68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC)

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Vom 14. bis 17. Mai 2017 fand in Magdeburg die 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) statt.

Wie lässt sich die Therapie von hirnverletzten Patienten im Koma verbessern? Welche Erfolge erzielt die tiefe Hirnstimulation bei der Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen, etwa bei Zwängen? Wann und wie sollten Schädelverwachsungen bei Kindern behandelt werden? Diesen und weiteren Fragen gingen nationale und internationale Fachärzte und Wissenschaftler im Rahmen der 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) nach. Der Kongress fand vom 14. bis 17. Mai 2017 in Magdeburg statt – unter der Leitung von Professor Dr. med. Raimund Firsching, Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg A. ö. R.

In zahlreichen wissenschaftlichen Vorträgen und Symposien haben sich mehr als 1.000 Ärzte und Wissenschaftler in der Messe Magdeburg über aktuelle Entwicklungen der Neurochirurgie und neue Ansätze in Forschung und Patientenversorgung informiert und ausgetauscht.

So erfuhren die Kongressteilnehmer unter anderem, welche neuen Methoden und Entwicklungen es bei der Therapie von Gefäßfehlbildungen gibt. Gefäßfehlbildungen im Gehirn sind in den meisten Fällen angeboren. Einige Varianten werden aber auch durch einen hohen Bluthochdruck, Verletzungen oder Rauchen begünstigt. Die Fehlbildungen bleiben meist für lange Zeit unentdeckt, da sie sich häufig erst einmal unspezifisch äußern und die Veränderungen im Kernspintomogramm zunächst nicht richtig gedeutet werden. „Feinste selektive Gefäßdarstellungen ermöglichen es inzwischen, zu identifizieren, warum es zu Veränderungen im Hirnstamm kommt“, erklärt Firsching. „Wenn wir wissen, ob es sich um eine Entzündung, Hirnblutung oder eine Gefäßmissbildung handelt, können wir zielgerichtete Maßnahmen ergreifen und so Folgen wie hochgradige Lähmungen lindern oder manchmal ganz vermeiden. Die rechtzeitige Behandlung kann das Leben der Betroffenen retten“, betonte Kongresspräsident Professor Dr. med. Raimund Firsching aus Magdeburg.

Pädiatrische Neurochirurgie

Eines der wissenschaftlichen Schwerpunktthemen des Kongresses war die pädiatrische Neurochirurgie. Experten diskutierten unter anderem darüber, unter welchen Voraussetzungen kraniofaziale Fehlbildungen – Fehlbildungen im Bereich von Hirn- und Gesichtsschädel – bei Kindern behandelt werden müssen. In den meisten Fällen entstehen kraniofaziale Fehlbildungen durch die vorzeitige Verknöcherung von Schädelnähten. Die daraus resultierenden Verformungen des Hirn- und Gesichtsschädels können für die kleinen Patienten sowohl eine funktionelle als auch kosmetische Beeinträchtigung darstellen. Die vorzeitigen Verknöcherungen können das natürliche Wachstum des Gehirns behindern. Je nach Ursache der Fehlbildung werden verschiedene Therapieansätze eingesetzt, die sich unter anderem im Zeitpunkt des Eingriffs und damit auch in den Auswirkungen auf das Wachstum sowie möglichen operativen Korrekturen und Nachbehandlungen unterscheiden. Auf der Jahrestagung beleuchteten Wissenschaftler aktuelle und zukunftsweisende Verfahren.

Neurochirurgische Intensivmedizin

Darüber hinaus stellten Experten auf dem Kongress neue Erkenntnisse zur neurochirurgischen Intensivmedizin vor und zeigten auf, wie die Therapie von hirnverletzten Patienten im Koma verbessert werden kann. Mithilfe der Kernspintomografie ist es heute möglich, zu untersuchen, welche Anteile des Gehirns einen Funktionsausfall haben, wenn der Patient bewusstlos ist. Besonders gravierend sind Verletzungen im Hirnstamm. „Bei einer acht Tage anhaltenden Bewusstlosigkeit nach Schädel-Hirn-Verletzungen weist der Hirnstamm in ausnahmslos allen Fällen Veränderungen in seiner Struktur auf“, so Firsching. Um eine Einengung des Hirnstamms rechtzeitig diagnostizieren und lebensgefährlichen Folgen entgegenwirken zu können, ist zunächst weiterhin die Computertomografie unerlässlich.

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) fand erstmals in Magdeburg statt. Der Kongress wurde in diesem Jahr gemeinsam mit der Britischen Gesellschaft für Neurochirurgie (The Society of British Neurological Surgeons – SBNS) veranstaltet.

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