6 Lifestyle-Maßnahmen, um das Gedächtnis fit zu halten

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Lifestyle – was man isst und trinkt, wie man seinen Körper behandelt – beeinflusst das Gedächtnis ebenso wie die körperliche Gesundheit und das Wohlbefinden.

So um die 60 macht sich mehr als die Hälfte der Erwachsenen Sorgen um das Gedächtnis bzw. die Gedächtnisleistung. Kleinere Gedächtnislücken, die mit dem Alter auftreten, müssen aber nicht unbedingt Anzeichen für ein ernstes Problem wie eine Alzheimer-Demenz sein. Meist sind sie vielmehr das Ergebnis einer normalen Veränderung in Struktur und Funktion des Gehirns. Die Wissenschaft zeigt, dass die Fähigkeit, neue Informationen aufzunehmen und sich zu erinnern, mit dem 50. Geburtstag abnimmt. Man kann sich dann einfach nicht mehr so schnell an Dinge erinnern, wie früher.

Aber Vergesslichkeit kann Probleme verursachen, wenn sie die täglichen Aufgaben und Routinen wie z.B. die Gesundheitsversorgung und Finanzenverwaltung beeinträchtigt. Es gibt aber einfache Möglichkeiten, Gedächtnislücken zu verhindern und dem Gehirn zu helfen, sich besser zu erinnern. Die nachfolgenden Lifestyle-Maßnahmen kann man jeden Tag tun, um sowohl Körper als auch Gedächtnis fit zu halten.

 

1. Routinen verwenden

Ab einem bestimmten Alter läuft man oft verärgert durchs Haus und sucht den verlegten Autoschlüssel oder die Brille. Oder man kann sich beim Spaziergang mit dem Hund nicht und nicht an den Namen des neuen Nachbarn erinnern. Es ist sicherlich frustrierend aber nicht unvermeidlich.Verwenden Sie Routinen, indem Sie Ihre Autoschlüssel, Brillen und Handys jeden Tag immer an der gleichen Stelle ablegen, sodass sie keine Gedanken für die Suche aufwänden müssen (no-brainer).

 

2. Entschleunigen Sie, halten Sie Ihren Stress in Grenzen.

Das ständige Trommelfeuer täglicher Belastungen stört und es beeinträchtigt die Konzentration und Regeneration. Vermeiden Sie auch störende oder laute Umgebungen und „Multitasking“ – das sind große „Gedächtniskiller“ in der heutigen schnelllebigen Gesellschaft. Großes Problem sind auch permanente Angstgefühle, die zu Gedächtnisstörungen führen können. Wenn man noch nicht über eine Stress-Bewältigungsstrategie verfügt, wäre das Gedächtnis zu schützen ein guter Grund, sich eine zuzulegen. Tiefes Atmen, Meditation, Yoga, und ein „achtsamer“ Umgang mit seinem Leben könnte dabei helfen. Entschleunigen Sie Ihren Alltag und achten Sie darauf, was Sie tun, um Ihrem Gedächtnissystem genügend Zeit zur Schaffung einer dauerhaften Erinnerung zu geben.

 

3. Achten Sie auf einen guten Schlaf.

Menschen, die in der Nacht nicht gut schlafen, sind in der Regel vergesslicher als Menschen, die ruhig und fest schlafen können. Eine erholsame Nacht ist von wesentlicher Bedeutung für die Verfestigung von Erinnerungen. Die häufigsten Gründe für schlechten Schlaf sind Einschlaf- und/oder Durchschlafschwierigkeiten. Leider beeinträchtigen viele Medikamente, die zur Behandlung von Schlaflosigkeit zur Verfügung stehen, auch das Gedächtnis und die allgemeinen Gehirnfunktionen. Deshalb ist es am besten, zuerst die Schlafgewohnheiten zu verbessern und nur dann Medikamente zu nehmen, wenn diese Schritte nicht mehr helfen. Wenn man dann Schlafmittel benötigt, sollte man nur die niedrigste Dosis über kürzestmögliche Zeit verwenden, um den Schlaf wieder in den Griff zu bekommen.

 

4. Mit dem Rauchen aufhören.

Leichter gesagt als getan, natürlich – aber wenn Sie zusätzliche Motivation brauchen, denken Sie daran, dass Raucher öfter als Nichtraucher an altersbedingtem Gedächtnisverlust und anderen Gedächtnisproblemen leiden. Raucher, die im mittleren Alter mehr als zwei Packungen Zigaretten am Tag rauchen, haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko im Alter eine Demenz zu entwickeln. Schafft man es jedoch in diesem Alter den Konsum auf weniger als eine halbe Packung pro Tag zu senken oder überhaupt mit dem Rauchen aufzuhören, hat man ein ähnlich hohes Demenzrisiko wie Menschen, die nie geraucht haben.

 

5. Moderater Alkoholkonsum.

Vermehrter Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Gedächtnisverlust und Demenz. Menschen mit Alkoholproblemen haben oft Schwierigkeiten mit dem Kurzzeitgedächtnis, zum Beispiel beim Auswendiglernen von Listen. Eine andere Art von Gedächtnisverlust, die mit Alkoholkonsum in Verbindung gebracht wird, ist das Korsakoff-Syndrom. In diesem Zustand kann ein langfristiger Vitamin B1-Mangel, kombiniert mit den toxischen Wirkungen von Alkohol auf das Gehirn, eine plötzliche und dramatische Amnesie auslösen. In einigen Fällen kann dieser Gedächtnisverlust permanent werden. Bei frühzeitiger Diagnose kann er aber bis zu einem gewissen Grad rückgängig gemacht werden.

 

6. Schützen Sie Ihr Gehirn vor Verletzungen.

Kopftraumata sind eine der Hauptursachen von Gedächtnisverlust und erhöhen beträchtlich das Risiko, eine Demenz zu entwickeln. Verwenden Sie immer die passende Ausrüstung für Ihre Aktivitäten und Sportarten. Tragen Sie einen Helm beim Rad- und Motorradfahren, beim Inline-Skating und Skifahren. Legen Sie die Sicherheitsgurte an, wenn sie in einem Kraftfahrzeug fahren. Autounfälle sind bei weitem die häufigste Ursache für Hirnverletzungen und das Tragen eines Sicherheitsgurtes reduziert das Risiko von schweren Kopfverletzungen.

Quelle: Harvard Medical School, Tipps von Dr. Anne Fabiny, Leiterin der Geriatrie an der Cambridge Health Alliance und Assistenzprofessorin für Medizin an der Harvard Medical School

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Manfred Karner

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