Adipositaschirurgie – langfristige Perspektiven

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Die Adipositaschirurgie bietet erhebliche Vorteile: sie führt zu einem langfristigen Gewichtsverlust und verringert das Risiko für Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck.

Laut einer unlängst publizierten Studie ist Adipositaschirurgie im klinischen Alltag in Großbritannien mit einem erheblichen anfänglichen Gewichtsverlust, der auch noch mindestens vier Jahre nach der Operation anhält, assoziiert. Die Longitudinalstudie, die von Ian Douglas und Kollegen an der London School of Hygiene & Tropical Medicine durchgeführt wurde, zeigte auch, dass die Adipositaschirurgie Verbesserungen bei bereits bestehendem Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck bringen und das Risiko für mit Adipositas verbundenen Komorbiditäten reduzieren kann.

 

Langfristige Gesundheitsvorteile durch die Adipositaschirurgie untersucht

Schon früher konnte in mehreren randomisierten, kontrollierten Studien nachgewiesen werden, dass die Adipositaschirurgie den Gewichtsverlust bei übergewichtigen Menschen unterstützt. Andere Gesundheitsvorteile für Patienten über einen längeren Zeitraum wurden aber lange Zeit nicht sehr gut untersucht. Nun untersuchten unlängst die britischen Forscher, ob es einen Zusammenhang zwischen chirurgischem Eingriff, anschließendem Gewichtsverlust, BMI und Adipositas-Erkrankungen gibt. In ihrer Studie wurden 3.882 chirurgische Patienten während der Primärversorgung und eine Steuergruppe mit nicht operierten Personen verglichen. Dazu wurden Datensätze des UK Clinical Practice Research Datalink verwendet. Die Patienten mit chirurgischem Eingriff hatten in den ersten vier postoperativen Monaten eine Gewichtsreduktion von 4,98 kg pro Monat (95% Konfidenzintervall 4,88 bis 5,08). Bei der Vergleichsgruppe kam es zu keiner Veränderung! Die Gewichtsreduktion wurde bei einer langsameren Rate über vier Jahre aufrechterhalten.

Auswirkungen der Adipositaschirurgie wurde auch mit einer Risikoreduktion für ein Wiederauftreten von Typ-2-Diabetes (Hazard Ratio mit 95% CI: 0,68 (0,55 bis 0,83)), für Bluthochdruck (0,35 (0,27-0,45)), für Angina pectoris (0,59 (0.40- 0.87)), für Herzinfarkt (0,28 (0,10-0,74)) und für eine obstruktive Schlafapnoe (0,55 (0,40-0,87)) assoziiert.

Der Adipositaschirurgie wurde auch mit weniger Erkrankungen an Typ-2-Diabetes (9,29 (6,84-12,62)) und einer Reduktion von Bluthochdruck bei bereits bestehendem Diabetikes (5,64 (2,65-11,99) in Verbindung gebracht. Es gelang in dieser Studie jedoch nicht, einen Zusammenhang zwischen der chirurgischen Therapie und einer geringeren Sterblichkeit bei den betroffenen Patienten nachzuweisen.

Quelle: Douglas IJ, Bhaskaran K, Batterham RL, Smeeth L (2015) Adipositaschirurgie in Großbritannien: Eine Kohortenstudie von Gewichtsverlust und die klinischen Ergebnisse in der klinischen Routinepflege. PLoS Med 12 (12): e1001925. doi: 10.1371 / journal.pmed.1001925

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Manfred Karner

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