoffmedizin oder traditionell europäischer Medizin (TEM) soll nachfolgend die Mikronährstoffmedizin oder auch Orthomolekulare Medizin näher betrachtet werden.

 

Orthomolekulare Medizin als Alternative Heilmethoden

Für den Nobelpreisträger und Begründer Linus Pauling ist die Orthomolekulare Medizin (OM) die Erhaltung einer guten Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Stoffen, die normalerweise im Körper vorhanden und zur Erhaltung der Gesundheit notwendig sind.
Die Wirkstoffe sind demnach körperbekannte, lebensnotwendige Stoffe wie z.B. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, essentielle Fettsäuren und Enzyme. Diese werden, ideal dosiert, gezielt zur Prävention ernährungsbedingter und chronisch degenerativer Krankheiten (Diabetes mellitus, Morbus Alzheimer), zum Erhalt der Vitalität und Leistungsfähigkeit sowie bei bestimmten Krankheitsbildern eingesetzt.

Die Mikronährstoffmedizin – bzw. Orthomolekulare Medizin – ist eine relativ neue komplementäre Methode, da Vitamine erst im 20. Jahrhundert isoliert und bestimmt werden konnten. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie sich an biochemischen Gesetzmäßigkeiten und den Stoffwechselprozessen im Körper orientiert, sowie labordiagnostisch messbar ist.

Sie ist auch am Puls der Zeit weil sich unsere Lebensgewohnheiten, psychische und physische Anforderungen, Umweltbelastungen, Ernährungsgewohnheiten verändert, eigentlich verschlechtert haben, die allesamt den Bedarf an essentiellen Nährstoffen in die Höhe schnellen lassen. So können sich schleichend Defizite manifestieren, die auf lange Zeit negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben können.

Medikamente, also konventionelle Arzneistoffe, können zusätzlich einen großen Einfluss auf den Mikronährstoffhaushalt haben, da sie die Aufnahme einzelner Mikronährstoffe behindern sowie die Ausscheidung spezieller Vitalstoffe fördern.

Dadurch stellen Mikronährstoffe eine gute Möglichkeit dar Arzneimitteltherapien zu optimieren. So können durchaus Arzneimittel induzierte Nebenwirkungen minimiert sowie unerkannte, maskierte Mangelerscheinungen, reduziert werden.

 

Alternative Heilmethoden und Präventivmedizin

Alternative Heilmethoden sind gewachsene, gut dokumentierte Werkzeuge die die Heilkunst ergänzen und vervollständigen können. Wichtig dabei ist es individuell maßgeschneiderte Lösungspakete zu schnüren und auch den vorbeugenden Charakter ganz unter dem Motto „Präventivmedizin statt Reparaturmedizin“ nicht außer Acht zu lassen.

Weitere Informationen:

http://www.who.int/bulletin/volumes/86/1/07-046458/en/

 

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Mag. pharm. Matthias Schoeggl

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