Akne inversa – Hidradenitis suppurativa: eine entzündliche Hauterkrankung

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Die Hauterkrankung Akne inversa verursacht an unterschiedlichen Körperstellen Hautveränderungen und beeinträchtigt so extrem die Lebensqualität der Patienten.

Akne inversa – Hidradenitis suppurativa – ist keine bakterielle, sondern eine entzündliche Hauterkrankung. In letzten Jahren haben Wissenschaftler bei manchen Patienten auch genetische Marker entdeckt, die bei gesunden Personen nicht vorkommen. Das spricht dafür, dass es auch eine erbliche Veranlagung gibt.

Vor allem in Kombination mit weiteren Risikofaktoren ist eine Ausbruch der Erkrankung wahrscheinlicher. Solche auslösende Faktoren sind beispielsweise das Rauchen, denn Raucher haben ein elfmal so hohes Risiko. Weiters erhöhen Übergewicht sowie Adipositas das Risiko um das Vierfache.

Grundsätzlich verursacht Akne inversa eine Überreaktion des Immunsystems. Deswegen verschreiben Dermatologen neben symptomatischen Wirkstoffen heutzutage vor allem auch moderne Medikamente, die immunmodulatorisch wirken beziehungsweise das Immunsystem normalisieren.

 

Hautveränderungen an unterschiedlichen Körperbereichen

Die Hautveränderungen unterscheiden sich beträchtlich von Patient zu Patient, wobei praktisch alle die Lebensqualität der Patient extrem beeinträchtigen. Charakteristisch sind beispielsweise Abszesse sowie entzündliche Papeln, Fisteln und Pusteln. Dermatologen dokumentieren und zählen diese Hautveränderungen, um letztendlich auch durch die Anzahl der Veränderungen den Krankheitsverlauf zu bewertet.

Grundsätzlich kann Akne individuell ganz unterschiedliche Körperstellen betreffen und treten vordergründig im Bereich der Körperfalten auf. Typischerweise kommt es zu Hautveränderungen unter den Achseln, in den Leisten sowie genital und um den After. Bedauerlicherweise findet man gehäuft auch Erscheinungen im Gesicht, am Decolleté sowie am Rücken. Schließlich kann die Erkrankung in seltenen Fällen aber auch andere Körperstellen betreffen.

 

Weitere Symptome, die nicht die Haut betreffen

Grundsätzlich sollten Betroffene regelmässig eine fachärztliche Untersuchung beim Dermatologen durchführen lassen sowie permanent auf neue Hautveränderungen achten. Allerdings kann eine Akne inversa auch andere Körperteile betreffen. Letztendlich kann sie bei manchen Patienten sogar völlig ohne Beschwerden und unerkannt die Gefässe und das Herz in Mitleidenschaft ziehen. So ist Akne inversa auch häufig mit entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn  sowie Gelenkerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis vergesellschaftet. Sehr häufig leiden die Patienten auch an Schmerzen sowie psychischen Störungen. So beeinträchtigen Scham, soziale Isolation sowie Depressionen enorm die Lebensqualität.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Symptomatisch verschreiben Dermatologen vor allem antiseptische und antibiotische Cremes sowie Lösungen. Zusätzlich kommen manchmal auch orale Antibiotika zum Einsatz. Die antimikrobiellen Wirkstoffe wirken gegen Krankheitserreger, die sich in den Hautveränderungen angesiedelt haben. Tatsächlich können sie zwar die Hautveränderungen verbessern, jedoch bewirken sie keine vollständigen Abheilung.

Seit 2016 können Ärzte auch das Biologikum Adalimumab zur Behandlung der Akne inversa bei Patienten in mittleren und fortgeschrittenen Stadium verschreiben.

SChließlich haben neueste Studienergebnisse bestätigt, dass invasive operative Therapien mit grossflächigen Entfernen der Abszesse und Fisteln zu den effektivsten Behandlungsmethoden zählen.

Literatur:

Saunte DML, Jemec GBE. Hidradenitis Suppurativa: Advances in Diagnosis and Treatment. JAMA. 2017 Nov 28;318(20):2019-2032. doi: 10.1001/jama.2017.16691.

Quelle: Akne inversa – Hidradenitis suppurativa. Dr. Reinhold Lautner. MEDMIX 9/2008.

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Dr. Reinhold Lautner

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